Heidenheim Die Frau, die Friedrich Voith vom Auswandern abhielt

Adelheid Voith, geborene Hartmann.
Adelheid Voith, geborene Hartmann. © Foto: Archiv
Heidenheim / Doris Eckle-Heinle 21.11.2018
Heute vor 150 Jahren starb Adelheid Voith. Sie gilt als die Frau, die Friedrich Voith vom Auswandern abhielt.

Das Jahr 1866 war für die Firma Voith ein besonderes. Denn Friedrich Voith stellte zu diesem Zeitpunkt einen Antrag um Entlassung aus dem „württembergischen Staatsverbande“, um nach „Nordamerika auszuwandern“. In der „Bürgerrechts Verzichtsurkunde“ wurde Voith bezeugt, dass seiner Auswanderung nach Amerika „kein Hinderniß im Wege stehe.“

Das änderte sich erst als er Adelheid Hartmann vorgestellt wurde. Sie war eine Heidenheimer Enkelin des Industriepioniers Kommerzienrat Ludwig von Hartmann, Begründer des heutigen weltweiten Hartmann-Konzerns.

Adelheid Clara Sofie Hartmann war nicht nur eine heiratsfähige Tochter aus sehr gutem Hause, zufällig befanden sich auch viele Hartmann-Grundstücke in direkter Voith-Nachbarschaft. Das war für das 19. Jahrhundert mit seinen arrangierten Hochzeiten eine ideale Kombination.

Ein Jugendfreund der Brüder Adelheids schrieb in seinen Erinnerungen: „Vater Voith hat in der Verlobungsrede bei Hartmanns die Ehre gewürdigt, dass sein Sohn Fritz die liebliche Tochter Adelheid zur Gattin bekomme.“ Der Verlobte von Adelheid Hartmann, Friedrich Voith, wanderte nun nicht aus. Er arrangierte sich durch eine Art „Generationenvertrag“ mit seinem Vater, so dass er klare Verhältnisse schuf und am 1. Januar 1867 Chef der Firma Voith wurde.

Friedrich Voith und Adelheid Hartmann wurden am 13. Juni 1867 in Heidenheim vermählt. Voith wurde durch die Heirat Mitglied der damaligen „Gesellschaft“ mit Beziehungen zur Württembergischen Regierung.

Am 24. März 1868 erblickte Carl Matthäus Friedrich Voith das Licht der Welt. Der Junge starb aber bereits am 5. April 1868. Von der Geburt erholte sich die Mutter nur schlecht. Am 20. November 1868 starb sie im 22. Lebensjahr. Ihr Grab besteht nicht mehr und auch keine Zeile auf dem Totenberg erinnert an sie und ihren Sohn.

Friedrich Voith trauerte lange Zeit über den Tod seiner Frau und heiratete erst am 4. Mai 1871 Helene Margarethe Crusius. Dass seine erste Ehe auch eine Liebesheirat war, konnte man daran erkennen, dass er der ersten Tochter aus seiner zweiten Ehe den Namen Adelheid gab.

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