Heidenheim / Marita Kasischke  Uhr
Ein glanzvoller Festabend aus Anlass des 70. Geburtstags von Stefan Doraszelski und zur Feier des zehnjährigen Bestehens der Heidenheimer Stefan-Doraszelski-Stiftung.

Ein 70. Geburtstag ist generell ein besonderes Ereignis. Wenn aber ein besonderer Mensch wie Stefan Doraszelski 70 Jahre alt geworden ist, dann ist das schon ein Ereignis von lokaler Bedeutung. Also hatte das Geburtstagskind in den Lokschuppen eingeladen, und es waren nicht nur Freunde und Wegbegleiter Doraszelskis gekommen, sondern es versammelte sich gewissermaßen tout Heidenheim mit Oberbürgermeister Bernhard Ilg an der Spitze aus diesem Anlass.

Und auch die Stefan-Dorszelski-Stiftung hatte Grund zu feiern: Zehn Jahre gibt es sie nun. Aus diesem Anlass waren dann auch all diejenigen vertreten, die in den Genuss von Ausschüttungen aus der Stiftung gekommen sind und noch kommen sollen.

Persönliche Verbundenheit

Und das wiederum hieß, dass sich fast alle Kulturschaffenden der Stadt zur Feierlichkeit ein Stelldichein gaben: Marcus Bosch, Leiter der Opernfestspiele, war ebenso da wie Norbert Pfisterer, Vorsitzender des Naturtheaters, Inge Grein-Feil und Siggi Feil von „Freunde schaffen Freude“, Gitarrist und Veranstalter Siggi Schwarz, Pianist Georg Michael Grau und der gesamte Neue Kammerchor. Alle hatten mit ihren Glückwünschen für die beiden Jubilare und dem Dank für die bisherigen Zuwendungen auch Erinnerungen parat, die die persönliche Verbundenheit zu Stefan Doraszelski und Ehefrau Heidi, ja sogar Dackel Bodo zum Ausdruck brachten.

Freilich beließen es die Kulturträger nicht nur bei Reden: Alle hatten als Geschenk Kostproben ihrer Arbeit mitgebracht – das bunte Programm für das Geburtstagsfest war damit gesichert, und die Gäste erlebten das, was eben auch Stefan Doraszelski mit seiner Stiftung zum Blühen bringt.

Inge Grein-Feil und Siggi Feil bestritten den Auftakt mit einer russischen Grußbotschaft. Der Kammerchor, den das frühere Mitglied Michael Benning für den verhinderten Thomas Kammel leitete, glänzte mit makellosem Vortrag von „Stay with me“ und „This is me“ und gab seinem Geburtstagswunsch „May the Lord bless you“ musikalisch einwandfrei Ausdruck.

Das Naturtheater zeigte Auszüge aus seiner erfolgreichen Jubiläumsproduktion zum 100. Geburtstag „Du bist in Ordnung, Charlie Brown“, und das jugendliche Ensemble unter der Leitung von Oliver von Fürich begeisterte mit seiner frischen, lebenden Tanz- und Singdarbietung.

Siggi Schwarz hatte nicht nur seine Gitarre dabei, sondern auch einen Freund, und zwar keinen geringeren als Chris Thompson, den früheren Sänger von „Manfred Mann’s Earth Band“, der die Hits „For you“ und „You’re the voice“ sang. Zwar schwächelte seine Stimme ein wenig an diesem Abend, aber das tat der Freude der Geburtstagsgäste über diesen Weltstar keinen Abbruch.

Mozart und Chopin

Die Opernfestspiele zeigten ihr Spektrum von Oper über Operette bis Musical mit Sopranistin Michaela Maria Meyer, am Flügel begleitet von Marcus Bosch: Sie sang die Arie der Gräfin aus „Die Hochzeit des Figaro“, „Du sollst der Kaiser meiner Seele sein“ aus der Operette „Der Favorit“ von Robert Stolz und „I could have danced all night“ aus dem Musical „My fair Lady“ – und da hätte auch das Publikum schon fast vor Glück getanzt, so strahlend schön war ihr Vortrag.

Den Abschluss des von Wolfgang Heinecker heiter moderierten Programms bildete Georg Michael Grau mit Chopin am Flügel. Und wenn er sich gedacht hätte, es mit diesem einen Vortrag bewenden lassen zu können, so hatte er sich getäuscht: Nachhaltig forderte das hingerissene Publikum mehr von diesem großartigen Virtuosen, der sich denn auch bei aller Bescheidenheit nicht lumpen ließ.

Künftig 100 000 Euro

Der stimmungsvolle Abend im Lokschuppen wurde nicht nur mit einem köstlichen Festmenü abgerundet, sondern mit einer großartigen Botschaft für alle, die zum Programm beigetragen hatten: Künftig wird die Stefan-Doraszelski-Stiftung die stolze Summe von 100 000 Euro ausschütten.