Wie der Leuchtenhersteller mit Sitz in München mitteilt, steht der Osram-Konzern bereits seit Dienstag in „konstruktiven Verhandlungen“ mit dem Halbleiterhersteller AMS aus Österreich. Es gehe in den Gesprächen um eine Zusammenschlussvereinbarung (BCA) und weitere Themen. Der Vorstand betont in der Mitteilung erneut, dass der Konzern in den Verhandlungen großen Wert auf angemessene Schutzzusagen lege, insbesondere für die Mitarbeiter des Unternehmens und die wesentlichen Unternehmensteile.

Der Konzern beschäftigt insgesamt rund 24.300 Menschen. Im Werk in Herbrechtingen, wo traditionell die Autolampen im Bereich Halogen, LED und Laser hergestellt werden, haben nach Unternehmensangaben derzeit rund 860 Menschen ihre Arbeitsplätze. Wie es weiter heißt, würden beide Parteien sorgfältig über die Details der Vereinbarung beraten. Sie sei Voraussetzung für eine Übernahme durch AMS. Das gemeinsame Ziel von Osram und dem Kaufinteressenten aus der Steiermark sei, dass AMS sein Angebot während der Laufzeit des aktuellen Übernahmeangebots der Finanzinvestoren Bain Capital und The Carlyle Group starten könne. Das Angebot aus den USA ist bis 5. September 2019 gültig.

Chancen von AMS für Übernahme von Osram steigen

Mit der Aufnahme der Gespräche will Osram auch den Österreichern ein freundliches Übernahmeangebot ermöglichen. Die Chancen von AMS steigen. Die beiden US-Unternehmen bieten 35 Euro je Aktie, die Österreicher wollen das mit 38,50 Euro übertrumpfen.

Während das Angebot aus Amerika, welches bei den Osram-Aktionären auf ein sehr verhaltenes Echo stieß, bereits von der Finanzaufsicht genehmigt ist, steht die Erlaubnis für ein öffentliches Übernahmeangebot von AMS an die Osram-Aktionäre noch aus. Die Bafin hat solche Überprüfungen meist binnen zehn Tagen abgeschlossen – sie könnte aber auch mehr Zeit brauchen. Daher ist das Thema für AMS eilig. Vorstand und Aufsichtsrat von Osram wollen die derzeit zu verhandelnde Zusammenschlussvereinbarung aber „zeitnah“ prüfen und dann entscheiden.

Es gibt Befürchtungen, dass Osram zerschlagen wird

Damit hätten die Aktionäre des zum Verkauf stehenden Beleuchtungsherstellers Osram die Wahl unter zwei konkurrierenden Übernahmeangeboten.

Der österreichische Sensor- und Chipspezialist AMS ist hoch verschuldet und müsste die Übernahme auf Kredit finanzieren. Deswegen gibt es Befürchtungen, dass die Österreicher eine Übernahme durch die Zerschlagung von Osram gegenfinanzieren könnten, um nur die Teile zu behalten, die für AMS wichtig sind. AMS und Osram sind auf einigen Feldern direkte Wettbewerber, etwa bei optischen Sensoren.

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