Heidenheim Britta Fünfstück wird neue Hartmann-Vorstandschefin

Britta Fünfstück
Britta Fünfstück © Foto: Hartmann-Gruppe.
Heidenheim / Thomas Zeller 10.10.2018
Die neue Hartmann-Chefin kommt aus Österreich und wird schon am 1. November im Unternehmen starten.

Zum ersten Mal in der 200-jährigen Firmengeschichte wird eine Frau die Leitung der Hartmann Gruppe übernehmen. Wie das Unternehmen am Mittwoch in Heidenheim mitteilte wird Britta Fünfstück zum 1. November in den Vorstand eintreten und den Vorsitz des Gremiums zum 1. Januar 2019 übernehmen. Sie folgt auf Andreas Joehle, der Hartmann aus privaten Gründen verlässt.

Noch bei der Aktionärsversammlung vor zwei Jahren war der geringe Anteil von null Prozent Frauen im Hartmann-Vorstand hinterfragt worden. Der Aufsichtsratsvorsitzende Fritz-Jürgen Heckmann hatte damals erklärt, dass das Unternehmen nicht bereit sei eine Frau nur einer Quote willen einzustellen. „Wir suchen jemanden, der passt.“ Allerdings habe man schon damals bei der Suche nach einem Vorstandsmitglied deutlich gemacht, dass eine Frau willkommen sei.

Vorher bei Unternehmen für Spezialchemie

Mit Britta Fünfstück scheint Hartmann nun fündig geworden zu sein. Sie wechselt von Clariant, einem Unternehmen für Spezialchemie zu Hartmann. Dort ist sie Mitglied des Executive Committee und für den Geschäftsbereich Plastics & Coatings sowie mehrere zentrale Konzernbereiche zuständig.

Die Österreicherin absolvierte nach einer wirtschaftlichen Ausbildung ein Masterstudium in Technischer Physik an der Johannes-Kepler-Universität Linz, das sie 1998 mit Auszeichnung abschloss.

1998 begann Fünfstück ihre Laufbahn als Beraterin bei der Boston Consulting Group. Zwischen 2000 und 2009 hatte sie verschiedene Marketing- und Vertriebspositionen bei Siemens Healthcare in Deutschland und den USA inne und war als Direktorin für Strategie, Planung und Mergers & Acquisitions tätig. Im Juli 2009 übernahm sie im Alter von 36 Jahren als Chief Executive Officer die Geschäftsleitung der 2500 Personen starken Geschäftseinheit Siemens Molecular Imaging in den USA. Im Jahr 2013 wurde sie von Siemens zum Chief Executive Officer der Division Clinical Products nach Erlangen (Deutschland) berufen und war zudem Mitglied des Executive Committee von Siemens Healthcare.

„Es ist für mich eine Ehre, die Leitung von Hartmann zu übernehmen. Die Firma ist sehr gut aufgestellt, um künftig eine noch stärkere Rolle in diesem Markt zu spielen. Ich bin davon überzeugt, dass wir gemeinsam viel bewegen können“, so Fünfstück.

Während der fast sechsjährigen Amtszeit von Andreas Joehle ist das Unternehmen 2017 auf einen Jahresumsatz von rund zwei Milliarden Euro gewachsen. Ende vergangenen Jahres waren 10764 Mitarbeiter bei Hartmann beschäftigt. Zu den Schwerpunkten Joehles gehörte es, die Internationalisierung des Geschäftes voranzutreiben. So fallen in seine Amtszeit beispielsweise die Eröffnung von neuen Niederlassungen in Südamerika und Asien, sowie die Übernahme der portugiesischen Lindor-Gruppe von Procter & Gamble.


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