Zulauf DRK Mergelstetten: Die Mannschaft der Jungen

Seit einiger Zeit auch online mit Infos unterwegs: Die DRK-Bereitschaft Mergelstetten um Bereitschaftsleiter Bernd Nieß und seine Stellvertreterin Nicole Liebenow schafft es ganz gut, auch viele junge Leute für die Arbeit des Roten Kreuzes zu begeistern.
Seit einiger Zeit auch online mit Infos unterwegs: Die DRK-Bereitschaft Mergelstetten um Bereitschaftsleiter Bernd Nieß und seine Stellvertreterin Nicole Liebenow schafft es ganz gut, auch viele junge Leute für die Arbeit des Roten Kreuzes zu begeistern. © Foto: Mathias Ostertag
Mergelstetten / Matthias Ostertag 23.03.2016
Bei der DRK-Bereitschaft Mergelstetten macht man manches anders: Der Altersdurchschnitt der 24 aktiven Mitglieder ist niedriger als woanders, die Einsatzbereitschaft hoch und die Öffentlichkeitsarbeit ist vielfältig.

Freiwilliges Engagement ist in der heutigen Zeit längst keine Selbstverständlichkeit mehr. Gerade unter jungen Menschen haben Vereine und Institutionen einen schweren Stand, Organisationen wie das Deutsche Rote Kreuz (DRK) tun sich meist schwer bei der Mitgliedergewinnung.

Bei der DRK-Bereitschaft Mergelstetten gelingt das – Trend hin, Trend her – trotzdem ganz gut. Eine Mitgliederzahl von 24 mag vielleicht im ersten Moment nicht gerade hoch klingen. Aber wenn sich darunter regelmäßig etliche Freiwillige finden lassen, die Dienst tun bei Spielen des 1. FC Heidenheim oder bei Freiluft-Veranstaltungen des Naturtheaters, dann ist das weitaus weniger ungewöhnlich – zumal die Mehrzahl der Mitglieder schon seit vielen Jahren in der Freiwilligenarbeit tätig ist.

Wenn man so will, steht Bernd Nieß beispielhaft für die junge Mergelstetter Bereitschaft. Im April wird er erst 26 Jahre alt, aber bereits vor 15 Jahren kam er durch das Jugendrotkreuz erstmals mit der ehrenamtlichen Arbeit in Berührung. Und das ist nicht alles: seit 2010 ist Nieß Bereitschaftsleiter, beruflich ist er voll im Rettungsdienst des DRK eingespannt und dann steht er auch noch bereit, wenn die Mergelstetter mit dem jüngst übergebenen Katastrophenschutz-Fahrzeug ausrücken.

Und woran liegt es nun, dass die Bereitschaft besonders unter jungen Leuten Zulauf hat? „Wir versuchen uns in der Öffentlichkeit vielfältig zu präsentieren“, sagt Nicole Liebenow, die mit ihren 46 Jahren so etwas wie eine Spätstarterin beim DRK ist, weil sie selbst erst vor zwei Jahren der Bereitschaft beitrat. Die beiden DRKler sind überzeugt, dass vor allem das inhaltliche Angebot der Gruppenabende die Mitglieder überzeugen kann: „Es kommen auch viele Mitglieder anderer Bereitschaften oder vom Rettungsdienst, weil sie sich manche Themen als Fortbildungen anrechnen lassen können“, erklärt Liebenow. Die Themenpalette reicht etwa von Einweisungen zu Unterkühlungen über gynäkologische Notfälle bis hin zur Flüchtlingsarbeit des DRK am Beispiel Freilassing.

Und dann gibt es da noch den erst vor wenigen Wochen neu gestarteten Facebook-Account der Bereitschaft. Die Zahl der Likes ist zwar noch recht überschaubar, aber das Bemühen, mit Texten und Bildern dem Leser Einblicke in die Bereitschaftsarbeit zu geben, wird schnell offensichtlich. „Vielen ist überhaupt nicht bekannt, was beim Roten Kreuz gemacht wird.“ Vor allem nicht, dass die Bereitschaftsmitglieder keinerlei Entlohnung für ihre Arbeit bekommen. „Wir müssen alles selbst erwirtschaften“, so Nieß.

Auch deshalb sammelt die Bereitschaft über „Unsere Hilfe zählt“, das Spendenportal der HZ, Geld für eine Reanimationspuppe, die bald angeschafft werden soll. An anderer Stelle drückt dagegen der Schuh weiterhin: Für das Katastrophen-Fahrzeug wird noch eine Garage gesucht. In Mergelstetten braucht die Feuerwehr ihre zwei Garagenplätze selber. Die Lösung im Rot-Kreuz-Zentrum auf dem Schlossberg soll nicht von Dauer sein.

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