Heidenheim Klang des Schmetterlings: Schüler nahmen Song auf

„Schmetterling“: Heidenheimer Heckental-Schüler haben ihren eigenen Pop-Song aufgenommen, mit dem sie demnächst auch in Stuttgart auftreten werden.
„Schmetterling“: Heidenheimer Heckental-Schüler haben ihren eigenen Pop-Song aufgenommen, mit dem sie demnächst auch in Stuttgart auftreten werden. © Foto: Christian Thumm
Heidenheim / Manuela Wolf 13.09.2018
Was freut Jugendliche, was macht ihnen Kummer? Schüler aus dem Schulverbund Heckental haben ihre Gedanken und Gefühle in einen Song verpackt.

Texten, komponieren, ein Solo singen, Instrumente einspielen, Musikvideo drehen: Das ist ein ziemlich straffes Programm für drei Tage. „Aber es ist machbar. Ich bin sehr beeindruckt, wie intensiv und kritisch die Jugendlichen an ihrem Lied gearbeitet haben“, sagt die Gmünder Musikpädagogin Bärbel Schmid.

Im Rahmen der Projektwoche vor Beginn der Sommerferien und mit Unterstützung der Caritas-Kinderstiftung „Knalltüte“ ist im Schulverbund Heckental ein moderner Pop-Song entstanden, chorisch-mehrstimmig mit Klavierbegleitung oder rhythmuslastig mit Schlagzeug, Synthesizer, Keyboard und Gitarre.

Die Musiklehrer Hendrik Plachtzik und Li Schnitzer waren zur Unterstützung mit dabei, die Schulband, das Vokalensemble. Der Start war chaotisch. Wie beginnen? Und vor allem mit was? Elf Jugendliche machten sich Gedanken zu einem kleinen Fragebogen, den Bärbel Schmid zur Einstimmung mitgebracht hatte. „Ich fühle mich mies, wenn ?“, stand da beispielsweise geschrieben.

Und auch wenn mancher Befragte Bezug auf die Fußball-Weltmeisterschaft nahm, so zeichneten die Antworten doch ein Abbild der Gedanken- und Gefühlswelt typischer Teenies. Bärbel Schmid: „Es waren viele Dinge vertreten, die wir Erwachsenen uns auch ausdenken würden. Ich habe mir viel Zeit genommen und einfach nur zugehört, was die Jugendlichen zu erzählen hatten.“

Auftritt in der Staatsgalerie

Warum will jemand nicht nach Hause? Warum geht jemand ungern zur Schule? Anschließend suchten die jungen Musiker nach einer Metapher für diese Zeit des Erwachsenwerdens, die ja auch eine Zeit der Verwandlung ist. Sie gaben ihrem Song den Namen „Schmetterling“. Viel diskutiert wurde in den folgenden Stunden über Formulierungen, über Tonfolgen und Zielsetzung des Liedes. Als Gitarristin, Komponistin, Sängerin und Pädagogin konnte Bärbel Schmid die gesamte Bandbreite ihres Wissens und Könnens einbringen. Aber sie war nicht die einzige Expertin vor Ort. Ein teilnehmender Schüler ist ein Naturtalent, was Instrumente angeht, „er hätte den Song auch alleine einspielen können.“

Vor den Sommerferien schon hatte „Schmetterling“ intern Premiere vor der gesamten Schüler- und Lehrerschaft. Für Herbst ist ein weiterer großer Auftritt geplant. Zum Tag der Kinderrechte stehen die Heidenheimer Schüler am 20. November stellvertretend für die ostwürttembergische Kinderstiftung „Knalltüte“ in der Staatsgalerie Stuttgart auf der Bühne.

Insgesamt sind bei dieser Veranstaltung neun Treuhandstiftungen vertreten, die unter dem Dach der Caritas-Stiftung „Lebenswerk Zukunft“ organisiert sind. Vernissage, Theaterstück, Musik, Gemaltes: Das tagesfüllende Programm setzt sich auf vielfältige Art und Weise mit Kinderarmut auseinander.

Anita Knauß von „Knalltüte“: „Wir hatten die Vorgabe, über die Kunst einen Zugang zu diesem Thema zu finden. Das ließ viel Spielraum und bot die Möglichkeit zur Partizipation für zahlreiche Schüler, die sich mit ihren Projekten stark machen konnten für benachteiligte Kinder, Jugendliche und deren Familien. Ziel ist zu zeigen, dass es dieses Thema auch bei uns im reichen Ländle gibt.“

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