Tickets Die „Bowle“ boomt

In Erwartung einer sonnigen Sommerspielzeit: die Bühne des Naturtheaters nach einem Regenguss und zwei Wochen vor der ersten Premiere.
In Erwartung einer sonnigen Sommerspielzeit: die Bühne des Naturtheaters nach einem Regenguss und zwei Wochen vor der ersten Premiere. © Foto: Foto: Markus Brandhuber
Heidenheim / Manfred F. Kubiak 26.05.2016

„Die Feuerzangenbowle“, um genau zu sein. Und sie boomt sogar noch mehr als „La Boheme“. Von „Die kleine Hexe“ ganz zu schweigen übrigens. Und soviel steht fest: Auf dem Schlossberg in Heidenheim boomt die Kultur. Stärker als in den in dieser Beziehung ja ebenfalls keineswegs lauen Jahren zuvor.

Denn gleich beide Heidenheimer Großinstitutionen in Sachen Kultur melden den besten Vorverkauf in ihrer jeweiligen Geschichte. Was etwas heißen will. Immerhin blicken die Opernfestspiele auf über 50 Jahre zurück. Und im Naturtheater kann man gar Geschichten aus bald 100 Jahren erzählen.

In nackten Zahlen ausgedrückt hatten wir vergangene Woche vermeldet, dass die Opernfestspiele nicht nur bereits so gut wie 80 Prozent aller Eintrittskarten für ihr diesjähriges Hauptprodukt, Giacomo Puccinis „La Boheme“ verkauft haben. Für einige andere Veranstaltungen gibt sogar schon überhaupt keine Karten mehr.

Noch übertroffen wird dieser Verkaufsrekord freilich von dem des Naturtheaters. Dort hat man zwei beziehungsweise drei Wochen vor den Premieren des Sommers bereits sagenhafte 93 Prozent aller Karten im Vorverkauf abgesetzt. Und dies wiederum bedeutet, dass über 41 000 der insgesamt 44 000 Eintrittskarten schon nicht mehr zu haben sind. Mal abgesehen davon, dass auch die Musical Night und die Benefizgala mit insgesamt knapp 1300 verkauften Plätzen zu Buche schlagen, machen selbstverständlich die beiden Neuinszenierungen den Kohl fett.

Die Nase vorn hat dabei das Kinderstück „Die kleine Hexe“ (ab 12. Juni) mit bereits 21 900 verkauften Karten. Aber auch das Hauptstück „Die Feuerzangenbowle“ (ab 17. Juni) läuft mit bald 18 000 verkauften Billets sensationell. Und wer weiß: Womöglich wird erstmals in der Geschichte des Naturtheaters eine Spielzeit noch vor der ersten Premiere ausverkauft sein? Der Endspurt im Rennen um Karten dürfte unter diesen Vorzeichen garantiert noch einmal heiß werden.

Von der bisher gezeigten Hitze der Kartenkäufer zeigt man sich übrigens auch im Naturtheater überrascht. „Wir hatten schon damit gerechnet, dass sich der Vorverkauf gut anlassen würde“, sagt der Naturtheater-Vorsitzende Norbert Pfisterer. „Das Ausmaß des Ansturms hat uns dann aber doch überrascht.“

Im Naturtheater, wo man 2019 das 100jährige Bestehen des Vereins feiern wird, herrscht derzeit ohnehin beste Stimmung. Denn auch die Anzahl der Mitglieder beispielsweise erhöht sich beständig und ist nun kurz vor kurz 500 angelangt. „Unter den neuen Mitgliedern sind besonders viele junge Leute“, freut sich Marita Kasischke, die im Beirat des Vereins Sitz und Stimme hat.

Und im Spätsommer, wenn die Spielzeit 2016 zu Ende sein wird, werden die Handwerker im Naturtheater anrücken. Im großen Stil umgebaut wird dann der rechterhand des Bühnenareals liegenden „Verwaltungsteil“ des Naturtheaters, von dem, wie man ihn jetzt kennt, letztendlich nur der Theatersaal bestehen bleiben wird. Neu gestaltet werden nicht nur die Bühne des Saals, sondern die Küche, die Maske, die Duschen, die Schneiderei, die Gaststätte und der Kostümverleih. Letzterer wird für die Zeit der Baumaßnahme, die die Stadt als Grundstücks- und Immobilienbesitzerin und das Naturtheater gemeinsam stemmen, in die WCM und da in die Räume der früheren Tanzschule Wrede ausgelagert. Dort wird im Oktober dann auch das diesjährige Herbststück des Naturtheaters gezeigt werden. Premiere hat „Liebe Jelena Sergejewna“ am 8. Oktober.

Bis dahin allerdings stehen erst einmal auf beiden Seiten des Schlossbergs die heißen Tage an. Und was das Verhältnis zwischen Naturtheater und Opernfestspiele anbelangt, so sieht Norbert Pfisterer dieses übrigens auch auf neue Beine gestellt. „Früher ging es da nicht sonderlich eng zu, im vergangenen Jahr hat sich mit der Schlossbergtafel aber schon ein Umdenken angebahnt.“ Dieses Jahr können die Opernfestspiele erstmals auch di Schneiderei des Naturtheaters nutzen. Norbert Pfisterer: „Ich lege großen Wert auf gute Nachbarschaft.“

Info Am kommenden Sonntag, 29. Mai, findet auf dem Areal des Heidenheimer Naturtheaters in der Zeit von 11 bis 17 Uhr ein Tag der offenen Tür statt.
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