Heidenheim Eine Heizungsanlage für vier Gebäude

Vom Sportgelände (links) aus soll die Wärme in Leitungen zu den städtischen Gebäuden auf der anderen Seite des Fischerwegs gelangen.
Vom Sportgelände (links) aus soll die Wärme in Leitungen zu den städtischen Gebäuden auf der anderen Seite des Fischerwegs gelangen. © Foto: Sabrina Balzer
Heidenheim / Michael Brendel 08.10.2018
Die städtischen Einrichtungen rund um den Fischerweg in Schnaitheim sollen in Zukunft von einer gemeinsamen Zentrale aus geheizt werden. Bislang gibt es vier getrennte Anlagen.

Werden Pläne für ein Haus erstellt, dann ist natürlich an Fenster und Türen zu denken, an ein Dach und an eine Heizung. Das war zumindest in der Vergangenheit so. Mittlerweile aber teilen sich Gebäude aus wirtschaftlichen Erwägungen immer häufiger technische Einrichtungen. Auch am Fischerweg in Schnaitheim soll das jetzt geschehen.

Sofern der Technik- und Umweltausschuss des Gemeinderats in seiner morgigen Sitzung (Rathaus, 16 Uhr) zustimmt, könnte in zwei Jahren eine gemeinsame Heizzentrale den Wärmebedarf in der Hirscheckschule, in der Turn- und Festhalle, im Lehrschwimmbad und im Kindergarten decken.

Anlagen sanierungsbedürftig

Geschichte wären dann die vier getrennten Gas-Zentralheizungen, die bereits seit 20 bis 30 Jahren in Betrieb sind. Sie demnächst zu erneuern und damit in einen zeitgemäßen Zustand zu versetzen, wäre nach Darstellung der Stadtverwaltung aufwändiger und teurer, als einen Wärmeverbund zu schaffen. Das Rathaus nennt für seine jetzt zu diskutierenden Planungen mehrere Gründe:

● Nach der Sanierung von Heizungsanlagen müsse ein bestimmter Prozentsatz der Wärme aus erneuerbaren Energien gewonnen werden. Das erfordere beispielsweise den Einbau von Pufferspeichern und aufgrund des höheren Platzbedarfs bauliche Veränderungen an bestehenden Gebäuden. Eine gemeinsame Heizzentrale machte den Umbau und die Sanierung der vier vorhandenen Heizungen überflüssig.

● Eine größere Zentrale erhöhte die Versorgungssicherheit der angeschlossenen Gebäude. Außerdem könnte der Anteil erneuerbarer Energien deutlich ausgeweitet werden, da in einem Wärmeverbund eine höhere Grundlast benötigt werde.

● Die ins Auge gefasste Kombination aus Brennwerttechnik und Kraft-Wärme-Kopplung in einem kleinen Blockheizkraftwerk habe sich in anderen städtischen Energieverbünden bereits bewährt, etwa am Hellenstein-Gymnasium, an der Silcherschule und an der Westschule. Es handele sich mit Blick auf den Klimaschutz um eine effiziente und wirtschaftliche Lösung.

Investition kostet eine Million

Die Investitionskosten werden mit einer Million Euro beziffert, wobei in den kommenden beiden Jahren jeweils 500 000 Euro im städtischen Haushalt für das Vorhaben bereitgestellt werden sollen. Daneben hofft die Verwaltung auf einen Zuschuss in Höhe von 80 000 Euro aus einem Klimaschutz-Förderprogramm des Landes. Im laufenden Betrieb soll die neue Zentrale im Vergleich zu heute jährlich 20 000 Euro einsparen.

Durch den Verzicht auf die Sanierung der bestehenden Anlagen würden laut der den Stadträten vorliegenden Kalkulation Ausgaben von 900 000 Euro überflüssig, hinzu kämen um 2000 Euro pro Jahr geringere Wartungskosten. Der Unterhalt des neuen Gebäudes samt der vorgesehenen WC-Anlage (siehe eigener Artikel) ist mit jährlich 3500 Euro veranschlagt.

Sportanlagen sollen profitieren

Die neue Wärmezentrale soll kommendes Jahr neben dem Kunstrasenplatz am Fischerweg gebaut werden. Vorgesehen ist in dem Gebäude auch ein WC, damit Sportlern und Zuschauern künftig der Weg in die Turn- und Festhalle erspart bleibt. Außerdem will die Verwaltung den vorhandenen Kiosk ans Kanalnetz anschließen.

Im Zuge der geplanten Straßensanierung könnten Mitte 2019 Leitungen von der Heizzentrale zu den städtischen Gebäuden auf der anderen Seite des Fischerwegs verlegt werden. Die Inbetriebnahme des Wärmeverbunds ist – die Zustimmung des Gemeinderats vorausgesetzt – für 2020 vorgesehen.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel