Heidenheim Demo geplant: Mehr als 30 Gruppen gegen AfD-Parteitag in Heidenheim

Protest ist programmiert: Die letzte Demo gegen die AfD in Heidenheim im Herbst 2017.
Protest ist programmiert: Die letzte Demo gegen die AfD in Heidenheim im Herbst 2017. © Foto: Markus Brandhuber/Archiv
Heidenheim / Erwin Bachmann 14.02.2018
Unter der Flagge des DGB wird am 17. März in Heidenheim gegen die AfD protestiert. Grund ist der geplante Landesparteitag im Congres-Centrum.

Noch ist nicht bekannt, was eigentlich auf der Tagesordnung steht, wenn sich am 17. und 18. März im Heidenheimer Congress-Centrum die AfD zu ihrem Landesparteitag trifft. Dagegen weiß man schon heute sehr genau, was draußen vor der Tür, in unmittelbarer Nähe der Tagungsstätte, geplant ist: Protest.

Es soll eine friedliche Demonstration werden

Anführer der Gegenbewegung ist der DGB-Kreisverband Heidenheim, der federführend eine friedliche Demonstration für eine „offene, bunte und solidarische Gesellschaft statt Volksverhetzung und Rassismus“ organisiert. Dabei steht der Gewerkschaftsbund nicht allein, sondern kann sich auf insgesamt 33 weitere aufrufende Organisationen berufen.

Dazu zählen Mitstreiter wie etwa die IG Metall und Verdi, Parteien wie SPD, Linke, DKP und Grüne, Verbände wie beispielsweise die Naturfreunde, der Georg-Elser-Arbeitskreis, die Geschichtswerkstatt Heidenheim und der Humanistische Freidenker-Verband Ostwürttemberg.

Im Widerstand vereint finden sich auch so völlig unterschiedliche Adressen wie die Betriebsseelsorge Ostwürttemberg, das Fanprojekt Heidenheim, das Alevitische Kulturzentrum Heidenheim und die Autonome Gruppe Ulm.

Demonstrationszug vom Konzerthaus zum Schlossberg

Gemeinsam will man sich am Samstag, 17. März, 9 Uhr, vorm Konzerthaus treffen, von wo aus sich ein Demonstrationszug in Bewegung setzen wird. Der Marsch führt durch die Hauptstraße bis zum Eugen-Jaekle-Platz, von dort aus über die Brenzstraße in die Graben-, August-Lösch- und Erchenstraße das Katzental hoch in Richtung Schlossberg.

Auf dem Platz vorm Naturtheater, also in Sichtweite des Kontrahenten, aber durch Polizei abgeriegelt, beginnt dann um 10 Uhr eine Kundgebung. Als Redner haben bislang Tobias Pflüger, stellvertretender Parteivorsitzender der Linken, und André Fricke, Bezirksjugendsekretär des DGB Baden-Württemberg, zugesagt. Angefragt sind der DGB-Landesbezirksvorsitzende Martin Kunzmann und seine Stellvertreterin Gabriele Frenzer-Wolf sowie Vertreter von Amnesty International, der SPD, von IG Metall und Verdi sowie kirchliche Repräsentanten.

Grußworte von Rockmusiker Udo Lindenberg

Eine weitere Anfrage wurde auch an den Rockmusiker Udo Lindenberg adressiert: Er wird zwar nicht persönlich kommen, soll aber nach Wunsch und Willen des DGB-Kreisvorstands ein Grußwort nach Heidenheim schicken.

Doch damit nicht genug. Im Vorfeld der beim städtischen Ordnungsamt angezeigten Demo, zu der laut Anmeldung um die 300 Teilnehmer erwartet werden, findet am Mittwoch, 28. Februar, 19 Uhr, im Gewerkschaftshaus eine Info-Veranstaltung statt. Andrea Schiele, DGB-Gewerkschaftssekretärin aus Stuttgart, nimmt den Rechtspopulismus unter die Lupe und erklärt, „warum wir dagegen demonstrieren“.

Bleibt der Blick auf die Ursache des Protestgeschehens, also die AfD selbst – doch diese Sicht bleibt eingeschränkt: Auf die von der HZ in der vergangenen Woche an den Landesverband gestellte Frage, was die Themen des Parteitags sind, gab es bis dato keine Antwort.