Heidenheim Draufgeblickt (15): Der Brenzpark - von der Brache zum Besuchermagnet

Heidenheim / Kathrin Schuler 16.08.2018
Von einer leerstehenden Fläche zum kulturellen Zentrum der Stadt: Im Zuge der Landesgartenschau gewann Heidenheim mit dem Brenzpark einen neuen Veranstaltungsort.

Der Brenzpark in Heidenheim hat sich als eine Art kulturelles Zentrum unter freiem Himmel in der Stadt mittlerweile etabliert. Vom Campus der Dualen Hochschule erstreckt sich der Park bis zum Marineheim und befindet sich damit zentral inmitten der Stadt.

Jeden Sommer ist der Brenzpark Schauplatz einer Vielzahl kultureller Veranstaltungen und lockt dabei Tausende von Besuchern an. Das war jedoch nicht immer so: Der Brenzpark ist wohl einer der Orte in der Stadt Heidenheim, deren Nutzung sich in den vergangenen Jahren am meisten verändert hat.

In den 90ern nicht viel geboten

Bis Ende der 1990er Jahre waren die rund 24 Hektar unterhalb der Seewiesenbrücke und entlang der Brenz eine weitestgehend leerstehende Industriebrache. Kulturell geboten war dort nicht viel: Alle zwei Jahre fand auf der Wiese, die man heute als die Brenz-Arena kennt, ein traditioneller Schäferlauf statt, bei dem Schäferinnen und Schäfer um die Wette über ein Feld liefen und die Gewinner zu Schäferkönig und -königin gekürt wurden.

Mit der Entscheidung im Jahr 1997, dass 2006 die Landesgartenschau in Heidenheim stattfinden sollte, begann sich die Industriebrache in kürzester Zeit zu wandeln: Schon früh stand fest, dass aus dem Schmuddeleck ein dauerhaft zugänglicher Stadtpark werden sollte.

Der Grundgedanke war damals, die Brenz wieder erlebbar zu machen – weshalb auch das Umlaufgerinne, das den Brenzpark durchläuft, ein Kernstück der damaligen Planungen war. Vorhandene Bebauungspläne für das Gelände entlang der Brenz bis zum Fürsamen wurden entsprechend geändert, die Fläche entsiegelt und entrümpelt, sodass die Bagger anrücken konnten.

Den Brenzpark mit Leben füllen

Dass aus dem Brenzpark eine dauerhaft nutzbare Anlage für die Heidenheimer werden sollte, war nicht nur im Interesse der Stadt, sondern auch der Bürger: Im selben Jahr, in dem die lange geplante Landesgartenschau stattfand, wurde deshalb der Brenzpark-Verein gegründet.

Dessen Mitglieder wollten sich von Beginn an für die dauerhafte Erhaltung des Areals einsetzen und füllen den Park auch heute noch mit Leben: Mit „Sommer im Park“ wurde 2007 eine Veranstaltungsreihe ins Leben gerufen, die Musik, Kleinkunst und mehr im Programm hat.

2018 geht „Sommer im Park“ bereits in die neunte Runde und kann mit einer Vielzahl an Veranstaltungen aufwarten, die Jahr für Jahr tausende Gäste anlocken. Die Veranstaltungen finden bei gutem Wetter auf dem kleinen Festplatz im Brenzpark statt. Wenn die Witterung keine Open-Air-Veranstaltungen zulässt, werden sie in den Pavillon verlegt, der ebenfalls im Zug der Landesgartenschau erbaut wurde und in dem auch immer wieder Ausstellungen stattfinden.

Die „Brenzparkschaffer“, die ebenfalls zum Brenzparkverein gehören, sorgen neben dem kulturellen Angebot dafür, dass auch die Flächen im Park, die von der Stadt nicht bewirtschaftet werden, stets gepflegt und begrünt werden.

Open-Air-Kino, Festival und mehr

Doch nicht nur der Förderverein sorgt dafür, dass kulturell im Brenzpark einiges geboten ist: Nach und nach gesellten sich immer mehr Veranstaltungen dazu.

So beispielsweise das Brenzpark-Festival, das erst vergangenes Wochenende wieder rund 7500 Besucher anzog. Das Festival gab es allerdings schon vor dem eigentlichen Brenzpark: Im Jahr 2001 fand es zum ersten Mal statt – jedoch nicht an derselben Stelle wie heute, sondern dort, wo sich heute der große Parkplatz am Haupteingang in der Nördlinger Straße befindet.

Damals war die Stadt Heidenheim noch der Veranstalter und das Brenzpark-Festival ein finanzieller Reinfall: Das Wetter spielte nicht mit und viel zu wenig Besucher kamen, um sich die Bands anzuhören.

Mit dem Bau der Brenzpark-Arena im Zuge der Vorbereitungen für die Landesgartenschau wurden auf dem ehemaligen Schäferlaufplatz die optimalen Voraussetzungen für Veranstaltungen in dieser Größenordnung geschaffen: Die steinernen Sitzstufen laden zum Platznehmen ein, während auf der großen Grasfläche mehrere tausend Menschen zusammenfinden können. Außerdem gibt es direkt vor Ort ein WC-Häuschen und nur wenige Meter entfernt befindet sich der Kiosk.

Arena als idealer Veranstaltungsort

Die Arena ist nicht nur seit mittlerweile zwölf Jahren der Veranstaltungsort des Brenzpark-Open-Airs, sondern bietet auch anderen kulturellen Highlights eine Bühne: Seit 2012 veranstaltet Ralf-Christian Schweizer, Geschäftsführer des Heidenheimer Capitol und Kino-Centers, dort jährlich ein Open-Air-Kino. Über zehn Tage hinweg gab es diesen Sommer allabendlich einen Film zu sehen, was sich rund 5000 Besucher nicht entgehen lassen wollten.

Man kann also durchaus von einem verwandelten Stadtteil sprechen: Aus der Brache wurde der Brenzpark, eine leerstehende Fläche entwickelte sich in kürzester Zeit zu einem kulturellen Zentrum der Stadt Heidenheim.

Die Besucherzahlen im Brenzpark selbst sowie auch bei den einzelnen Veranstaltungen dort zeigen, dass die Entscheidung, den Brenzpark auch nach der Landesgartenschau dauerhaft zu erhalten, richtig war. Einzig den Schäferlauf gibt es dort seit einigen Jahren nicht mehr – doch dafür eine Vielzahl an anderen Veranstaltungen.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel