Heidenheim Kunstmuseum 2017: Chagall-Schau zog die meisten Besucher

Blumengrüße aus Japan: Derzeit stellt Hiroyuki Masuyama im Heidenheimer Kunstmuseum aus.
Blumengrüße aus Japan: Derzeit stellt Hiroyuki Masuyama im Heidenheimer Kunstmuseum aus. © Foto: Sabrina Balzer
Heidenheim / Manfred F. Kubiak 16.04.2018
Mit 13 682 Besuchern bewegte man sich 2017 zwar nicht auf Rekordniveau, aber doch deutlich über dem von Renovierungsarbeiten beeinflussten Ergebnis des Vorjahres.

Wann ist etwas gut? Und von welcher Seite betrachtet man es, ehe man solch eine Bewertung vornimmt? Vielleicht stellt man zunächst einfach mal Folgendes fest: 2017 war fürs Heidenheimer Kunstmuseum ein normal gutes Jahr.

Und was ist normal? Zum Beispiel die Zahl der Besucher: 13 682. Damit kamen über 4000 mehr als 2016, einem Jahr, das mit 9289 Besuchern in dieser Hinsicht eher abfiel, was wiederum aber ebenfalls normal ist, wenn man weiß, dass aus Gründen der Renovierung der große Ausstellungssaal des Hauses vier Monate lang geschlossen geblieben war.

Es können auch nicht immer Bestleistungen gefordert oder aufgestellt werden. Zuletzt hatte das Kunstmuseum mit 17 186 Besuchern 2014 und gleich darauf 2015 mit 17 449 Besuchern neue zweitbeste Jahre aller Zeiten gefeiert.

Rekord wurde 2003 erreicht

Der bis heute auch nicht annähernd erreichte Rekord steht bei 21 025 Besuchern und resultiert aus dem Jahr 2003. Die bestbesuchte Einzelausstellung übrigens war in der Saison 2014/15 „Trash Train“, als anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Kunstmuseums 10 646 Besucher die Chance genutzt hatten, die Zugfahrt durch einen blühenden Dschungel der Phantasie zu unternehmen.

Chagall hat die Nase vorn

Von einer solchen Zahl war man 2017 weit entfernt. Die bestbesuchte Ausstellung im vergangenen Jahr war jene mit Bildern von Marc Chagall zur Bibel, die am Ende 2648 Besucher anlockte. Zu sehen gewesen war sie im großen Hugo-Rupf-Saal im Obergeschoss, wo 600 Quadratmeter Ausstellungsfläche zur Verfügung stehen. Am meisten Besucher in den 120 Quadratmeter kleinen, parterre gelegenen Gunzenhauser-Räumen zog mit 1976 im vergangenen Jahr die Ausstellung mit christlicher Volkskunst aus Polen.

Die ebenfalls im Erdgeschoss befindliche Picasso-Plakate-und-Druckgrafiksammlung in der 350 Quadratmeter großen Hermann-Voith-Galerie verzeichnete 1692 Besucher. Bekanntlich kann man sich seit 2013, als die Gunzenhauser-Räume als zweite Fläche für Wechselausstellungen hinzukamen, im Kunstmuseum an drei parallelen Präsentationen erfreuen.

Zuschuss von rund 250.000 Euro

Der Zuschussbedarf des Kunstmuseums bewegt sich seit Jahren mehr oder weniger auf demselben Niveau und belastete den städtischen Haushalt 2017 mit 256 000 Euro. Die Kosten für oft mehrere Jahre lang mit erheblichem Organisationsaufwand geplante große Ausstellungen im Rupf-Saal bewegen sich in der Regel zwischen 18 000 und 25 000 Euro, kleinere Ausstellungen lassen sich mit Beträgen zwischen 2500 und 4000 Euro finanzieren.

Der Kostendeckungsgrad des Ausstellungsbetriebs im Kunstmuseum lag 2017 bei 28 Prozent, 2016 bei 20,5 Prozent. Einiger Beliebtheit erfreuen sich auch die Führungen durch die diversen Ausstellungen. Im vergangenen Jahr gab es 49 davon, die immerhin 1296 Besucher anlockten.

Beliebte Führungen

Zur Kunstvermittlung gehört unter anderem auch das museumspädagogische Angebot in enger Kooperation mit dem Verein „Kinder und Kunst“. Hier wurden 2017 84 Workshops und Klassenführungen mit 1450 Teilnehmern angeboten. Dass auch Kindergeburtstage im Kunstmuseum gefeiert werden, dürfte kaum bekannt sein. 2017 waren es mit sieben allerdings vergleichsweise wenige. In den vergangenen Jahren wurde hier im Schnitt doppelt so oft gefeiert.

Unterstützt wird das Kunstmuseum in seiner Arbeit durch den Verein „Förderkreis des Kunstmuseums“, der nicht nur bei Ankäufen von Kunst eine Rolle spielt, sondern 2017 auch 8500 Euro zur Einrichtung einer Kaffee-Ecke im Foyer des Museums spendete. Auch die Hugo-Rupf-Stiftung und die Hermann-Voith-Stiftung fördern mit Zinserträgen das Kunstmuseum. 2017 kamen von der Rupf-Stiftung 33 500, von der Voith-Stiftung 25 000 Euro.

Derzeit Ausstellung des Japaners Hiroyuki Masuyama

Derzeit kann man im großen Saal des Kunstmuseums die Ausstellung „Welt/Reise/Zeit“ des Japaners Hiroyuki Masuyama erleben, in der man sich in regelrecht monumentaler Umgebung gedanklich und mit den Augen nicht nur auf die Wiese legen, sondern um die Welt und sogar in den Kosmos reisen kann. Darüber hinaus geplant sind 2018 noch eine Ausstellung der Heidenheimer Künstlerin Jeanette Zippel, die ins Reich der Bienen entführen wird, und eine Präsentation von Druckgrafiken von Peter Paul Rubens.

2019: Unter Wasser

Auch für das Jahr 2019 sind die Planungen längst angelaufen. Zum dann 30-jährigen Bestehen des Kunstmuseums hat man vor, gemeinsam mit „Kinder und Kunst“ und im Stile des Erfolgsmodells „Trash Trains“ eine Unterwasserwelt im ehemaligen Stadtbad zu inszenieren. Und das 100-jährige Bestehen des Naturtheaters wird ebenfalls in einer Ausstellung seinen Niederschlag finden.

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