Heidenheim Education-Abteilung der Opernfestspiele: Profis für Kinder

Theater-Begegnung im Opernzelt: Die Theatergruppe der Eugen-Gaus-Realschule spielte „Menschen, Menschen“.
Theater-Begegnung im Opernzelt: Die Theatergruppe der Eugen-Gaus-Realschule spielte „Menschen, Menschen“. © Foto: Oliver Vogel
Heidenheim / Laura Nerbl 09.07.2018
Im Brenzpark waren eine Woche lang verschiedene Akteure tätig. Es gab Konzerte, Kunstausstellungen, Musikreisen und Theater – alles abgestimmt auf Kinder und Jugendliche.

Ausstellungen, Wandelkonzerte, komponierende Kinder: Die Education-Abteilung der Opernfestspiele Heidenheim hat in einer Veranstaltungswoche im Zelt der Begegnung im Brenzpark unterschiedliche Akteure und Genres zusammengebracht, um Projekte rund um das Thema Zuflucht zu erarbeiten.

Das Ziel war dabei die Aufbereitung von Festspielthemen und ihre Vermittlung an Kinder und Jugendliche unterschiedlichster Herkunft und kultureller Prägung. Den Anfang machte die Musikschule mit einem Workshop, bei dem es „tanzend und trommelnd um die Welt“ ging. Diese Musikreise wurde von Tatjana Schneider am Klavier begleitet und von Michaela Stein geleitet. Als Inspiration für die Musik dienten Tribünen und Bühnenbild der diesjährigen Jungen Oper.

Opernzelt wird zum Kunstzelt

Das Opernzelt wurde zum Kunstzelt, als Kinder und Erwachsene dort eine gemeinsame Kunstausstellung eröffneten. Kulturamtsleiter Matthias Jochner verwies auf den unterschiedlichen Umgang mit dem Phänomen „Zuflucht“. So gingen die Kinder zusammen mit der Bildhauerin und Kinder-und-Kunst-Dozentin Kathrin Vahle-Jochner der Frage nach, wie die Hauptfiguren der Jungen Oper, Moses und Safira, schließlich ihre Abreise aus dem Pharaonenreich angestellt haben könnten. Die Kinder bauten Fahrzeuge und Modelle von Orten, die den Helden unterwegs Schutz gewährt haben könnten.

Der uruguayische Fotograf Ignacio Itturioz dagegen zeigte als Ergebnis eines ausgeklügelten Projekts großformatige Fotografien von Kindern an ihrem Lieblingsplatz, zu Hause oder draußen – Zufluchtsorte eben. Unter Anleitung von Johanna Senoner-Nusser malten die Kinder dann ihre bevorzugten Orte. Nicht zu vergessen der mehrwöchige Bühnenbild-Workshop mit Kathrin Vahle-Jochner, aus dem in diesem Jahr nicht nur teils phantasievoll ausgeklügelte Modelle für die Bühnengestaltung von „Moses€ Entscheidung“, sondern auch der prachtvolle Pharaonenthron auf der Opernbühne im Zelt entstanden ist.

Im Rahmen einer Theaterbegegnung im Zelt tauschten sich die Theater-AGs des Schiller-Gymnasiums, der Eugen-Gaus-Realschule sowie das TINK-Theater Bolheim aus. Jede Gruppe spielte 15 Minuten und erzählte im moderierten Nachgespräch von ihrer Arbeit. Der Abend zeigte die vielfältige Qualität der Heidenheimer Theaterlandschaft: Die inklusive Theatergruppe spielte Ausschnitte ihrer Komödie „Zum Goldenen Tor“, die Eugen-Gaus-Realschule zeigte mit ihrem Stück „Menschen, Menschen”, ein Portrait von Persönlichkeiten des 20.Jahrhunderts – darunter keineswegs nur Vorbilder – und die Theater-AG des Schiller-Gymnasiums präsentierte ihre Schiller-Adaption „Die Räuberinnen”, die im WCM-Gebäude noch bis zum 18.Juli besucht werden kann.

Musik in freier Natur

Mit von der Partie und unentbehrlich: die Ton und Licht AG des Hellenstein-Gymnasiums. Die Schüler von Ralf Müller kennen das Zelt als langjährige Beleuchtungs-Semiprofis der Jungen Oper in- und auswendig. Müller erklärte, welche Wirkungen Licht erzielen kann, immer gefolgt von den eindrucksvollen Demonstrationen seiner Schützlinge. Darüber hinaus gab es ein Wandelkonzert der Musikschule Heidenheim – hierbei zog die Konzertreihe „Sommer im Park“ für einen Abend in das Opernzelt, wo die fortgeschrittenen Schüler der Bläser- und Schlagwerkklassen ihr Können zeigten. Musiker wie Besucher zogen schließlich gemeinsam durch den Brenzpark und genossen die Musik in freier Natur.

Den Abschluss dieser Woche im Zelt der Begegnung machten die Veranstaltungen „ReuTierOH“ in Zusammenarbeit mit der Grundschule Reutenen und „OH Komponieren – Die Entscheidung“, bei der die Kinder selbst komponieren durften.

Musikwerkstatt: OH-Education im Opernzelt

Die Education-Abteilung der Opernfestspiele, auch OH-Musikwerkstatt genannt, kümmert sich vorwiegend um die Vermittlungs- und Nachwuchsarbeit der Opernfestspiele.

In Konzertprojekten arbeiten Profis aus den Bereichen Gesang und Instrumentalmusik mit begabten Nachwuchskünstlern der Region.

Rund um die Festspiele entstehen zudem Kooperationen zwischen Opernfestspielen, Bildungseinrichtungen und Kulturschaffenden aus dem Kreis. Dazu gehören z. B. Workshops, Probenbesuche oder eigene Versuche der Kinder im Komponieren.

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