Heidenheim / Michael Brendel Am Mittwochnachmittag wurde die neue Tagesstätte beim Zinzendorfhaus in der Oststadt offiziell eingeweiht.

Unerwartete Veränderungen erfordern manchmal schnelles Handeln. Und so ging denn ziemlich fix, was mit dem Spatenstich am
14. November 2017
begonnen hatte: Seit dem 1. April dieses Jahres ist die neue Kindertageseinrichtung beim Zinzendorfhaus in Betrieb, am Mittwochnachmittag folgte die offizielle Einweihung.

Weder Junge noch Alte allein machen eine Gesellschaft aus. Und so stand sinnbildlich für die vielleicht wichtigste Aufgabe des Anbaus an das Gemeindehaus der evangelischen Kirche, nämlich ein Stück Zukunft für das gesamte Wohnquartier zu sein, dass zumindest ein kleiner Junge an der Eröffnungsfeier teilnahm.

80 Betreuungsplätze

Bis zu 80 Betreuungsplätze in vier Gruppen stehen in dem zweistöckigen Gebäude zur Verfügung. Als Bauherrin fungierte die Stadt, die Trägerschaft liegt bei der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde, und glaubt man den Rednern, so war die Zusammenarbeit der Partner eine außergewöhnlich gute.

Dekan Dr. Karl-Heinz Schlaudraff sprach von einem konstruktiven Prozess des Zusammenwirkens und von einer Win-win-Situation für Kirche und Stadt. Als sich die Kirche vor fünf Jahren mit der Herausforderung eines Immobilienkonzepts konfrontiert gesehen habe, sei Oberbürgermeister Bernhard Ilg mit der „zündenden Idee“ an ihn herangetreten, einen Kindergarten zu bauen.

Von Offenheit geprägt

Dieser sei ein „Ausrufungszeichen in der Oststadt“, dass die Zinzendorfgemeinde bereit sei, das Wohnquartier aktiv zu gestalten. Bisher schon setze sie Akzente durch ihre Offenheit, etwa Behinderten, Trauernden und Andersdenkenden gegenüber.

OB Ilg nahm den Ball auf, zeichnete das Bild von Heidenheim als familienfreundlicher Stadt und belegte die Dringlichkeit der einschlägigen Investitionen mit aktuellen Zahlen. Dem Rathauschef zufolge sind die Geburtenzahlen landesweit binnen zehn Jahren um 16 Prozent gestiegen. Damit einher geht ein wachsender Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen, dem die Stadt mit einem Ausbau des Angebots um 25 Prozent innerhalb von fünf Jahren begegnet. Allein heuer kommen 187 neue Plätze hinzu, 2020 nochmals 180.

Den Standort der neuen Betreuungseinrichtung nannte Ilg optimal, weil dort der Bedarf aufgrund des Zuzugs vieler Familien geradezu rasant gestiegen sei. Zurückzuführen sei diese Entwicklung darauf, dass etliche Häuser im Umfeld neu gebaut worden seien. Zudem habe die Vonovia mehrere Wohnblöcke saniert.

Günstiger als erwartet

Erfreulich aus Sicht aller am Vorhaben Beteiligten: Laut Architekt Uwe Richter werden sich die Gesamtkosten voraussichtlich auf etwas weniger als zwei Millionen Euro belaufen. Ursprünglich hatten rund 2,4 Millionen Euro im Raum gestanden. Zur Deckung steuert die Stadt 600 000 Euro bei, ca. 60 000 kommen von der Kirche, und ca. 1,4 Millionen fließen aus verschiedenen Fördertöpfen.

Pfarrerin Eva-Maria Busch hieß die Erzieherinnen willkommen und äußerte den Wunsch, dass der Kindergarten ein „Spielplatz Gottes“ mit Raum für unverkrampfte Erfahrungen werden möge.