Heidenheim / sga Immer wieder wird Grüngut in der Natur abgeladen. Doch das ist nicht nur illegal, sondern schadet dieser auch.

Oftmals in der Nähe von Parkplätzen am Waldrand findet sich immer wieder Grüngut oder sonstiger Abfall, der dort nichts zu suchen hat. Denn verdorrte Topfpflanzen, Rasenschnitt oder Reisigbündel aus heimischen Gärten oder Wohnzimmern schaden dem Wald, gibt der Kreisabfallwirtschaftsbetrieb in einer Pressemitteilung bekannt. Wer unerlaubterweise Grüngut aus dem eigenen Garten in angrenzenden Waldrändern ablagert, verfälscht dessen natürliche Artenzusammensetzung. So kommt etwa ein Kirschlorbeer in der natürlichen Waldflora nicht vor.

Die Vorstellung, dass der Wald mit dem zusätzlichen Grüngut gut gedüngt wird, sei schlichtweg irrig, heißt weiter. Das Gegenteil sei der Fall: Gerade eine Überdüngung schadet etwa bestimmten Pilzen, wie dem Mykorrhizapilz, die eine Symbiose mit den Baumwurzeln eingehen, und somit letztlich den Bäumen selbst. Ganz abgesehen davon, dass dort, wo Grüngut illegal entsorgt wird, oft noch mehr hingeworfen wird. Somit entsteht eine Art unzulässige Kompostieranlage, die weder am Waldrand noch im Wald etwas zu suchen hat. Die Folge: Die Hemmschwelle sinkt, sodass sogar Hausmüll, Sperrmüll oder Sondermüll dazu gekippt werden.

Tätern droht ein Bußgeld

Für den Kreisabfallwirtschaftsbetrieb ist das mehr als ein Ärgernis. Abgesehen davon, dass Pflanzen eben nicht gleich Pflanzen sind, ist es auch eine Ordnungswidrigkeit, Rasen-, Hecken-, Baum- und Strauchschnitt kurzerhand auf diese Weise zu entsorgen. Wer auf frischer Tat ertappt oder wem ein solches Ablagern nachgewiesen wird, muss mit einem Bußgeld rechnen.

Selbst wer nur einen Eimer voller Grünabfall in den Wald wirft, begeht kein Kavaliersdelikt, sondern eine Ordnungswidrigkeit. Bei größeren Mengen erdrücken diese Gartenabfälle dann auch Pflanzen und Tiere des Waldbodens. Ebenso können Baumwurzeln darunter ersticken. Verrotten größere Haufen an Gartenabfällen, führt dies zu einem stärkeren Nährstoffeintrag. Dann verdrängen etwa Brennnessel und Giersch, die solche nährstoffreichen Böden bevorzugen, Wald- und Wiesenpflanzen.

Auch an den Uferstreifen von Bächen und Flüssen wie Egau, Hürbe, Lone oder Brenz hat Grünabfall nichts zu suchen. „Sprechen Sie diese Personen einfach darauf an, dass ihr Tun falsch ist und sie der Natur nicht nützen, sondern schaden“, appelliert der Kreisabfallwirtschaftsbetrieb. sga