Heidenheim / Thomas Grüninger Holger Sanwald lobt Team und Fans und spricht mit Hoeneß und Rummenigge. Doch auch das Thema Geld ist nach dem Pokalspiel ein interessantes.

Zwei Dinge, sagt Holger Sanwald, hätten ihn am Mittwochabend in München emotional stark berührt. Zum einen die Leistung seiner Mannschaft gegen die mit Weltklassespielern gespickten Münchner („So viel Mut, Moral, aber auch Qualität und Klasse wie wir gezeigt haben – Wahnsinn!“), zum anderen die mitgereisten Fans in der Allianz-Arena.

„Vor 25 Jahren haben wir noch in der Landesliga vor 150 Zuschauern gespielt, jetzt sorgen 10 000 mitgereiste Fans für eine blaue Wand bei den Bayern: Das macht mich so stolz, dass ich es kaum in Worte fassen kann. Manchmal hatte ich den Eindruck, wir bestreiten ein Heimspiel“, freute sich der Vorstandsvorsitzende.

Wertschätzung vom FC Bayern

Auch am Rande des Pokal-Spektakels war es für Sanwald ein erlebnisreicher Ausflug in die Beletage des deutschen Profifußballs. Vor dem Spiel waren Vorstand und Aufsichtsrat des FCH vom Führungsgremium des FC Bayern eingeladen worden.

Sanwald hatte reichlich Gelegenheit, sich mit Größen wie Präsident Uli Hoeneß und Vorstandsvorsitzendem Karl-Heinz Rummenigge auszutauschen – eine besondere Ehre, die die Münchner nicht allen Gastvereinen gewähren.

„Für uns war das schon eine Wertschätzung dafür, wie wir uns in die DFL einbringen“, sagte Sanwald. Themen der Deutschen Fußball-Liga (von Fernsehrechten bis zu angedachten Strukturreformen) standen denn auch im Fokus des Austausches.

Finanzielles Zusatzgeschäft

Auch wenn der Einzug ins Pokal-Halbfinale nur knapp verpasst wurde, so schwemmte das Erreichen des Viertelfinales nochmals viel Geld in die FCH-Vereinskasse.

Wirtschaftlich war es von Vorteil, dass die Heidenheimer in München antreten mussten, denn 75 000 Besucher in der ausverkauften Arena sorgten dafür, dass der FCH mit rund 900 000 Euro an den Zuschauereinnahmen partizipiert.

Hätte das Spiel in der Voith-Arena stattgefunden, wo maximal 15 000 Fans Platz finden, wären für jeden der beiden Vereine nach Abzug aller Kosten vielleicht noch 100 000 Euro übrig geblieben, schätzt Sanwald. 1,3 Millionen Euro aus Fernsehgeldern erhalten die Heidenheimer zudem für das Erreichen des Viertelfinals.

Für Niklas Dorsch war das Duell beim FC Bayern wohl noch aufregender als für alle anderen. Der 21-Jährige zeigte bei seinem Ex-Verein eine starke Leistung – musste aber frühzeitig vom Platz.

Ob der FCH allerdings alle Spieler halten kann, sollten sie nach dieser starken Saison von zahlungskräftigen Bundesligisten umworben werden, bleibt fraglich. Bisher würden aber keinerlei Anfragen vorliegen, sagte Sanwald.

Die Heidenheimer schwanken nach dem Pokalwahnsinn von München zwischen Stolz und Enttäuschung.

Es war ein Spiel, wie man es weder in München noch in Heidenheim für möglich gehalten hätte. Hier Eindrücke aus dem Stadion und die Pressekonferenz nach der Partie im Video.

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