Heidenheim Ein Jahr Stadtbibliothek: Ein neuer Ort für Menschen

Das Bild vor einem Jahr: Die Besucher strömen in Massen in die neu eröffnete Stadtbibliothek.
Das Bild vor einem Jahr: Die Besucher strömen in Massen in die neu eröffnete Stadtbibliothek. © Foto: Archiv / Markus Brandhuber
Heidenheim / Karin Fuchs 10.11.2018
Genau vor einem Jahr wurde der Stadtbild prägende Neubau eröffnet. Zeit für eine Bilanz, die erstaunliche Zahlen und Fakten mit sich bringt.

Früher war die Bibliothek zum Studieren, Lesen und Nachschlagen da. Heute ist das anders. Die Bibliothek ist vorwiegend Treffpunkt für Menschen. Als die Heidenheimer Stadtbibliothek vor einem Jahr eröffnet wurde, war das auch ein Ansinnen: einen Ort der Begegnung zu schaffen. Doch haben sich diese Erwartungen auch erfüllt?

Eine Viertelmillion Besucher

Die Antwort darauf liefern unter anderem die Zahlen, die Bibliotheksleiterin Lydia Zebisch zum Einjährigen aufgelistet hat. Seit dem 11. November 2017 wurden eine Viertelmillion Besucher gezählt. (Zum Vergleich: Ins Elmar-Doch-Haus kamen rund 60 000 Besucher.) Nur ein Bruchteil davon kam zum Lesen oder zum Ausleihen. Doch das ist nicht entscheidend, denn dass die Bibliothek ein Treffpunkt aller Generationen werden soll, war schließlich der Leitgedanke, weshalb sich Heidenheim bewusst auf einen neuen Bibliotheksbau eingelassen hat. Und das in Zeiten, in denen auch Bücher immer mehr vom Papier ins Digitale wechseln.

Die neue Lust am Lesen

Dass die neue Bibliothek so ganz anders funktioniert als die alte Bibliothek im Elmar-Doch-Haus und auch eine neue Lust aufs Lesen ausgelöst hat, zeigt die Statistik ebenso. Ein Indiz ist die Zahl der aktiven Nutzer, also diejenigen, die nicht nur einen Leseausweis besitzen, sondern innerhalb eines Jahres auch mindestens ein Medium ausgeliehen haben. Diese Zahl hat sich in der neuen Bibliothek (auch mit den fehlenden zwei Monaten November und Dezember) auf 8500 verdoppelt.

Viele wollen eine Lizenz zum Lesen haben

Noch deutlicher ist die Sprache bei den neuen Bibliotheksnutzern. Davon gab es im Elmar-Doch-Haus jährlich weniger als 1000. In der neuen Bibliothek wollten viel mehr Menschen dabei sein. Es einen regelrechten Ansturm. Bis Ende Oktober wurden genau 3883 neue Leseausweise ausgestellt, also viermal so viele. Das wiederum hat zur Folge, dass auch die Ausleihzahlen neue Rekordhöhen erreichen, wobei es freilich nicht nur viel mehr Nutzer, sondern auch viel mehr Bücher und andere Medien gibt. Rund ein Drittel mehr Ausleihen gingen in den ersten zehn Monaten des Jahres schon über den Tisch. In Zahlen: Bis Ende Oktober waren das 219 000 Medien. Zum Vergleich: Rund 160 000 waren es zuletzt im Elmar-Doch-Haus.

Am meisten ausgeliehen wurde im Juni

Der ausleihstärkste Monat war übrigens nicht der mit den meisten Besuchern, sondern der Januar und der März. Mit abstand die meisten Besucher kamen im Eröffnungsmonat. Da hat das automatische Zählsystem zwischen 11. und 30. November exakt 29.999 Besucher gezählt. Im Dezember kamen dann noch 22.0000. Ansonsten war der besucherstärkste Monat im Jahr 2018 der Juni mit rund 22.700.

Freilich zählen da auch die Menschen dazu, die sich bei Führungen das interessante Gebäude zeigen lassen. Während im Elmar-Doch-haus meist nur Führungen für Kindergärten, Schulen Deutschlerner angefragt worden seien, so Bibliotheksleiterin Lydia Zebisch, gibt es in der neuen Bibliothek darüber hinaus auch starkes Interesse von Architekten, Fachplanern, Fotografen, Vereinen, Hochbauämtern oder Firmen.

Im Kostenplan

Die Baukosten für die Stadtbibliothek wurden fast auf den Euro genau eingehalten, was bei Bauwerken dieser Größenordnung nicht selbstverständlich ist. Die Verwaltung hatte mit einem Budget von 18,5 Millionen Euro kalkuliert. Laut Auskunft von Birgit Baumann, persönliche Referentin des Oberbürgermeisters, liegt zwar noch keine Endabrechnung vor, da noch einige Schlussrechnungen von Handwerkern ausstehen. Doch rechnet die Verwaltung mit Baukosten von 18,4 Millionen Euro, also 100 000 Euro unter der Kalkulation.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel