Heidenheim Eugen-Jaekle-Platz: Die Baulücke wird geschlossen

Heidenheim / Andreas Uitz 04.02.2019
Nach dem Abriss zweier alter Gebäude am Eugen-Jaekle-Platz im vergangenen Jahr beginnt kommenden Montag der Neubau. Entstehen soll hier ein mehrstöckiges Haus aus Holz.

Riesig ist sie mit rund 460 Quadratmetern nicht gerade, die Baulücke, die am westlichen Rand des Eugen-Jaekle-Platzes seit Pfingsten vergangenen Jahres mit einem Bauzaun gesichert ist. Und bald wird sie gar nicht mehr vorhanden sein.

Denn an der Stelle, an der über viele Jahre hinweg drei eng aneinandergedrückte kleine Häuser standen, soll ab kommender Woche ein Neubau entstehen, der aus nur einem Gebäude besteht. Innerhalb von nur drei Wochen soll der Bau dem Heidenheimer Architekten Wolfgang Trötsch zufolge stehen, inklusive des Dachs.

Möglich macht das die Holzbauweise. „Das gesamte Gebäude wird aus Holz bestehen, mit Ausnahme von eine paar wenigen Stahlträgern“, erklärt Trötsch, der das Haus nicht nur plant, sondern auch Bauherr ist. Er selbst ist begeistert von dieser noch relativ neuen Bauweise: „Holz aus Baustoff ist sehr umweltfreundlich, stabil und wärmedämmend. Das Haus wird dem Energiestandard KfW 40 plus genügen, weil wir in weite Flächen des Daches eine Photovoltaikanlage integrieren“, erklärt Trötsch. Das gesamte Gebäude besteht aus Massivholz, bis hin zu den Decken und Fenstern sowie der Holzwolledämmung, die Konstruktion wird aus fünffach querverleimten Holzteilen hergestellt.

Optische Akzente

Davon, dass das Haus aus Holz ist, wird später kaum noch etwas zu sehen sein, da es verputzt wird. Lediglich ein ab dem ersten Stockwerk überstehender Teil erhält eine Verkleidung aus Red-Cedar-Holz, das optische Akzente setzen soll.

Gerade bei der Optik wurde darauf geachtet, dass sich der Neubau so gut wie möglich ins Stadtbild einfügt und trotzdem etwas Außergewöhnliches zu bieten hat. So erhält der Bau – im Gegensatz zu vielen Neubauten mit Flachdach – ein Giebeldach. „Von Anfang an war mir auch der städtebauliche Aspekt an dieser exponierten Lage wichtig, es gab viele Abstimmungen mit der Stadtverwaltung“, sagt Trötsch.

In dem dreistöckigen Neubau sollen insgesamt fünf Wohnungen entstehen, dazu Büros und ein gastronomischer Betrieb. Eines der Büros wird Trötsch selbst nutzen. Eine der Wohnungen befindet sich im Erdgeschoss, zwei entstehen im zweiten und nochmal zwei im dritten Stockwerk. Für die Gastronomie stellt sich der Architekt einen Betrieb mit „Front-Cooking“ vor, ein Betreiber ist jedoch noch nicht gefunden. Im Gebäude gibt es auch eine Durchfahrt zum hinteren Teil des Grundstücks, in dem Parkplätze zur Verfügung stehen.

„Für den Baubeginn ist alles vorbereitet, die Fundamente sind gesetzt und alle Anschlüsse vorhanden“, sagt Trötsch. Und auch die Bauteile für das Gebäude seinen größtenteils fertig. Die nämlich werden beim Hersteller vorgefertigt, dann zur Baustelle transportiert und vor Ort aufgebaut. „Das Ganze geht recht schnell, wir rechnen damit, dass in drei Wochen das Dach fertig ist.“

Einige Verzögerungen

Eigentlich war geplant, noch vor dem Wintereinbruch in diesem Stadium zu sein, doch gab es einige Verzögerungen. In erster Linie waren die dem Bauherrn zufolge auf Schwierigkeiten mit der Statik zurückzuführen: „Da wurde sehr viel und immer wieder geprüft.“ Doch inzwischen steht dem Baubeginn nichts mehr im Wege, so dass voraussichtlich heute in einer Woche die ersten Lkw mit Bauteilen anrollen werden.

Wenig Platz

Nur 463 Quadratmeter groß ist die Baulücke am Eugen-Jaekle-Platz, auf der das Holzhaus entstehen wird. Die bebaute Fläche beläuft sich auf lediglich 174 Quadratmeter, hinzu kommt noch eine Garage. Ursprünglich bestand das Areal aus vier Grundstücke, die Architekt Wolfgang Trötsch gekauft und nach dem Abriss der Bebauung zu einem zusammenführt hat.

Die Kosten für den Neubau belaufen sich dem Bauherrn zufolge auf rund eine Million Euro. Nicht eingerechnet sich darin die Kosten für den Grunderwerb und den Abriss der drei früheren Gebäude.

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