Heidenheim CDU-Parteivorsitz: So stimmen Gräßle und Kiesewetter ab

Inge Gräße und Roderich Kiesewetter
Inge Gräße und Roderich Kiesewetter © Foto: Archiv
Heidenheim / Karin Fuchs 05.12.2018
Dr. Inge Gräßle und Roderich Kiesewetter stimmen morgen beim CDU-Parteitag für Kramp-Karrenbauer.

Insgesamt 1001 Delegierte entscheiden morgen auf dem Parteitag darüber, wer Angela Merkel an der CDU-Spitze nachfolgt.

Zwei der Delegierten sind Europaabgeordnete Dr. Inge Gräßle für den CDU-Kreisverband Heidenheim und Bundestagsabgeordneter Roderich Kiesewetter, der mit fünf weiteren Delegierten die Ostalbkreis-CDU vertreten wird. Beide Kreisvorsitzenden verraten schon im Vorfeld, dass sie ihre Stimme Annegret Kramp-Karrenbauer geben werden. Und beide legen auch ihre Gründe dar.

Inge Gräßle ist überzeugt, dass Kramp-Karrenbauer besser für die Einigkeit innerhalb der Union und dem Zusammenspiel von Bundeskanzlerin und Partei ist. „Das ist meine größte Sorge: Dass Schlagzeilen wie „Wer hat das Sagen in der Union“ und „Richtungskämpfe“ uns begleiten werden“, schreibt sie.

„Mit Friedrich Merz bekämen wir eine große und anhaltende Debatte über Interessenkonflikte und befürchtete Einflüsse der Finanzindustrie. Wir haben es in jedem Fall mit einer Gratwanderung im Parteivorsitz zu tun: Ich bin mir sicher, dass Annegret Kramp-Karrenbauer dies besser leisten kann und wird und habe mich für sie positioniert.“

Diskussion in der Kreis-CDU

Gräßle hat sich im Vorfeld bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung mit CDU-Mitgliedern im Landkreis ausgetauscht. Viele hätten sich eindeutig für Kramp-Karrenbauer ausgesprochen. Als Gründe wurden genannt „ihre Kompetenz und Regierungserfahrung als Ministerpräsidentin, ihr Einsatz für die Partei als Generalsekretärin, ihr christlich-soziale Seite, ihr Einvernehmen mit der Kanzlerin und die größeren Chancen, Frauen weiter an die Union zu binden und koalitionsfähig zu rot und grün zu sein.“

Viele hätten sich aber auch eindeutig für Merz positioniert wegen seiner Kompetenz in Wirtschaftsfragen, Erfahrung im Finanzbereich und seinem konservativen Profil. Für Jens Spahn habe sich lediglich ein Mitglied ausgesprochen.

Kiesewetter: Mögliche Kanzlerkandidatur

Roderich Kiesewetter meint, dass der Bundesvorsitz allen drei Kandidaten zuzutrauen wäre. Dennoch hat er entschieden. „Ich persönlich werde werde für AKK stimmen, da sie für mich die Interessen der unterschiedlichen Parteiströmungen und Landesverbände am besten ausgleicht. Sie steht für einen Kurs der politischen Mitte und würde bei einer möglichen Kanzlerkandidatur 2021 breite Wählerschichten, insbesondere auch Frauen ansprechen.“ Wichtig werde aber sein, dass die Gewinnerin oder der Gewinner anschließend Rückhalt von der gesamten Partei bekommen werde, so sein Appell.

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