Heidenheim Berufsschulzentrum: Viele Gründe sprechen für Sanierung

An der Sanierung des Berufsschulzentrums im Heckental führt kein Weg vorbei.
An der Sanierung des Berufsschulzentrums im Heckental führt kein Weg vorbei. © Foto: Archiv/Markus Brandhuber
Heidenheim / Günter Trittner 16.12.2018
Wenn es um die Zukunft des 40 Jahre alten Schulkomplexes geht, hält sich die Kreisverwaltung immer noch bedeckt. Ein Neubau ist aber wohl definitiv vom Tisch.

Wie steht es um das Berufsschulzentrum im Heckental? Auf die brennendste Frage, wenn es um die Gebäude des Landkreises geht, gab es wie bei der Sitzung des Ausschusses für Bildung und Soziales vergangene Woche auch bei der Sitzung des Ausschusses für Infrastruktur und Umwelt noch keine abschließende Antwort. Aber es wurden einige Nuancen deutlicher. Landrat Thomas Reinhardt wiederholte im Vorgriff auf die für Frühjahr 2019 vorgesehene Entscheidung des Kreistags nochmal Grundlegendes: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass es zu einem Neubau kommt.“

Keine Standort-Alternative

Dies hat verschiedene Gründe. Zu diesen gehört, dass es aus Sicht der Verwaltung keinen alternativen Standort für ein neues Schulgebäude gibt, dazu gehört, dass die räumliche Nähe aller beruflichen Schulen verloren ginge, dass der Schulbus-System neu geordnet werden müsste und dass völlig unklar ist, auf wie viele Schüler und welche Berufsausbildungen die neue Schule ausgelegt werden müsste.

Und dazu gehört für Kämmerer Roland Fuchs als mit gewichtigster Grund, dass das Land „so gut wie nie“ einen Neubau bezuschusst. Für eine Sanierung sei hingegen eine Förderquote von 40 Prozent üblich. Fuchs plädierte auch deswegen für eine Sanierung des BSZ, weil man mit dieser rasch beginnen und die weiteren Schritte flexibel den Erfordernissen anpassen könne. Als dringend stufte es Fuchs heute schon ein, dem Raumbedarf in den Pflegeberufen Abhilfe zu schaffen. Die Maria-von-Linden-Schule habe derzeit in diesem Bereich eine Überbelegung von 30 Prozent.

Auflösen ließe sich diese durch einen Erweiterungsbau anstelle der nicht mehr benötigten Werkstätten. Eine Planungsrate von 450000 Euro für den Erweiterungsbau ist im Haushaltsplan 2019 vorgesehen. Der Erweiterungsbau macht für Fuchs auch Sinn, weil die Berufschulstufe der Pistoriusschule vom Haintal hierher verlegt werden soll und das Gebäude als Ausweichquartier während der Sanierungsphase dienen kann.

Fördermittel benötigt

Auch für die weiteren von Peter Sinzel, dem Fachmann für Liegenschaften, vorgestellten Bau- und Sanierungsvorhaben, braucht es Fördermittel des Landes, sollen diese 2019 angepackt werden. 1,7 Millionen Euro sind für bauliche Verbesserungen an der Arthur-Hartmann-Schule, der Technischen Schule und der Pistoriusschule vorgesehen. Weitere 360000 Euro sind im Haushalt der Arthur-Hartmann-Schule zugedacht, damit mit der Planung eines Erweiterungsbaus begonnen werden kann. Auf den Rauhbuch soll in drei bis vier Jahren die Grundstufe der Herbrechtinger Pistoriusschule ziehen.

Auch Sinzel warnte vor einem Abbruch des Berufsschulzentrums im Heckental. Auch wenn dieses als Dauerbaustelle in schlechtem Ruf stünde, die Fundamente des 40 Jahre alten Gebäudes seien sehr solide. Ein Abriss würde hier mehrere Monate dauern. Armin Leber (FDP) war seiner grundsätzlichen Zweifel an einer guten Zukunft des Schulzentrums dennoch nicht ledig gegangen. Allein aus energetischen Gesichtspunkte dürfe man so ein Haus heute gar nicht mehr bauen. „Ich bin mir nicht sicher, dass eine endlose Sanierung der richtige Weg ist.“ Landrat Reinhardt bat Leber bis Frühjahr zu warten, wenn die zur Lösung der Kernfrage Sanierung/Neubau eingesetzte Projektgruppe im Kreistag ihr Votum abgebe.

Lage in Unterkünften entspannt

Für die Unterhaltung ihrer Gebäude gibt die Verwaltung 2019 2,7 Millionen Euro aus, für die Gebäudebewirtschaftung 3,2 Millionen und für Mieten und Pachten 1,5 Millionen Euro. Da sind in Summe rund 2,1 Millionen Euro weniger als für 2018 vorgesehen waren. Aber es ist nicht immer das Geld des Landkreises, das hier im Umlauf ist. Besonders bei den Bewirtschaftungskosten wie bei den Mieten schlägt durch, dass der Landkreis viele für die Unterbringung von Flüchtlingen angemietete Räume hat aufgeben können.

Der Aufwand dafür ist letztlich aber vom Land bezahlt worden. Wie Peter Sinzel darlegte, musste entsprechend jede Kündigung eines Mietverhältnisses dem Regierungspräsidium zur Genehmigung vorgelegt werden. Im Bereich der Gemeinschaftsunterkünfte gibt der Landkreis 2019 rund 1,4 Millionen allein für Mieten und Bewirtschaftung weniger aus. „Dass sich die Lage so rasch entspannt, war nicht zu erwarten“, meinte Landrat Thomas Reinhardt, bei dem Anmieten der Liegenschaften sei man von längeren Laufzeiten ausgegangen. Es sei auch nicht immer leicht, sich aus den Mietverträgen zu lösen, meinte Sinzel, „aber wir haben immer ein Ergebnis erreicht.“ Nur noch an drei Standorten, so Erster Landesbeamter Peter Polta, sei heute noch der Landkreis in der Unterbringung von Flüchtlingen engagiert.

Straßenmeisterei wird auf Vordermann gebracht

Die SPD-Fraktion hatte bei den Haushaltsberatungen des Landkreises auf den baulich schlechten Zustand der Straßenmeisterei hingewiesen. Das Gebäude an der Steinheimer Straße befindet sich im Eigentum des Landes und ist vom Landkreis seit 2005 angemietet. Seither, so die Kreisverwaltung, habe das Land nicht mehr substantiell in den Gebäudeunterhalt investiert.

Das soll sich nächstes Jahr ändern. Inzwischen haben Gespräche zwischen der Kreisverwaltung und Vermögen und Bau stattgefunden, dem ein von der Kreisverwaltung verfasster Maßnahmenplan zugrunde liegt. Das Land hat zugesagt, sich um Brandschutz, Dachsanierung und Zugangstor zu kümmern, der Landkreis richtet nächstes Jahr Sanitärräume, Lagerräume und Werkstatt. Es wird mit einem Aufwand von 60 000 Euro gerechnet.

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