Heidenheim Die Zukunft unserer Landschaft

Karin Wüllner (links) und Vanessa Liebrich-Krismann sind die Geschäftsführerinnen des Landschaftserhaltungsverbands. Ihnen ist es gelungen, die Fördergelder für den Erhalt der Natur und für Forschungsprojekte innerhalb von fünf Jahren zu verdoppeln.
Karin Wüllner (links) und Vanessa Liebrich-Krismann sind die Geschäftsführerinnen des Landschaftserhaltungsverbands. Ihnen ist es gelungen, die Fördergelder für den Erhalt der Natur und für Forschungsprojekte innerhalb von fünf Jahren zu verdoppeln. © Foto: Markus Brandhuber
Heidenheim / Karin Fuchs 10.10.2018
Was wäre die Ostalb ohne Wälder, Heiden, Felsen und Trockentäler? Dies zu bewahren, daran arbeitet der Landschaftserhaltungsverband (LEV) seit fünf Jahren - durchaus mit sichtbarem Erfolg.

Würde niemand nachhelfen, würde unsere Landschaft so, wie sie heute ist, schon in einigen Jahren nicht mehr existieren. Nicht nur, dass unsere Wacholderheiden ohne Schäferei zuwachsen würden. Auch fortschreitende Bebauung, Eingriffe in die Natur und extensive Landwirtschaft führen dazu, dass gewisse Pflanzen und Tiere ihren Lebensraum verlieren oder verdrängt werden.

Dass dies nicht geschieht, darauf haben die Mitarbeiterinnen des LEV Heidenheim ein Auge: Landschaftsökologin Karin Wüllner und Biologin Vanessa Liebrich-Krismann. Die beiden Expertinnen kümmern sich darum, den Naturschutz und die Landschaftspflege zu fördern. Wie sie das tun? Zum einen durch ihre Arbeit draußen vor Ort in Zusammenarbeit mit vielen Mitstreitern. Zum anderen aber auch durch ihre Mithilfe, Fördermittel und Ausgleichszahlungen für Landschaftspflege zu beantragen und auch zu erhalten.

Fördergelder mehr als verdoppelt

Aus finanzieller Sicht ist ihre Arbeit erfolgreich. Dies zeigt eine Bilanz fünf Jahre nach der Verbandsgründung, die Wüllner und Librich-Krismann gemeinsam mit Landrat Thomas Reinhardt ziehen. Die Zahl der Förderanträge hat zugenommen. Gleichzeitig hat sich dadurch die gesamte Fördersumme mehr als verdoppelt: von 740 000 Euro im Jahr 2013 auf 1,6 Millionen Euro im Jahr 2018. „Jeder Euro fließt direkt in die Landschaftspflege ein“, sagt Landrat Thomas Reinhardt, der die Gründung des Verbands auch heute noch als richtigen Schritt bezeichnet. „Unsere Landschaft ist unser Schatz, den wir zu pflegen haben.“

Was wird gefördert?

Ein Hauptaugenmerk liegt im Landkreis auf der Schäferei. Denn ohne Förderung wären die Schäfereibetriebe in der Existenz gefährdet, so Landrat Thomas Reinhardt. „Gleichzeitig sind es jedoch gerade die Schäfer, die für den Erhalt der Heideflächen unverzichtbar sind.“ Ein Großteil der Fördermittel, rund 1,1 Millionen Euro, macht der Vertragsnaturschutz aus. Das heißt: Die Schäfer erhalten Zuschüsse und müssen als Gegenleistung die Heiden beweiden, ein bis dreimal pro Jahr. Wenn im nächsten Jahr der Vertrag ausläuft, dann wird es auch Aufgabe des LEV sein, die Anpassungen neu auszuhandeln.

Wildbienen und Bodenbrüter

In den vergangenen fünf Jahren hat der LEV viele Investitionen unterstützt. Entstanden sind zum Beispiel neue Schafställe in Söhnstetten und Gerstetten, ein Ziegenstall in Sontbergen und aktuell baut die Stadt Heidenheim einen Schaf- und Ziegenstall in Mergelstetten südlich des Schwenk-Werks. Weil nicht alle Flächen für Schafbeweidung geeignet sind, hat der LEV neue Beweidungsformen geschaffen. Kleine Pflegetrupps aus Schafen, Ziegen und Rindern kümmern sich um abgelegene oder steile Flächen. „Die Tiere sind die besten und günstigsten Landschaftspfleger“, sagt Karin Wüllner.

Landschaftspflege hat aber auch mit Artenvielfalt zu tun. Der LEV startete deshalb im vorigen Jahr im Donauried das so genannte Grauammer-Projekt. Um Bodenbrüter zu schützen, werden dabei spätere Mahdtermine oder das Anlegen von Blühbrachen gefördert. Von Letzteren profitieren auch die Wildbienen. Um diese geht es bei einem Forschungsprojekt, bei dem Wildbienenstandorte im Steinheimer Hirschtal und in Eselsburg beobachtet werden.

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