Dunstelkingen Brücken in alle Welt: Clemens Pappe ist begeistert von Mexiko

Dunstelkingen / HZ 28.12.2018
Eigentlich ist Clemens Pappe ein richtiger Härtsfelder, er stammt aus Dunstelkingen. Doch sein Job bei Audi bringt ihn nun für zwei Jahre nach Mexiko.

¡Buenas tardes! ¡Buenos días! ¡Hola a todos!

Während der Weihnachtsfeiertage habe ich immer mit Freude in der HZ-Sonderbeilage die tollen und spannenden Geschichten von Auswanderen aus dem Landkreis Heidenheim gelesen. Nun schreibe ich selbst einen Bericht über meinen Auslandsaufenthalt in einem der vielfältigsten Länder der Welt. Bevor ich über meine Zeit in México (in spanischer Schreibweise) berichte, möchte ich mich aber kurz vorstellen. Ich komme aus dem beschaulichen Dunstelkingen (Teilort der Gemeinde Dischingen) und habe in und um Heidenheim einen Großteil meines Lebens verbracht.

Nachdem ich meine allgemeine Hochschulreife im Jahr 2008 am Technischen Gymnasium erfolgreich abgeschlossen hatte, begann ich an der Dualen Hochschule Heidenheim Maschinenbau zu studieren. Im Anschluss des Studiums begann ich beim größten Arbeitgeber Heidenheims, der Voith GmbH, zu arbeiten. Nach knapp drei Jahren entschloss ich mich zur Audi AG nach Ingolstadt zu wechseln und arbeitete dort bis Mitte 2018 in der Investitionsplanung der Produktion. Trotz der 80 Kilometer Entfernung von Ingolstadt nach Dunstelkingen bestand der Kontakt zur Heimat jedoch weiterhin, da ich zum einen berufsbegleitend bis 2016 an der Graduate School Ostwürttemberg Wirtschaftsingenieurwesen studierte und ich beim Fußballklub FC Härtsfeld weiterhin aktiv war. Zudem wohnen meine Eltern Gertrud und Xaver sowie meine Schwester Nadine mit ihrer Familie in Dunstelkingen – und nicht zu vergessen vieler meiner Freunde.

Dank Audi nach Mexiko

Nun, wie kam mein Auslandsaufenthalt zustande? Die Audi AG hat in Mexiko im Bundesstaat Puebla ein Produktionswerk und dort wird ein neues Fahrzeug in die Produktion implementiert, sodass ich die Gelegenheit bekommen habe, für zwei Jahre dort zu leben und zu arbeiten. Die Stadt Puebla liegt in Zentralmexiko zwischen den vier höchsten Bergen (alle über 4500 Meter) des Landes und auf einer Meereshöhe von 2200 Meter. Aus diesem Grund hat die Region ein eher gemäßigtes Klima. Es gibt zwei Jahreszeiten, die Trockenzeit von Oktober bis April und die Regenzeit von Mai bis September. In der Trockenzeit scheint im Prinzip den ganzen Tag die Sonne, jedoch kann es während der Nacht auch mal 0° Celsius haben, was bei einer Wohnung ohne Heizung nicht gerade angenehm ist.

Und mein erster Eindruck von dem Land? Laut, chaotische Straßenverhältnisse, teilweise etwas schmuddelig. Und zusätzlich war das Wetter die ersten Tage weit entfernt von Sonnenschein und 30°, also ganz anders, als sich viele Deutsche das Wetter in Mexiko eigentlich vorstellen. Jedoch hat sich meine doch sehr oberflächliche Sichtweise schnell geändert. Nach dem Einzug in meine neue Wohnung und den ersten Tagen in der Arbeit, habe ich Schritt für Schritt (Oderwie mein Arbeitskollege Galo auf Spanisch sagt:„paso a paso“), die schönen und bereichernden Seiten des Landes und der Menschen kennen gelernt. Na gut, eigentlich erfahre und erlebe ich immer noch jeden Tag etwas Neues.

Warmherzig und kommunikationsfreudig

Die Mexikaner sind ein sehr warmherziges Volk und extrem kommunikationsfreudig. Durch eine Bekannte habe ich glücklicherweise ein Triathlon-Team gefunden, mit dem ich nun regelmäßig trainiere und nebenbei die mexikanische Lebensweise hautnah erleben kann. Ein Beispiel für die Herzlichkeit der Mexikaner ist die Einladung zum Weihnachtsfest bei zwei Trainingspartnern. Und das, nachdem ich sie erst seit zwei Monaten kenne.

Die Mexikaner sind stolz – auf ihr Land, ihre Traditionen und natürlich ihre Fiestas. Diese Feste sind wie das Lebensgefühl in Mexiko: farbenfroh, außergewöhnlich und laut. Wenn man über Mexiko und seine Kultur erzählt, darf ein Thema nicht vergessen werden: das Essen. Und ja, in Mexiko ist tatsächlich das Essen ein Teil der Kultur. Von Tacos (kleine Maisfladen, mit Fleisch gefüllt), die es an jeder Straßenecke gibt, über Pozole (Eintopf aus Maiskörnern mit Fleisch) bis hin zu einem meiner Lieblingsgerichte: „Chile en Nogada“. Dieses mexikanische Nationalgericht kommt direkt aus Puebla und ist eine grüne Paprika, die mit Hackfleisch, Früchten und Gemüse gefüllt wird, und mit Walnusssoße und Grantapfelkernen garniert ist. Die drei wichtigsten Zutaten repräsentieren die mexikanischen Nationalfarben (grün, weiß, rot) und verleihen diesem Gericht eine besondere nationale Symbolik.

Schon viele Sehenswürdigkeiten besucht

Gibt es in Mexiko neben dem guten Essen auch die wunderschönen, mit Palmen bewachsenen Strände und das schöne Wetter? Ja, die gibt es, nur nicht in Puebla. Sowohl an der Atlantik- als auch der Pazifikküste finden sich weiße Sandstrände mit türkisblauem Meer, die ich schon bereist habe. Zudem hat Mexiko sehr viele Sehenswürdigkeiten zu bieten, wie beispielsweise die Pyramide von Chizén Itzá, das eines der sieben Weltwunder ist, oder die Maya-Ruinen von Tulum. Das Land hat also wirklich tolle Seiten und es gibt wahnsinnig viel zu entdecken, so dass es einem, neben der vielen Arbeit, nicht langweilig wird.

Dieses Jahr werde ich ohne Familie und Freunde das Weihnachtsfest feiern und das in einem der vielfältigsten und schönsten Länder der Welt. Ich wünsche allen Freunden, Bekannten und natürlich meiner Familie ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

¡Nos vemos pronto!

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