Nachruf CDU-Politiker Horst Neugart ist gestorben

Pädagoge, Politiker und Brückenbauer: Horst Neugart ist im Alter von 77 Jahren verstorben.
Pädagoge, Politiker und Brückenbauer: Horst Neugart ist im Alter von 77 Jahren verstorben. © Foto: Archiv/Sabrina Balzer
Heidenheim / Erwin Bachmann 08.06.2017
Im Alter von 77 Jahren ist Horst Neugart gestorben. Er war ein leidenschaftlicher Menschenfreund.

Dass er eigentlich Pfarrer werden wollte, was ihm auch wegen des Krieges verwehrt geblieben war, hat man irgendwie spüren können. Gottes Wort weiterzusagen, war ihm ein Herzensanliegen. Und Gottes Wort lebendig zu machen, war eines der Ziele des von außergewöhnlichem Engagement geprägten Lebens, das Horst Neugart jetzt im Alter von 77 Jahren nach schwerer Krankheit vollendet hat.

Schule, Kirche, Politik, Gesellschaft. Horst Neugart agierte auf vielen Bühnen des Lebens, und auf allen hat er die Begegnung mit Menschen gesucht. Und gefunden: Ganze Schülergenerationen erinnern sich an einen mit Güte und Bedacht, aber auch mit Akribie und Nachdruck agierenden Lehrer, der seit 1964 als kirchlicher Hauptlehrer sowohl an der damaligen Albert-Schweitzer-Realschule als auch an der Westschule, in der Friedrich-Voith-Schule und auch an der Freien Waldorfschule evangelische Religion unterrichtet hat.

Später avancierte er zum Rektor der Adalbert-Stifter-Realschule, wurde geschäftsführender Schulleiter aller Haupt-, Real- und Sonderschulen Heidenheims, arbeitete sodann als Schuldekan der Kirchenbezirke Heidenheim und Geislingen nicht nur an der Ausprägung der örtlichen Schullandschaft mit.

Neugart, der Brückenbauer

Schule und Kirche, auch Kommunalpolitik: All das waren Wirkungsbereiche, in denen sich der Mann mit dem wohltuend sonnigen Gemüt auch und vor allem jenen Zeitgenossen dienstbar gezeigt hat, die sich auf die Schattenseite des Lebens gestellt sehen. Der in Schiltach geborene Heidenheimer gehörte 27 Jahre der Landessynode an, stieg bis zum württembergischen Synodalpräsidenten auf und verlor doch nie die Bodenhaftung.

Sein Einsatz für die früheren Evangelischen Jugendheime hier vor Ort gilt beispielhaft für das Wirken dieses Menschen, der Feingeist war und das Grobe dieser Welt nicht scheute – also zugleich auf Feldern zu ackern pflegte, die im Kontext ihrer Zeit oft nur mit viel Mühe zu bestellen waren. Und weiß Gott, der Kirchenmann war kein Linker, aber allemal glaubwürdig genug, um Ernst genommen zu werden, wenn er etwa von der Landesregierung einen Armuts- und Reichtumsbericht einforderte.

Neugart, der Hoffnungsträger

Diese Rolle übernahm er 37 Jahre lang auch im Gemeinderat und seit 2009 zudem im Kreistag, wo der für Bildungs- und Lebenschancen stehende CDU-Politiker seine Stimme wiederum bevorzugt jenen lieh, denen droht, auf den öffentlichen Bühnen nicht gehört zu werden. Dass dieses kommunalpolitische Sprachrohr nicht laut und schrill war, aber doch sein Echo gefunden hat, hat mit dem Wesen dieser Persönlichkeit zu tun, der auch in einer aus den Fugen geratenden Welt ans Gute glaubte.

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