Im Prozess um den Dreifachmord von Sontheim hat das Landgericht in Ellwangen am Montag das letzte Urteil gesprochen: Der 55-jährige Vater muss lebenslang in Gefängnis. Außerdem wurde eine anschließende Sicherungsverwahrung verhängt. Damit ist nicht absehbar, ob und wann der Mann jemals wieder auf freien Fuß kommt. Das Urteil gegen ihn wegen eines dritten Mordes soll im Januar gefällt werden.

Damit folgt das Gericht der Forderung der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte ebenfalls auf lebenslänglich plädiert. Allerdings gefordert, auf die anschließende Sicherungsverwahrung zu verzichten.

Angeklagte Söhne zu Haftstrafen verurteilt

Bereits vergangene Woche hatte das Gericht die Strafen für die beiden Söhne des Mannes verkündet. Der 33-jährige Sohn wurde wegen Mordes in zwei Fällen zu 15 Jahren verurteilt.

Der zweite, 31 Jahre alte, Sohn wurde wegen Beihilfe zu dem Mord in Sontheim an der Brenz, nahe der Landesgrenze zwischen Baden-Württemberg und Bayern, zu neun Jahren Haft verurteilt.

Die drei Bluttaten wurden 2008, 2014 und 2019 verübt. Die Opfer waren der Schwiegersohn des Hauptangeklagten, ein Lebensgefährte seiner Tochter sowie ein Geschäftsmann.

Sehr detailliert schilderte Gerhard Ilg, Vorsitzender Richter der Schwurgerichtskammer, noch einmal die dem 55-Jährigen zur Last gelegten Taten. Zunächst der Mord am Lebensgefährten der eigenen Tochter im Jahr 2014, dann der 2019 verübte Mord an einem Garagenvermieter, mit dem der Angeklagte laut Ilg bereits seit vielen Jahren ein beinahe freundschaftliches Verhältnis gepflegt hatte. In beiden Fällen, so Ilg, habe der 55-Jährige kühl und berechnend einen Entschluss gefasst: „Der muss weg.“

Aus Sicht der Schwurgerichtskammer waren die 38 Jahre und 59 Jahre alten Opfer arg- und wehrlos. Am Mordmerkmal der Heimtücke gebe es keine Zweifel. „Unterm Strich ragen beide Taten über das hinaus, was wir sonst an Straftaten haben“, betonte Ilg.

Kurz vor der Verkündung der Strafen hatte der Vater am Freitag einen Schwächeanfall erlitten und war in ein Krankenhaus gebracht worden. Es habe Verdacht auf Herzinfarkt bestanden, erklärte ein Verteidiger. Am Montag war er aber wieder verhandlungsfähig.

Laut Anklage waren die Opfer erwürgt oder stranguliert worden. Mindesten zwei Leichen seien mit Kettensägen zerteilt worden, um sie besser „entsorgen“ zu können.

Bei ihren Vernehmungen durch die Polizei sowie vor Gericht gestanden sie die Bluttaten weitgehend. Vor Gericht bekundeten sie Reue.