Heidenheim / Günter Trittner  Uhr
Die Müllmenge im Landkreis ist 2018 gewachsen. Dennoch wird der Landkreis seinen guten sechsten Platz unter den städtischen Landkreisen beim Hausmüll halten können.

Wer an einer Welt ohne Abfall arbeitet, hat noch eine schwere Aufgabe vor sich. Diese ist 2018 nicht geringer geworden, wenn man den Landkreis Heidenheim in den Blick nimmt. Die rund 130 000 Einwohner haben im vergangenen Jahr 107 000 Tonnen Abfall auf die Müllwaagen gestemmt – 12 500 Tonnen mehr als im Vorjahr.

Bauschutt bringt die Masse

Nun ist Abfall nicht gleich Abfall. Der Müll hat viele Gesichter. In dieser Masse finden sich 40 Tonnen kritische Problemstoffe, welche in speziellen Verbrennungsanlagen unschädlich gemacht werden müssen, ebenso wie 34 720 Tonnen Bauaushub, die deponiert werden, oder 187 Tonnen Monitore und Fernseher, deren Innenleben zum Teil recycelt werden kann. Die starke Baukonjunktur war denn auch ein Faktor, der für ein Anwachsen der Abfälle gesorgt hat, der andere ist die Zunahme der Einwohnerzahl im Landkreis.

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Behandelt wurde die Entwicklung unlängst im Ausschuss für Abfallwirtschaft des Kreistags. Erster Landesbeamter Peter Polta hob hervor, dass, was den Haus- und Sperrmüll angeht, der Landkreis mit 101,8 Kilogramm landesweit den sechstbesten Platz unter den städtischen Kreisen wird halten können. „Das ist gut zu hören.“ Markus Kraus der Leiter des Abfallwirtschaftsbetriebs, wertete diese Position auch Ergebnis des „gewissenhaften Trennens des Mülls“ in der Bevölkerung.

Auf die wachsende Bevölkerung führte Kraus im Wesentlichen das Plus von 100 Tonnen beim Restmüll zurück. 12 125 Tonnen davon entsorgten die Bürger im vergangenen Jahr in den 56 000 grauen Tonnen. Wer nur auf das Gewicht achtet, wird bemerken, dass vor zehn Jahren 900 Tonnen weniger angefallen waren. Der Restmüll wird in Ulm gegen Gebühr thermisch verwertet. Auch der Sperrmüll ließe sich hier verbrennen. 1360 Tonnen kamen letztes Jahr zusammen. Seit 2011 bereits sortiert der Abfallwirtschaftsbetrieb aus diesem Haufen aber das Altholz aus, das noch stofflich verarbeitet werden kann.

Dürre im Sommer: deshalb weniger Gartenabfälle

Die Gartenabfälle waren im vergangenen Jahr stark rückläufig. Sie gingen von 9634 auf 8840 Tonnen im Jahresvergleich 2017/2018 zurück. Zur Erklärung verwies Kraus auf die lange Trockenheit im vergangenen Sommer.

Die Bioabfälle, welche in den braunen Tonnen landeten, haben dafür um 154 auf 6960 Tonnen zugenommen.

Wenig Schwankungen gibt es generell beim Gelben Sack. Um die 4000 Tonnen Verpackungsabfälle werden im Schnitt jährlich aus dem Landkreis in diesen Hüllen eingesammelt. Vergangenes Jahr waren es 4190 Tonnen. Gewogen wird in jedem Fall vor der Sortierung, die im Landkreis die Firma Hörger übernimmt.

Weniger Altpapier kommt zusammen

Bei Papier und Kartonagen liegt die Achse bei 11 000 Tonnen, um die sich die Sammelergebnisse drehen. 10 579 Tonnen waren es vergangenes Jahr. Dieser Wert ist zwar kein Ausreißer, aber doch der niedrigste in den vergangenen zehn Jahren. Erstmal fiel der Wert pro Kopf mit 79,8 Kilo unter die 80-Kilo-Marke. Im Jahr 2011 waren es schon mal 91,1 Kilogramm gewesen. SPD-Kreisrat Walter Macher wies darauf hin, dass sich immer mehr Kartonagen im Altpapier fänden. Das bereite den sammelnden Vereine zunehmend Probleme. Auf seine Bitte hin wird sich der Ausschuss bei seiner nächsten Sitzung intensiv mit dieser Entwicklung befassen.

Die großen Vermehrer des Müllbergs im Landkreis waren vergangenes Jahr der Bodenaushub (plus 7000 Tonnen) und der Bauschutt samt Abbruchmaterial. Mit 10 731 Tonnen wurde die doppelte Menge wie im Vorjahr auf der Deponie Maierhalde angeliefert. Zwei große Bauvorhaben sind für die Zunahme bei Bodenaushub und Bauschutt ursächlich.

1136 Tonnen Elektroschrott

Zu den Wertstoffen, welche der Abfallwirtschaftsbetrieb einsammelt, gehören neben dem Altpapier das Altglas, Metalle, Fette, Textilien und Kunststoffe. Und Elektro- und Elektronikgeräte. Letztgenannte brachten es vergangenes Jahr auf ein Gewicht von 1136 Tonnen. Allein die entsorgten Kühlgeräte wogen 202 Tonnen. Zudem war bei 381 Tonnen Handys, Fernsehern und Konsolen der Aus-Knopf ein letztes Mal gedrückt worden.

Mehr Müll nimmt den Weg nach Ulm

Seit 2011 steigt die Müllmenge stetig, welche in den zwei Öfen der Ulmer Müllverbrennung verwertet werden. Vergangenes Jahr gab es sogar einen erheblichen Sprung nach oben: von 22231 auf 23402 Tonnen. 2011 hatte man noch 18032 Tonnen in der Anlage des Zweckverbands TAD angedient. Unter diese Müllmenge, die nach Ulm gefahren wird, summieren sich im Wesentlichen der Restmüll aus den Haushalten, Abfälle aus der Selbstanliegerung im Entsorgungszentrum, Sperrmüll und die Siebreste aus der Kompostierung.