Nachfrage Der Kindertagespflege gehen die Tagesmütter aus

Rund 250 Kinder werden derzeit im Landkreis von Tagespflegepersonen betreut. Stefanie Bürger ist eine davon, sie ist seit fünfeinhalb Jahren Tagesmutter.
Rund 250 Kinder werden derzeit im Landkreis von Tagespflegepersonen betreut. Stefanie Bürger ist eine davon, sie ist seit fünfeinhalb Jahren Tagesmutter. © Foto: Markus Brandhuber
Heidenheim / Karin Fuchs 22.03.2016
Der Kindertagespflege fehlt es an Tagesmüttern. Erstmals in der Geschichte des Vereins musste eine Qualifizierungskurs abgesagt werden mangels Teilnehmer. Dabei ist die Nachfrage vonseiten der Eltern nach Kinderbetreuung konstant groß.

Stefanie Bürger ist seit fünfeinhalb Jahren Tagesmutter in Heidenheim. Sie ist eine von derzeit rund 180 Tagespflegepersonen, die der Verein Kindertagespflege Landkreis Heidenheim, vormals bekannt unter dem Namen Tagesmütterverein, in der Kartei führt. Dem gegenüber stehen 250 Kinder, die auf diesem Weg betreut werden.

Das müsste reichen, sollte man meinen. Doch allein auf die Statistik ist Situation kein Verlass. Denn die Praxis sieht derzeit ganz anders aus, sagt Karin Keller, Geschäftsführerin der Kindertagespflege, Weil Angebot und Nachfrage nicht zusammen passen und zudem keine neue Tagesmütter nachkommen, kann der Verein Anfragen von Eltern nach Betreuung nicht erfüllen. 72 Eltern führt Bürger zum Jahreende 2015 als „nicht vermittelt“ in der Statistik. Das heißt jedoch nicht, dass alle auf Tagesmütter warten. „Viele fahren auch zweigleisig und melden ihr Kind bei uns in der Krippe an.“ Dennoch sind darunter auch Anfragen, die der Verein schlicht nicht erfüllen konnte. „Wir haben einige Eltern in der Warteschleife hängen, die hoffen, dass neue Betreuungspersonen hinzu kommen“, sagt Stefanie Quick, die zusammen mit Sandra Hirner für die Beratung und Vermittlung der Eltern zuständig ist. Das habe es in dem Ausmaß wie momentan noch nie gegeben.

Grund ist, dass Angebot und Nachfrage oftmals nicht zusammen passen. Manche Tagesmütter können Betreuung nur zu bestimmten Zeiten anbieten, für die es wiederum keine Nachfrage gibt. Hinzu kommt, dass die Wohnorte nicht zusammen passen. Enpässe gebe es im gesamten Landkreis: „Außer in Dettingen, da könnten wir tolle Angebote machen.“ Und nicht zuletzt hat auch die Nachfrage leicht zugenommen vor allem für die Kinder unter drei Jahren. „Wir können einer Tagesmutter nicht zu viele U3-Kinder geben“, sagt Karin Keller und verweist auf den pädagogischen Anspruch der Kindertagespflege.

Was tun? Der Verein versucht im Moment verstärkt in Kindergärten und anderen Einrichtungen zu werben. Erstmals in der Geschichte des Vereins musste ein Kurs zur Einstiegsqualifizierung abgesagt werden, weil die notwendigen sechs Teilnehmer nicht zusammen gekommen waren. Für den 22. April ist der nächst Kurs angesetzt, doch auch da ist die Nachfrage gering. „Wenn wir wieder absagen müssten, wäre das eine Katastrophe.“ Denn dann würde die Liste der Tagespflegeeltern weiter schrumpfen. Bislang hielten sich Neuzugänge und Abgänge mit rund 40 an der Zahl die Waage, doch in diesem Jahr ist noch keine neue Tagesmutter hinzu gekommen.

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