Sanierung B19: Ab heute Nachmittag wieder frei

Oberbürgermeister Bernhard Ilg in der Rolle des Straßenmeisters: Die B 19 ist fertig, wird heute wieder freigegeben.
Oberbürgermeister Bernhard Ilg in der Rolle des Straßenmeisters: Die B 19 ist fertig, wird heute wieder freigegeben. © Foto: Rudi Weber
Heidenheim / erwin bachmann 30.09.2014
Die gute Nachricht: Ab heute Nachmittag ist die B 19 nach halbjähriger Sperrung wieder frei befahrbar. Die schlechte Nachricht, die eigentlich auch eine gute ist: 2015 folgt ein weiterer Sanierungsabschnitt – und damit der zweite Streich.

Der Reihe nach. Ende März war's, als mit der Sanierung der von Rissen und Spurrillen gezeichneten Bundesstraße 19 begonnen worden war. Eine offene Operation an der wichtigsten Verkehrsschlagader Heidenheims, die erhebliche Nebenwirkungen nach sich zog. Transit- wie Binnenverkehr kamen ein halbes Jahr lang nur durch ein sich immer wieder veränderndes Netz an Umleitungsstrecken durch die Stadt.

Immer wieder verstopften die verbliebenen Verkehrsadern, die es zeitweise nicht mehr schafften, die in Wellen in die Innenstadt schwappende Blechlawine aufzunehmen. Vor allem die Wochen seit Schulanfang haben das Fortkommen immer wieder zu einer Geduldsprobe gemacht, die während der Stoßzeiten nicht jeder bestanden hat.

25 Ampeln waren umprogrammiert

Und doch hätte alles viel schlimmer gekommen. Das Chaos jedenfalls ist ausgeblieben, was in erster Linie dem Rathaus zu verdanken ist, wo schlaue Köpfe und intelligente Datenprogramme eine geglückte Symbiose eingegangen sind. Allein 25 Ampeln waren umprogrammiert worden, um den immer wieder neu berechneten Verkehrsfluss so zügig wie möglich über die Runden bringen zu können. Dass daraus keine Achterbahnfahrt wurde, ist insbesondere dem Fachbereich Bauen zu verdanken, dessen Leiter Gerhard Horlacher eine minutiös anmutende Planung dieser „Alpha-Baustelle des Jahres“ hingelegt hat.

Jetzt ist es vollbracht. „Dieses Jahr stören wir niemand mehr,“ versprach gestern Oberbürgermeister Bernhard Ilg, als er an Ort und Stelle eine Bilanz des nunmehr zu Ende gehenden Bau-und Umleitungsgeschehens zog. Heute nachmittag, zwischen 14 und 16 Uhr, wird die bislang auf Höhe des Totenbergs gesperrte B 19 wieder für den Verkehr befahrbar sein, nachdem der Asphalt gestern in einem Stück eingebaut worden ist – was eine glatte Oberfläche ergibt, ganz ohne störende Nähte und rumpelnde Übergänge.

Zwei bis drei Wochen früher als geplant

Dass die Freigabe zwei bis drei Wochen früher als ursprünglich geplant erfolgen kann, hat nicht zuletzt mit der Leistung der Baufirma Leonhard Weiss zu tun, die sich nach Einschätzung Ilgs mächtig ins Zeug gelegt hat. Gute Arbeit wird ihr auch von Uwe Hopfenziz attestiert, der im Rathaus den Geschäftsbereich Entwässerung verantwortet und als Frontmann dieser Baustelle sehr genau weiß, wovon er spricht.

Allein die Stadt hat 350 000 Euro in den Kanalbau gesteckt, und weitere 300 000 Euro wurden in neue Gehwege entlang dieses 2,2 Kilometer langen Bauabschnitts investiert. Am meisten aber steuern Bund und Land zur Finanzierung dieser insgesamt knapp 2,7 Millionen Euro teuren Großbaustelle bei, die 30 000 Quadratmeter umfasst – und sehr komplexes Planen erfordert, weil auch einige Brückenbauwerke ins Bröseln gekommen sind.

Und wie geht's weiter? Im nächsten Jahr kommen abschließend noch zwei Bauabschnitte, die sich vom Ohr bis kurz vor Mergelstetten – auf Höhe der Goldquelle – erstrecken und 600 Meter Straßenlänge umfassen. Bis diese Strecke gleichfalls auf Vordermann gebracht ist, werden nach gestrigen Angaben von OB Ilg weitere zwei bis drei Monate vergehen.

Auch dies erfordert wieder ausgetüftelte Umleitungspläne, die man vorzugsweise wieder in den Ferien – beginnend mit Pfingsten – umsetzen wird: Wovor sich zumindest die Planer nicht mehr fürchten, denn längst hat sie die Übung zu wahren Meistern der Verkehrslenkung gemacht.

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