Standesamt Die Heidenheimer trauen sich: Mehr Ehen und mehr Kinder

Eine von 229 Trauungen im vergangenen Jahr: Im Dezember gaben sich Julia und Markus Raith vor dem Standesbeamten Tobias Feldmeyer das Ja-Wort.
Eine von 229 Trauungen im vergangenen Jahr: Im Dezember gaben sich Julia und Markus Raith vor dem Standesbeamten Tobias Feldmeyer das Ja-Wort. © Foto: Markus Brandhuber
Heidenheim / Erwin Bachmann 02.01.2018
Aber nicht nur die Zahl der Eheschließungen steigt: Nach langer Zeit rappelt sich dank vieler neuer Schlossberg-Babys auch die Geburtenrate wieder auf.

Ein wichtiger Teil der Heidenheimer Standesamt-Statistik hat 2017 die Kurve gekriegt. Erstmals seit langem ist die Zahl der im Personenstandsregister eingetragenen Geburten wieder über die magische 1000er-Marke geklettert, was zumindest Optimisten darauf hoffen lässt, dass damit eine Trendumkehr verbunden ist.

Im Jahre 2011 markierten 786 Geburten einen Minusrekord, der zuletzt nur 1950 mit damals 770 Entbindungen unterboten worden war. Den auch aus heutiger Sicht noch traumhaft anmutenden Höchststand hatte die Heidenheimer Statistik 1990 mit 1438 beurkundeten Geburten erreicht.

1013 neue Erdenbürger

2017 also immerhin wieder vierstellig: Mehr als 960 der bis zum 27. Dezember vom örtlichen Standesamt registrierten 1013 neuen Erdenbürger sind Schlossberg-Babys, was den Schluss zulässt, dass die im Klinikum Heidenheim unternommenen Anstrengungen, die Geburtshilfe für werdende Mütter wieder attraktiver zu machen, auf fruchtbaren Boden fallen.

Als weiteren Grund für die positive Entwicklung nennt Heidenheims Standesbeamter Tobias Feldmeyer den – nicht zuletzt durch Zuwanderung jüngerer Menschen bedingten – Bevölkerungszuwachs, mit dem eben auch die Geburtenrate beflügelt wird.

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Den 1013 Geburten des vergangenen Jahres stehen 954 Todesfälle gegenüber. Der demographischen Entwicklung folgend, ist auch diese Zahl gestiegen – um rund 50 gegenüber dem Vorjahr und um mehr als 80 im Vergleich zum Jahre 2014. Knapp 500 der 2017 im Sterberegister aufgelisteten Personen waren in Heidenheim wohnhaft; alle anderen kamen von auswärts, wovon ein Großteil die letzten Tages ihres Lebens im Klinikum verbracht hatte.

Mehr Ehen in Heidenheim

Die Zahl der im Standesamt vollzogenen Eheschließungen ist um 15 auf 230 angestiegen. Eine Trauung muss man abziehen, denn sie war kurzfristig abgesagt worden, was nach Bekunden von Tobias Feldmeyer immer wieder mal vorkommt. „Lieber vorher als hinterher,“ so der Chef des Standesamtes, der es denn auch schon umgekehrt erlebt hat: als im Vorjahr an einem Montag ein Paar erschien und quasi auf dem kleinen Dienstweg um die Annullierung des freitags zuvor geschlossenen Bundes bat – vergeblich, versteht sich.

Sich zu trauen, hat unterschiedliche Gründe, ist aber offensichtlich keine Frage des Alters. Die jüngste Braut war 18, die älteste 65, und der älteste Bräutigam gab mit strammen 69 Jahren sein Ja-Wort. Der größte Altersunterschied bei den Paaren lag bei 30 Jahren. In der Statistik tauchen auch zwei Eintragungen gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften auf, und darüber hinaus hat der Heidenheimer Standesbeamte zum erstenmal eine gleichgeschlechtliche Ehe nach neuem Recht geschlossen.

Weniger Scheidungen

Wobei nicht alles hält, was man sich im in Hochgefühl der Zweisamkeit alles verspricht: 159 Paare haben sich 2017 scheiden lassen, 17 weniger als im Jahr zuvor. Demgegenüber waren und sind sich andere Ehejubilare bis ins hohe Alter treu. 130 Paare begingen die goldene Hochzeit, 71 weitere nach 60 Jahren die diamantene, 23 die eiserne – und zwei haben 70 gemeinsame Jahre hinter sich, konnten also die Gnadenhochzeit feiern.

Bleibt am Ende des statistischen Ausflugs der Blick auf insgesamt 196 Kirchenaustritte. 87 der ihrer Amtskirche abschwörenden Gläubigen verließen die katholische, 109 die evangelische Kirche. Dieser Rückzugsbewegung stehen 13 Kircheneintritte gegenüber, von denen am meisten die protestantische Seite profitiert hat.

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