Immo Bauplätze in Heidenheim: Bauherren müssen Geduld haben

Noch laufen die archäologischen Ausgrabungen im Neubaugebiet Fürsamen II, aber sobald sie abgeschlossen sind, kann die Stadt hier einige Bauplätze anbieten.Foto: Markus Brandhuber
Noch laufen die archäologischen Ausgrabungen im Neubaugebiet Fürsamen II, aber sobald sie abgeschlossen sind, kann die Stadt hier einige Bauplätze anbieten.Foto: Markus Brandhuber © Foto: Markus Brandhuber
Heidenheim / Andreas Uitz 07.08.2016
Nur wenige Bauplätze kann die Stadtverwaltung potenziellen Bauherren anbieten. Vor allem in Heidenheim herrscht großer Mangel.

Die Knappheit besteht schon seit vielen Jahren und beherrscht in vielen Bereichen die städtischen Überlegungen und Planungen, denn: Heidenheim hat zu wenige Bauplätze. Das betrifft zumindest jene Grundstücke, die sich im Besitz der Stadt befinden und über die die Verwaltung deshalb Verfügungsgewalt hat. Freilich gibt es an vielen Stellen unbebaute Brachflächen, doch sind die zumeist in privater Hand. Welche davon zum Verkauf stehen, darüber hat man im Rathaus keine Kenntnis.

Die Liste potenzieller Bauherren, die im Rathaus registriert sind, weil sie auf einen Bauplatz aus sind, ist inzwischen lang: Mehr als 300 Interessenten stehen auf der Warteliste. Zwar wurden in der Vergangenheit immer wieder kleinere Neubaugebiete, etwa an der Fuchssteige oder an der Verdistraße ausgewiesen, doch waren die Grundstücke meist recht schnell verkauft – und bebaut. Die Zahl der Interessenten wächst weiter. Anfang des Jahres 2015 waren im Rathaus knapp 250 Bauwillige registriert.

Während dank zahlreicher großer Neubauten die Zahl der Wohnungen stark gewachsen ist, etwa durch die Bebauung des Ploucquet-Areal, geschieht in Sachen Bauplatz recht wenig.

In diesem Jahr wurden ein Bauplatz in der Verdistraße, zwei in der Fuchssteige, drei in Kleinkuchen und zwei im Fürsamen, darunter eine Doppelhaushälfte verkauft oder verbindlich zugesagt. In Heidenheim herrscht damit vorerst Ebbe, kann die Stadt keine freien Flächen mehr anbieten.

Das wird sich im Herbst – wenn auch nur geringfügig – ändern, denn dann sind weitere archäologische Untersuchungen im Fürsamen abgeschlossen. Bereits seit vielen Jahren laufen diese Grabungen, und wann immer ein Bereich abgehackt ist, werden die Grundstücke als Bauplätze veräußert. So können dann ab Herbst sieben Einzelhausgrundstücke verkauft werden. Sind die Grabungen irgendwann gänzlich beendet, kann hier noch ein Einzelhausgrundstück vergeben werden, hinzu kommen noch Doppel- und Reihenhäuser.

Die Situation, das wurde von OB Bernhard Ilg in der Vergangenheit immer wieder betont, ist unbefriedigend. Letzten Endes nämlich sind die Möglichkeiten, sich ein Eigenheim zu bauen, auch ein Standortfaktor. Dieses Argument ist auch vonseiten der Wirtschaft zu hören, denn auf der Suche nach qualifizierten Mitarbeitern und dem Bemühen, diese langfristig an ein Unternehmen zu binden, sind auch verfügbare Bauplätze relevant.

Während es in der Stadt selbst also eklatant an Grundstücken für Bauwillige mangelt, ist die Situation in den Teilorten ein wenig besser. So kann die Verwaltung in Oggenhausen im Staufer Feld sechs und im Edelweißweg beim Friedhof aktuell drei Bauplätze anbieten, in Großkuchen sind derzeit drei und in Kleinkuchen fünf Grundstücke – von denen drei schon zugesagt sind – verfügbar.

Im erst kürzlich verabschiedeten Flächennutzungsplan sieht die Verwaltung einige größere neue Wohnbauflächen vor. Insgesamt beläuft sich die Fläche fürs gesamte Stadtgebiet auf knapp 16 Hektar, die größten potenziellen Neubaugebiete liegen auf den Reutenen und „Hinter dem Kleinen Bühl“ beim Werkgymnasium. Doch noch sind die Neubaugebiete durch die Aufnahme in das Planwerk keinesfalls beschlossene Sache. Denn das Bebauungsplanverfahren kann eine langwierige Angelegenheit sein und sobald das nicht abgeschlossen ist, können auch keine Grundstücke veräußert werden. Für potenzielle Bauherren bedeutet diese Situation weiterhin: Warten und Geduld zeigen.

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