Heidenheim / Andreas Uitz Angesichts der Hochkonjunktur liegen die Preise der Bauunternehmen ganz erheblich über den Kostenschätzungen.

Die Konjunktur boomt, der Zinssatz ist nach wie vor äußerst niedrig und viele Menschen wollen bauen. Das hat natürlich massive Auswirkungen auf die Baubranche, die voll ausgelastet ist. Nicht selten kommt es zu Verzögerungen auch bei Bauarbeiten, die die öffentliche Hand vergibt. Das liegt auch daran, dass viele Betriebe im Bau- und Baunebengewerbe an ihrer Kapazitätsgrenze arbeiten oder diese schon überschritten haben.

Die riesige Nachfrage sorgt auch dafür, dass die Preise ordentlich angestiegen sind. Das wurde in der jüngsten Gemeinderatssitzung am Donnerstag deutlich. Zum Beispiel an der Vergabe für die Bauarbeiten in den ersten beiden Bauabschnitten in der Bergstraße. Die beiden Abschnitte wurden gemeinsam ausgeschrieben, weil man bei der Stadtverwaltung erwartet hatte, dadurch einen günstigeren Preis erzielen zu können.

Erheblich über der Kostenschätzung

Vom städtischen Geschäftsbereich Straßenbau wurde ein Kostenvoranschlag für die Bauarbeiten ermittelt, der bei 1,119 Millionen Euro liegt. Auf die öffentliche Ausschreibung hatten nur zwei Bieter ein Angebot abgegeben, das günstigste lag bei 1,374 Millionen Euro, also 23 Prozent über dem veranschlagten Preis. Zu diesem Preis wurde der Auftrag auch an die Firma Scharpf Tiefbau vergeben.

Auch auf die Ausschreibung für Umbau und Sanierung des Fischerwegs in Schnaitheim gingen lediglich zwei Angebote ein. Das günstigste, das auch den Zuschlag erhielt, kam von der Firma Leonhard Weiss und lag bei 2,449 Millionen Euro. Auch dieser Preis lag mit 18 Prozent deutlich über der städtischen Kostenschätzung von 2,075 Millionen Euro.

Mit höheren Preisen kalkuliert

Bei beiden Bauprojekten hatten die städtischen Planer schon einen Aufschlag in Höhe von zwei Prozent gegenüber den Preisen des vergangenen Jahres einkalkuliert. Die Preisexplosion hängt dem Leiter des städtischen Geschäftsbereichs Tiefbau Gerhard Horlacher zufolge einerseits mit der guten Auslastung der Tiefbauunternehmen zusammen, andererseits aber auch mit einer starken Erhöhung der Preise bei den Erdaushub-Deponien.

OB Bernhard Ilg erklärte, dass in der Verwaltung darüber nachgedacht wird, im kommenden Jahr ein reduziertes Tiefbauprogramm zu fahren, um den angespannten Preisen entgegenzuwirken.