Heidenheim Streetfood-Festival: Heidenheimer Händler sind sauer auf die Stadt

Die Foodtrucks, die im Mai im Rahmen der Musiknacht anrollten, sorgten in der Innenstadt für viele Besucher
Die Foodtrucks, die im Mai im Rahmen der Musiknacht anrollten, sorgten in der Innenstadt für viele Besucher © Foto: Archiv/Christian Thumm
Heidenheim / Andreas Uitz 23.08.2018
Der Heidenheimer Handelsverein HDH beschwert sich bei der Stadt, weil sie ein dreitägiges Streetfood-Festival auf dem Festplatz genehmigt hat. Die Verwaltung sieht sich im Recht.

Der Ärger ist groß bei den Heidenheimer Einzelhändlern. Das macht Christoph Weichert, Mitglied im Vorstand des Dienstleisungs- und Handelsvereins HDH, mehr als deutlich: Dass die Stadtverwaltung das dreitägige Streetfood-Festival Ende September auf dem Festplatz beim Brenzpark genehmigt hat (wir berichteten) ist für ihn absolut unverständlich.

Der Hintergrund ist offensichtlich: In diesem Jahr hat der HDH zum zweiten Mal eine Veranstaltung organisiert, bei der zahlreiche der derzeit sehr modernen Foodtrucks auffuhren, um ihre Spezialitäten anzubieten – in der Fußgängerzone. „Wir Händler versuchen, den Menschen hier in der Innenstadt attraktive Veranstaltungen zu bieten, um die Stadt zu beleben. Eine ähnliche Veranstaltung auf dem Festplatz konterkariert diese Bemühungen“, gibt sich Weichert empört.

Erstmals bei der Einkaufsnacht

Und in der Tat war das zweite Foodtruck-Event, das am Tag der Musiknacht stattfand, ein voller Erfolg. Rund ein Dutzend der rollenden Küchen hatten sich hier aufgebaut und der Andrang war erstaunlich. Ein Jahr zuvor hatte der HDH das erste Mal eine solche Veranstaltung organisiert, im Rahmen einer langen Einkaufsnacht.

„Foodtrucks sind keine Erfindung des HDH, aber wir haben sie zum ersten Mal nach Heidenheimer geholt und das Ganze organisiert“, sagt Weichert. Wenn jetzt zusätzlich ähnliche Veranstaltungen stattfänden, verlaufe sich das irgendwann. „Wenn es etwas Besonderes so häufig gibt, geht keiner mehr hin“, so das HDH-Vorstandsmitglied. „Dann müssen wir uns wieder was neues ausdenken, und wenig später springt jemand anderes auf und will damit Geld verdienen.“

Wie es dazu kam, dass das Streetfood-Festival auf dem Festplatz genehmigt wurde, kann Weichert nicht verstehen. „Da gab es wohl keine Absprache innerhalb der Stadtverwaltung, weil jeder für was anderes zuständig zu sein scheint.“ Dabei müsste es seiner Ansicht nach auch im Interesse der Verwaltung liegen, die Innenstadt zu beleben anstatt die Menschen vor die Tore der Stadt auf den Festplatz zu locken. Für die Händler und deren Bemühungen jedenfalls sei das Streetfood-Festival, bei dem auch Bands auftreten sollen, kontraproduktiv.

Aus Sicht der Verwaltung kann man den Missmut teilweise verstehen, doch nach Aussage das städtischen Pressesprechers kann dem Rathaus kein Vorwurf gemacht werden. „Der aus Günzburg stammende Veranstalter Urbanmotion GmbH hat bei der Stadt nach der Pacht einer Teilfläche auf dem Großen Festplatz für Foodtrucks gefragt“, heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme. Der Mietvertrag für die drei Tage sei abgeschlossen.

Stadt hat geprüft

Wie der städtische Pressesprecher Wolfgang Heinecker weiter erklärt, habe man bei der Verwaltung geprüft, ob in der Innenstadt an diesem Wochenende eine konkurrierende Veranstaltung stattfindet. Das sei nicht der Fall. Vielmehr organisiere die Stadt mit Partner zu diesem Zeitpunkt die Messe „Make Ostwürttemberg“ (wir berichteten).

„An der Summe der vielen Events quer durchs ganze Jahr kann man das Bestreben der Stadt erkennen, Menschen nach Heidenheim zu locken“, schreibt Heinecker in der Stellungnahme. Dazu gehöre in diesem Fall eben auch das Foodtruck-Festival auf dem Festplatz. Er sei überzeugt, dass auch dieses Angebot angenommen wird und Menschen nach Heidenheim ziehen wird, erklärt Heinecker. Und das sei das Ziel. Insofern sei die Veranstaltung keine Konkurrenz zu denen des Einzelhandels.

Foodtrucks sind im Trend

Foodtrucks sind zu rollenden Küchen umgebaute Fahrzeuge. Doch mit normalen Imbissbuden auf Rädern haben die meisten wenig gemein. Vielmehr steckt hinter den Trucks eine eigene Kultur, bei der insbesondere auf die Qualität und Vielfalt der Essensangebote großer Wert gelegt wird: je exklusiver, desto interessanter.

Bereits seit Jahren gibt es regelrechte Streetfood-Festivals, bei denen die Veranstalter Foodtrucks mit den unterschiedlichsten Angeboten an einem Ort vereinen, um eine möglichst große Vielfalt darzustellen.

Die meisten Foodtrucks sind auch optisch aufwendig und interessant gestaltet, um sich von der Konkurrenz abzuheben.

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