Heidenheim Überwachung der Handydaten startet im November

Jedes Handy sendet Daten, sobald die W-Lan-Funktion aktiviert ist.
Jedes Handy sendet Daten, sobald die W-Lan-Funktion aktiviert ist. © Foto: Sabrina Balzer
Heidenheim / Karin Fuchs 13.09.2018
Die Stadt Heidenheim im Rahmen von „Smart City“ vier Monate lang die Bewegungen von Passanten aufzeichnen mit Hilfe von Handyortung.

Mit Verspätung startet die Testphase für die Smart City (wörtliche übersetzt: intelligente Stadt) in Heidenheim. Der Grund sind technische Hindernisse bei den Funkmodulen, sagt Stadt-Pressesprecher Wolfgang Heinecker. Diese werden benötigt, um die digitalen Geräte wie Smartphones oder Tablets orten zu können. Genutzt wird das örtliche W-Lan-Netz, das für den Test mit zusätzlichen Sendern ausgestattet werden muss.

Angebracht sind diese Sender in der Regel an Lichtmasten. Doch wie die Fachleute jetzt erst festgestellt haben, muss zuvor eine technische Prüfung der Standsicherheit erfolgen. Das geschieht laut Heinecker zum Beispiel auch, wenn Schilder an Masten angebracht werden.

© Foto: HZ-Grafik

Der Gemeinderat hatte bereits im Juli der viermonatigen Testphase zugestimmt. Damals war als Startzeitpunkt noch September geplant. Nun wird es November.

Diese Datensammlung wurde von einigen durchaus kritisch gesehen mit dem Hinweis auf eine mögliche Überwachung. Tatsächlich werden die Adresse der smarten Geräte getrackt und kann einem Gerät zugeordnet werden .Allerdings handelt es sich dabei weder um persönliche, noch unverschlüsselte Daten, wie der Pressesprecher versichert. Ausgewertet werden die Daten von der Firma Fujitsu Technology Solutions.

Nutzen für die Stadtplanung?

Die Idee hinter der Datensammlung ist, die Bewegungen der Menschen in der Stadt zu verstehen. Da gibt es Fragen: Welches sind die meistgenutzten Wege zu welchen Zeiten? Werden die Schulhöfe auch außerhalb der Schulzeiten aufgesucht? Wie stark ist der Passantenstrom auf der Fußgängerzone, wie stark auf der Achse zwischen Grabenstraße und Rewe? Genutzt werden können solche Erkenntnisse für die künftige Stadtplanung.

Wie es nach dem Test weiter geht, darüber ist noch nicht entschieden. Das hängt von den Ergebnissen ab. „Wir wollen sehen, ob es uns einen Mehrwert bringt. Wenn nicht, lassen wir es wieder“, so die Einschätzung von Oberbürgermeister Ilg damals.

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