Heidenheim DRK wartet sehnlich auf Spatenstich der Rettungswache

Das Rote Kreuz ist in vielen abhängig von politischen Entscheidungen: DRK-Präsident Albert Tränkle (Mitte) nutzte den Empfang für Gespräche und Anregungen wie hier mit dem SPD-Landtagsabgeordneten Andreas Stoch (rechts) oder Bürgermeister Rainer Domberg.
Das Rote Kreuz ist in vielen abhängig von politischen Entscheidungen: DRK-Präsident Albert Tränkle (Mitte) nutzte den Empfang für Gespräche und Anregungen wie hier mit dem SPD-Landtagsabgeordneten Andreas Stoch (rechts) oder Bürgermeister Rainer Domberg. © Foto: Christian Thumm
Heidenheim / Karin Fuchs 29.01.2018
Beim Neujahrsempfang betonen die Verantwortlichen die Dringlichkeit, die Rettungswache auf dem Schlossberg zu erweitern. In der Pflege wird vor einem schleichenden Personalrückgang gewarnt.

Rund 220 Gäste kamen gestern zum Neujahrsempfang des DRK-Kreisverbands in die Mergelstetter Sport- und Festhalle, darunter viele politische Entscheidungsträger, die dem DRK weiterhin ihre Unterstützung anboten. Auf diese wird das Rote Kreuz zurückkommen, sei es, um Fehlentwicklungen in der Pflege bekannt zu machen und anzugehen, sei es, die Ausbildung im Rettungsdienst weiter zu forcieren.

Was bewegt das Rote Kreuz im laufenden Jahr? Sowohl DRK-Präsident Albert Tränkle als auch Geschäftsführer Mathias Brodbeck wiesen auf den Neu- und Anbau an der Rettungswache auf dem Schlossberg hin, von dem Skizzen ausgestellt waren.

Spatenstich zu Jahresmitte

Durch die neue Generation von Rettungswagen, sei es jetzt nicht allein in den Personalräumen eng, sondern auch in der Garage, sagte Tränkle. Brodbeck kündigte an, dass spätestens Mitte des Jahres mit dem Bau begonnen werden sollte. „Wir haben im Rettungsdienst eine hervorragende Mannschaft, die bessere Bedingungen verdient hat.“ Bürgermeister Rainer Domberg war guter Dinge, dass dem Baustart bald nichts mehr im Wege stehen wird. Wald sei in Heidenheim zwar ein schwieriges Thema „Doch für das Rote Kreuz opfern wir sogar Bäume.“

Erstmals seit der Fusion zur DRK-Rettungsdient Heidenheim-Ulm gGmbH berichtet deren Geschäftsführer über deren Arbeit, die nach dem langen Weg dorthin gut zu funktionieren scheint. Mit rund 90 Notfallsanitätern seien anders als an anderen Orten derzeit alle Stelle besetzt. 2017 hätten die ersten acht Notfallsanitäter, seit dem Jahr 2014 ein neues Berufsbild, ihre dreijährige Ausbildung abgeschlossen. Darüber hinaus seien 32 Rettungsassistenten weiter geschult worden.

Richter hatte auch die Einsatzzahlen des zurückliegenden Jahres parat: 12 000 Mal rückte in den Kreis Heidenheim der Rettungsdienst aus, 18 000 Mal in Ulm. Notarzteinsätze gab es 3800 im Landkreis Heidenheim, 5200 in Ulm. Krankentransporte wurden 7000 gefahren, in Ulm angesichts der vielen Verlegungen zwischen den Kliniken mit 24 000 um einiges mehr. Zufrieden äußerte sich Richter über die Hilfsfristen. Die Ergebnisse von 2017 lägen zwar noch nicht vor, doch geht Richter davon aus, dass diese abermals gut waren. Im Jahr 2016 sei man an zweiter Stelle nach Stuttgart gelegen. „Das heißt, im Durchschnitt sind wir sechs bis sieben Minuten nach einem Notruf vor Ort.“

Abgeordneter Andreas Stoch lobte dies und sprach damit das Gefühl der Sicherheit an, das die Menschen bräuchten. Doch nicht nur, was eine schnelle Rettung angeht, sondern auch in der Altenpflege. Er äußerte sich zufrieden darüber, dass in der derzeitigen Regierungsbildung der Pflege mehr Gewicht gegeben werde.

Ulrich Herkommer, Geschäftsführer der DRK Heidenheim Pflegedienste gGmbH, lenkte den Blick auf die möglichen Auswirkungen bereits greifender Gesetztesänderungen. In den drei DRK-Heimen im Landkreis seien die nach neuen Pflege-Einordnungen ausgewertet worden, die die Pflegestufen ablösen. Das Ergebnis: 44 Prozent der Bewohner Pflegegrad 2 eingeordnet und bekommen damit weniger Geld und damit auch einen schlechteren Personalschlüssel als früher bei der Pflegestufe eins der Fall war. Dabei ist sich Herkommer sicher, dass diese Personen früher alle in Pflegestufe 1 gewesen wären. Er warnt deshalb davor, dass das Pflegestärkungsgesetz zu einem schleichenden Personalabbau führen könnte.

Unabhängig davon könnte das DRK mittelfristig ein weiteres Pflegeheim in Heidenheim betreiben. Bürgermeister Rainer Domberg sprach die Pläne an, auf dem alten Stadtwerke-Gelände gemeinsam mit den Stadtwerken ein Pflegeheim zu errichten. „Die Stadtverwaltung wird sie dabei unterstützen.“

Den Empfang nutze das DRK für Ehrungen von Bereitschafts- und Fördermitgliedern. Die herausragendste Ehrung war die von Günter Eigner aus der Bereitschaft Giengen, der die Rhrenmedaille des Kreisverbandes verliehen bekam.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel