Theater Ein Blick hinter die Kulissen des Naturtheaters

Heidenheim / Marita Kasischke 29.05.2016
Noch vor den Premieren im Juni wimmelte es im Naturtheater vor Besuchern. Zum Tag der offenen Tür strömten rund 3500 Gäste ins Theaterareal.

Neugierig waren die Besucher auf die kleinen Kostproben aus den Sommerproduktionen. „Pfeiffer mit drei F“ hatte damit ebenso wie die kleine Hexe seinen ersten Auftritt vor Publikum. Dementsprechend groß war der Andrang bei den öffentlichen Proben zur „Feuerzangenbowle“ und der „kleinen Hexe“ und die Besucher bekamen einen Vorgeschmack auf die Abenteuer in Babenberg und auf dem Blocksberg, die ab 12. Juni gezeigt werden.

Für die jungen Besucher hatte die Theaterjugend eine einfallsreiche Spielstraße aufgebaut und eine Hüpfburg lockte obendrein. Die älteren Besucher zog es mehr hinter die Kulissen. Begehrt waren die Führungen, die bei vielen Gästen erstmals einen Eindruck vermittelten, was alles getan werden muss, damit ein Stück über die Bühne gehen kann.

Das Über-die-Bühne-Gehen durften die Besucher auch gleich einmal selbst ausprobieren und wie die Spieler ihren Auftritt über den unterirdischen Gang gestalten. Großen Eindruck machte dabei die Bauten auf der rund 2500 Quadratmeter großen Bühne, die heuer das Babenberg der „Feuerzangenbowle“ und den Blocksberg der „kleinen Hexe“ zu vereinen haben.

Bestaunt wurden Perücken und falsche Nasen und Ohren in der Maske, wo neben Pippi Langstrumpfs Zöpfen und dem Sams-Schopf viele andere Erinnerungsstücke an vergangene Produktionen bereitlagen und Maskenbildnerin Christine Best über die Arbeit vor, während und nach einer Aufführung berichtete.

Im Kostümverleih war unter anderem „Thusnelda“, das älteste Kostüm im Fundus, ausgestellt, das wohl noch aus dem 19. Jahrhundert stammt. Mitarbeiterin Bärbel Krause stellte sich bereitwillig den Fragen der vielen interessierten Besucher, die sich angesichts der Vielzahl von rund 5000 Kostümen im Verleih stellten. Buchstäblich aus dem Nähkästchen plauderte Karin Valentin in der Schneiderei, in der es allein mit den rund 450 Kostümen im Sommer alle Hände voll zu tun gibt.

Und auf die Technik kommt es an: Jonathan Bass berichtete darüber, wie die Szenen ins rechte Licht gerückt werden, und Andreas Warken vermittelte so manches interessante Detail über die Tontechnik. Die meisten Gäste staunten nicht schlecht über die professionelle Technikausrüstung im Theaterverein.

Wer wollte, konnte sich in einem Kostüm seiner Wahl fotografieren lassen und ansonsten genossen die Besucher das Verweilen im Biergarten vor der Zuschauerhalle, wo vom Weißwurstfrühstück über Gegrilltes und Kaffee und Kuchen bis hin zu „Basbousa“, einem syrischen Grieß-kuchen, für das leibliche Wohl bestens gesorgt war. Für letzteren hatten die syrischen Freunde des Naturtheaters gesorgt.

Musikalisch umrahmt wurde das gesellige Beisammensein durch den Chor des Naturtheaters unter der Leitung von Alex Steinke von der Musikschule Primus und der Vorstand des Vereins, Norbert Pfisterer, gab höchstpersönlich den Mann am Klavier.

Für viele Besucher war es wohl der letzte Blick in den Bereich Schneiderei, Kostüm und Maske, denn dort wird ja nach Ende der Sommerspielzeit umgebaut. Die Kostüm-Abteilung zieht aus und aufs WCM-Areal. So wird man diesen Bereich also beim nächsten Tag der offenen Tür nicht mehr besichtigen können.

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