Verkehr Brenzbahn: Neue Züge mit kostenlosem W-Lan ab Dezember

Mit Neigung zum schnelleren Fahren: Eine neue Zug-Generation soll ab Dezember auch auf der Brenzbahn verkehren.
Mit Neigung zum schnelleren Fahren: Eine neue Zug-Generation soll ab Dezember auch auf der Brenzbahn verkehren.
Heidenheim / Andreas Uitz 07.03.2016
Im Dezember soll sich das Angebot für Fahrgäste auf der Brenzbahn deutlich verbessern. Einerseits soll dies durch neue Neigetechnik-Züge, andererseits durch eine Verbesserung des Taktverkehrs geschehen. Dann wird es auch kostenloses W-Lan in den Zügen geben.

Noch stehen die Triebwagen, die die marode Flotte auf der Brenzbahn ersetzen sollen, in Ulm auf dem Abstellgleis. Eigentlich sollten die Dieseltriebwagen der Baureihe 644 schon seit Dezember zwischen Ulm und Aalen unterwegs sein, doch noch immer gibt es Verzögerungen. Mit den Zügen, die bisher im Kölner Raum eingesetzt waren, sollten die permanent unter Rost und technischen Schwierigkeiten leidenden Züge der Baureihe 611 und 650 ersetzt werden.

Sieben dieser „Talent“-Modelle des Herstellers Bombardier stehen schon seit Monaten in Ulm und warten auf eine Freigabe des Eisenbahn-Bundesamtes, die notwendig ist, weil die Züge erheblich umgebaut wurden.

Zustand soll sich ab Dezember erheblich bessern

Wann die neuen Triebwagen eingesetzt werden, ist noch offen, doch fest steht, dass sie nur für eine Übergangszeit benötigt werden und dass sich der Zustand auf der Brenzbahn spätestens im Dezember ganz erheblich verbessern soll. Verkehrsminister Winfried Hermann hat Ende der vergangenen Woche den Zuschlag für die Beschaffung neuer Züge an eine Tochter der DB Regio AG erteilt.

Dabei handle es sich um Neigetechnikzüge der neuen Baureihe 612, die umfassend modernisiert werden, heißt es in einer Pressemitteilung des Verkehrsministeriums. Die Neigetechnik ermöglicht, dass die Züge auch in engen Kurvenradien schnell fahren können, indem sich der Zug in die Kurve legt. Derzeit fahren die eingesetzten Züge mit ausgeschalteter Neigetechnik, was die Fahrten erheblich verlangsamt.

„Wichtig ist vor allem, dass jeder Triebwagen künftig bis zu 18 Fahrräder mitnehmen kann und mobilitätseingeschränkte Reisende mit einem Hublift einsteigen können“, so Verkehrsminister Winfried Hermann. Sowohl außen als auch innen sollen die Züge mit neuem Design ausgestattet werden, darüber hinaus verfügen sie über kostenloses W-Lan. „Damit sind die Wagen der Brenzbahn mit ihrer Ausstattung endlich auf der Höhe der Zeit und das Bahnfahren gewinnt an Attraktivität“, kommentiert der Grünen-Landtagskandidat des Wahlkreises Heidenheim, Martin Grath.

Expresszüge im Zweistundentakt

Mit den neuen Zügen, die auf insgesamt fünf Strecken im ganzen Land, darunter auf der Brenzbahn, eingesetzt werden, soll sich auch der Taktverkehr verbessern. So ist geplant, dass künftig zwischen 8 und 22 Uhr alle zwei Stunden Expresszüge (IRE) in beide Richtungen zwischen Aalen und Ulm verkehren. Im derzeitigen Fahrplan fährt der letzte IRE um 19 Uhr in Aalen und bereits um 18 Uhr in Ulm ab. Das bedeutet, dass von Montag bis Freitag ein zusätzlicher Zug eingesetzt wird um die Lücke in den Abendstunden zu schließen. Im Gegensatz zu den Regionalexpress-Zügen (RE), die für die Strecke etwa eineinhalb Stunden benötigen, und stündliche fahren, bewältigen IREs die Strecke eine halbe Stunde schneller.

Zusätzliche Züge auch am Wochenende

Am Wochenende gibt es weitere Lücken bei den IRE-Verbindungen die geschlossen werden sollen. So verkehren samstags und sonntags den Planungen zufolge künftig zwei zusätzliche IRE-Züge auf der Brenzbahn zwischen Ulm und Aalen. Die geplante Verbesserung wird von der Grünen-Kreisvorsitzenden Margit Stumpp begrüßt in einer Pressemitteilung begrüßt.

Eine weitere Neuerung betrifft den Frühzug von Aalen nach Ulm: Der Regionalexpress, der morgens um 5.54 Uhr in Aalen abfährt, soll durch den Einsatz der neuen Technik neun Minuten schneller in Ulm sein als bisher. Aktuell werden für diesen Zug noch Dieselloks eingesetzt. „Vor allem Berufspendler werden von der Beschleunigung profitieren“, schreibt Stumpp in ihrer Mitteilung. Gleichzeitig verweist die Grünen-Politikerin aber auch darauf, dass weitere Verbesserungen bei den Verbindungen aufgrund der Eingleisigkeit der Brenzbahn warten müssen bis die Strecke weiter ausgebaut wird.

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