Heidenheim / Karin Fuchs Wie die drei Bundestagsabgeordneten des Wahlkreises auf das Ergebnis der Landtagswahl reagieren.

Stumpp: „Bestätigung“

Nach der Bayernwahl stellt sich die Frage: Wird das Ergebnis Auswirkungen auf die Bundespolitik haben? „Ich befürchte, dass die Groko die Signale nicht verstanden hat, das zeigen die Reaktionen“, meint Grünen-Bundestagsabgeordnete Margit Stumpp. Vor der Hessenwahl werde es wohl weder Konsequenzen geben, noch werde Ruhe in die Koalition einkehren. Damit bestehe auch wenig Hoffnung auf eine Rückkehr zu konstruktiver Sacharbeit. „Die starke Botschaft, die bundesweit von dieser Wahl ausgeht, ist: Eine Politik der Zuversicht und des Zutrauens, des Veränderungswillens und der Verlässlichkeit kann gewinnen“, freut sich Stumpp über das gute Abschneiden der Grünen. „Des Ergebnis sei eine Bestätigung des Kurses der Erneuerung seit der Bundestagswahl. „Wer hingegen dem Populismus folgt und nach Rechtsaußen driftet, verliert“, merkt sie zur CSU an.

Kiesewetter: „Falscher Weg“

CDU-Abgeordneter Roderich Kiesewetter hält sich in seiner Einschätzung zur Groko und der Zukunft von Bundesinnenminister Horst Seehofer zunächst zurück. „Welche Konsequenzen die CSU aus der Wahl zieht, wird sie in ihren eigenen Gremien beraten. Ich wünsche ihr allerdings viel Kraft bei der Regierungsbildung, damit in unseren unruhigen Zeiten endlich wieder Stabilität von der CSU ausgeht für Bayern und für die Bundesrepublik.“ Kiesewetter geht in Bayern von einer Koalition der CSU mit den Freien Wählern aus. Erkennbar sei, dass in den Wahlkreisen, in denen die CSU den liberalen und bürgerlichen Kurs der Mitte bewahrt habe, wie etwa in Augsburg, die Bürger dies belohnt hätten. „Daraus kann man auch bundespolitisch ableiten, dass das Fischen am rechten Rand, wenn auch nur rhetorisch, der falsche Weg ist.“

Breymaier: „Bitter“

Bei SPD-Politikerin Leni Breymaier klingt die Enttäuschung durch: „Das Ergebnis der SPD ist bitter für uns alle. Der politische Wecker der Republik hat in Bayern sehr laut geklingelt. Ich habe ihn gehört.“ Von einem Ende der großen Koalition will Breymaier zwar nicht sprechen, allerdings meint sie: „Die SPD wird über ihre Ziele und ihre Rolle in der Großen Koalition in den nächsten Wochen neu diskutieren müssen.“ Gleichzeitig stellte sie fest: „Die CSU hat von ihrem Kurs der zwei Gesichter nicht profitiert. Das Spiel, harter Kurs in Berlin und das Ankündigen sozialer Wohltaten in Bayern, sei von den Wählern nicht honoriert worden. Als Herausforderung sieht sie die Verteidigung der offenen Gesellschaft. Zudem werde der Erhalt der Umwelt heute ausschließlich den Grünen zugeschrieben, doch ökologischer Wandel sei auch eine soziale Frage.