Mergelstetten Bahn-Haltestelle in der Mergelstetter Weilerstraße?

Das alte Bahnhofsgebäude ist schon längst im Privatbesitz und befindet sich im Süden des Vororts.
Das alte Bahnhofsgebäude ist schon längst im Privatbesitz und befindet sich im Süden des Vororts. © Foto: Archiv Rudi Weber
Mergelstetten / HZ 06.08.2018
Der Mergelstetter Bahnhof liegt abseits des Ortes und ist deshalb unattraktiv, argumentiert der Verkehrsclub für einen Halt näher am Ortskern.

Die Züge in Mergelstetten halten weit außerhalb der Ortsmitte, sogar nahe der Gemarkungsgrenze zu Herbrechtingen, stellt der Verkehrsclub Deutschland (VCD) Heidenheim fest.

Die südlichsten Weichen des Bahnhofes lägen tatsächlich bereits auf Herbrechtinger Gemarkung. Dabei gebe es schon Vorplanungen und erste Schritte, um das zu ändern, erinnert sich Reinhard Walloschke vom VCD.

Bahnhof im Dornröschenschlaf

„Beidseits der Bahnstrecke hat die Stadtverwaltung unter Stadtplaner Seemann bereits Flächen für einen Haltepunkt Weilerstraße freigehalten“, sagt Walloschke. Ein einfacher Bebauungsplan sei seit 15 Jahren vorhanden.

Momentan führe der Bahnhof Mergelstetten beinahe ein Dornröschendasein, meint Walloschke, und nennt auch die Gründe: Die Anbindung des Bahnhofes mit dem Busverkehr sei überaus schlecht, zudem widerspreche es dem Gefühl, sich aus dem Mergelstetter Ortszentrum erst weit nach Süden zum Bahnhof zu bewegen, um dann mit der Bahn nach Norden an ganz Mergelstetten wieder vorbeizufahren in Richtung Aalen.

Ortszentrum würde an Anziehungskraft gewinnen

Von der Weilerstraße aus gebe es hingegen ein deutlich höheres Fahrgastpotenzial. Das Ortszentrum Mergelstettens mit dem Ärztehaus und den anderen Geschäften würden deutlich an Anziehungskraft gewinnen, meint der VCD. Die Wohngebiete Erbisberg und Kistelberg besäßen hohes Fahrgastpotenzial. „Die Querung der Gleise ist an dieser Stelle besonders einfach“, findet Walloschke, Mitglied des Kreisvorstandes. „Es gibt südlich der vorgesehenen Fläche den Bahnübergang Weilerstraße, im Norden ist die Goldbach-Unterführung.“ Zudem – so die Mitglieder des VCD in ihrer monatlichen Zusammenkunft – seien drei Haltestellen für Busse in der Nähe. Das würde die Vernetzung von Bahn und Bus vorantreiben.

Nachfrage schaffen

Das Beispiel anderer Bahnstrecken im Land zeige, wie man durch ein gutes Angebot große Nachfrage schaffen und auch viele Menschen zum Umstieg vom Auto in die Bahn bewegen könne. „Neue Haltepunkte auf bestehenden Strecken, die nahe an den Zielorten der Menschen liegen, dazu schnelle und leichte Züge, die häufig fahren, sind ein attraktives Angebot.“

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