Tradition Christbaumloben: Schnaitheimerin Concetta Sicali gewinnt im letzten Moment

Ein Prosit auf die Tanne: Der diesjährige Gewinnerbaum steht in Schnaitheim und gehört Concetta Sicali (links neben dem Baum). Zusammen mit Familie und Freunden wurde nun angestoßen.
Ein Prosit auf die Tanne: Der diesjährige Gewinnerbaum steht in Schnaitheim und gehört Concetta Sicali (links neben dem Baum). Zusammen mit Familie und Freunden wurde nun angestoßen. © Foto: hz
Heidenheim / Catrin Weykopf 11.01.2018
Die Schnaitheimerin Concetta Sicali gewinnt auf den letzte Metern – auch dank viel Unterstützung aus der Gaming-Community.

Im dritten Jahr hatte die Heidenheimer Zeitung zum digitalen Christbaumloben aufgerufen und so viele Teilnehmer wie noch nie zuvor haben in der Zeit zwischen den Jahren Fotos von ihren Christbäumen auf der HZ-Facebookseite hochgeladen: Fast 250 Bilder waren es, als am Dreikönigstag die Entscheidung fiel.

Das Rennen machten am Ende drei Bäume unter sich aus: Der Etagenbaum von Rebekka Sonntag aus Sontheim/Brenz, der Bierkistenbaum von Martin Großkreutz aus Heidenheim und der klassisch geschmückte Baum von Concetta Sicali aus Schnaitheim.

In letzter Minute

Lange lagen Sonntag und Großkreutz vorne, dicht an dicht, doch der Schnaitheimer Baum sollte immer stärker aufzuholen. Und schließlich über Nacht holte er tatsächlich den entscheidenden Vorsprung heraus: Binnen weniger Stunden sammelte Sicali mehr als 100 zusätzliche Likes ein und setzte sich damit an die Spitze. Uneinholbar, wie sich herausstellen sollte. Zwar hat Sicali viele Bekannte und Verwandte – nicht zuletzt in Italien. Doch den Ausschlag für ihren Sieg gaben am Ende viele Unterstützer aus Asien – und der ganzen Welt. „Meine Kinder spielen Online-Games“, sagt Sicali. „Sie haben den Link zu unserem Baum in internationalen Gaming-Chatrooms gepostet und über Nacht waren auf einmal so viele Likes da.“ Gegen den Vorwurf, den ihr andere Nutzer auf Facebook machten, sie habe „Likes“ gekauft, wehrt sie sich: „Das ist Quatsch.“

Überhaupt – Vorwürfe: Schon während des Wettbewerbs, bei dem es sich explizit um einen Spaß-Wettbewerb handelt, waren diesmal seitens zahlreicher Facebook-Kommentatoren Beschwerden laut geworden: Die Bäume von Sonntag und Großkreutz seien gar keine richtigen Christbäume und müssten disqualifiziert werden, hieß es. Das könne man so ja gar nicht ernst nehmen, beschwerten sich andere. Wo bleibe da die Tradition, mahnten wieder andere. Und in der Tat: Es gibt kaum Regeln beim HZ-Christbaumloben. Genau genommen nur eine: Wer die meisten Likes hat, gewinnt, egal ob er im Kegelclub Hilfe fand oder in einem internationalen Gaming-Room.

Und so stieß man am Dienstagabend bei Sicalis in Schnaitheim feierlich mit Schnaps von der HZ auf den Siegerbaum an, der übrigens – ganz umweltbewusst – im Keller überwintert und nächstes Jahr wiederverwendet wird. Er ist nämlich aus Kunststoff.

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