Bereits seit Ende Juni 2019 fliegen die Borkenkäfer in den Wäldern des Landkreises Heidenheim, wie das Landratsamt mitteilt. Forstfachleute im Landkreis und private Waldbesitzer haben den neuen Borkenkäferbefall gemeldet, im Wald seien frisch befallene Fichten entdeckt worden.

Eine alarmierende Nachricht, denn das nur wenige Millimeter kleine Tierchen kann schwere Schäden an den großen Bäumen verursachen - bis hin zur völligen Verwüstung ganzer Waldgebiete.

Borkenkäfer: Warum taucht er im Wald um Heidenheim auf?

Die sonnigen und warmen Ostertage und auch die kurze warme Phase in der Woche vor Pfingsten haben gezeigt, dass 2019 sehr viele Borkenkäfer vorhanden sind: Der bereits aus dem Vorjahr vorhandene große Borkenkäferbestand hat den Winter in großer Menge überlebt. Das bestätigen auch die Erhebungen der Forstlichen Versuchsanstalt in Freiburg für den Landkreis und das Land. Der Borkenkäfer hat es gern warm und trocken: Deshalb profitiert er vom Anstieg der Jahresdurchschnittstemperaturen, sie bieten ihm ideale Bedingungen.

Heidenheim: Welche Borkenkäferarten gibt es im Kreis?

Gemeldet werden vor allem die rindenbrütenden Borkenkäfer „Buchdrucker“ und „Kupferstecher“. Ihre Brut entwickelt sich nach Angaben der Bayerischen Landesanstalt für Forstwirtschaft (LWF) in der Rinde: Die Larven fressen meist quer zur Faserrichtung. Dadurch wird die Bastschicht der Rinde zerstört, der Nährstofftransport wird unterbrochen. Außerdem bringen die Käfer Pilze in die Rinde, die das Absterben einer befallenen Fichte beschleunigen. Laut LWF stirbt jede vom Buchdrucker und/oder Kupferstecher befallene Fichte ab. Ein Käferweibchen kann in sehr trockenen Jahren wie 2003 mehr als 100 000 Nachkommen erzeugen.

Woran erkennt man den Befall durch Borkenkäfer?

Das Landratsamt Heidenheim nennt vier Merkmale für einen Befall:

  • Spuren von braunem Bohrmehl am Fuße des Baumstammes, auf der Rinde, an Spinnweben sowie auf dem Bewuchs am Boden.
  • Fließendes Harz und Harztröpfchen, insbesondere am Kronenansatz.
  • Die Kronen verfärben sich rot, der Baum verliert Nadeln.
  • Die Rinde platzt ab, meist beginnt das unterhalb der Krone, die dabei oftmals noch grün ist.

Welche Schäden kann ein Befall verursachen?

Der Borkenkäfer kann ganze Wälder zerstören. Im Nationalpark Harz etwa gibt es schon länger ein großflächiges Baumsterben. Dort stehen an vielen Hängen großflächig nur noch braune Fichten. Einige Bäume sind bereits komplett kahl und werden beim nächsten Sturm wohl umknicken. Das hat nicht nur fatale Folgen für das Ökosystem und die Waldwirtschaft, sondern auch für den Tourismus.

Was ist zu tun gegen die Käfer?

Die warmen Sommermonate bedeuten für den Borkenkäfer ideale Witterungsbedingungen. Das erfordert dem Landratsamt zufolge von Waldbesitzern höchste Aufmerksamkeit und regelmäßige Kontrolle ihrer Fichtenbestände auf frischen Borkenkäferbefall. Um schwere Schäden zu verhindern, müssten die befallenen Fichten möglichst umgehend eingeschlagen und aus dem Wald gebracht werden, bevor die sich entwickelnden Käfer wieder ausfliegen und weitere Fichten befallen.

Weitere Tipps bieten Informationsbroschüren. Bei Fragen zum Borkenkäfer-Management helfen auch die Unteren Forstbehörden.

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Bad Grönenbach

Informationen rund um den Borkenkäfer


Fragen zum Borkenkäfermanagement beantworten die Revierleitungen oder die Mitarbeitenden der unteren Forstbehörde beim Landratsamt Heidenheim unter Tel. 07321/321-1371.


Das Land Baden-Württemberg unterstützt private und kommunale Waldbesitzer bei der Bewältigung der massiven Gefährdungslage durch Borkenkäfer. Mittel für Maßnahmen des integrierten Waldschutzes nach Schadereignissen können beantragt werden.

Die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft hat ein eigenes Borkenkäferinfoportal eingerichtet mit Fachinformationen zum Buchdrucker und Kupferstecher.