Heidenheim Ausstellung von Zoltán Máthé: „Meine zweite Heimat“

Hat den Blick fürs Detail: Zoltán Máthé zeigt in der Fotoausstellung im Pressecafé seine Sicht auf Heidenheim.
Hat den Blick fürs Detail: Zoltán Máthé zeigt in der Fotoausstellung im Pressecafé seine Sicht auf Heidenheim. © Foto: Sabrina Balzer
Heidenheim / Kathrin Schuler 13.11.2018
Was Heimat für ihn bedeutet, zeigt Zoltán Máthé in seinen Bildern, die zur Zeit in der Galerie des Heidenheimer Pressecafés zu sehen sind.

Was für eine Kamera haben Sie denn da?“, fragt Zoltán Máthé gleich interessiert, als er selbst abgelichtet werden soll. Dass die Fotografie sich bei ihm vom Hobby zu einer wahren Leidenschaft entwickelt hat, wie er sagt, merkt man ihm gleich an. Eine Auswahl seiner eigenen Werke zeigt der 74-Jährige in der derzeitigen Ausstellung im Pressecafé der Heidenheimer Zeitung.

„Meine zweite Heimat“ lautet der Titel seiner Fotografien, mit denen Máthé seinen ganz persönlichen Blick auf Heidenheim und die Umgebung eingefangen hat. Ursprünglich stammt er aus Siebenbürgen im heutigen Rumänien. 1989 kam er als Spätaussiedler nach Deutschland und lebt seither in Heidenheim. „Zuhause gefühlt habe ich mich hier sehr schnell“, sagt er, der sich mittlerweile als „reingeschmeckter Schwabe“ bezeichnet.

Heimat – das bedeute für ihn, nicht anonym zu sein. Die Leute auf der Straße zu kennen und selbst erkannt zu werden. Das Gefühl der Zugehörigkeit habe er über den Sport, seinen Stammtisch, die Arbeit und zuletzt auch über seine Leidenschaft, die Fotografie, erfahren. „Heimat wird definiert durch das, was wir gemeinsam haben“, sagt Zoltán Máthé.

Keine Postkartenmotive

Natur, Architektur und Landschaft gehören da ganz zweifellos dazu – und sind neben dem Mond die Lieblingsmotive des Heidenheimers. Auf den Fotografien, die im Pressecafé zu sehen sind, sind unter anderem kleine Ausschnitte des winter- und herbstlichen Heidenheims zu sehen, der Brenzursprung in Königsbronn – und immer wieder das Schloss Hellenstein. Mal gespiegelt in der Glasfassade des Drogeriemarkts „Müller“ in der Innenstadt, mal von oben aus der Perspektive eines Ballonfahrers, dann wieder von hinten, im Vordergrund eine Herde Schafe – „unsere Landschaftspfleger“, wie Máthé sie nennt.

Sein in Fotografien eingefangener Blick auf die Stadt offenbart Details und Momentaufnahmen, die einem nur dann nicht entgehen, wenn man mit offenen Augen durch die Straßen geht. Kleinigkeiten statt Postkartenmotive sind dem Rentner wichtig. Die fängt er mit der Kamera ein, wenn er zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs ist.

Woher sie kommt, seine Liebe zur Fotografie? „Vor zehn Jahren habe ich von einem Freund eine Analog-Kamera bekommen, mit der ich im Urlaub Fotos gemacht habe“, erzählt Zoltán Máthé. Zum 65. Geburtstag habe ihm seine Tochter dann eine kleine Digitalkamera geschenkt: „Da habe ich dann angefangen zu knipsen – fotografieren konnte man das damals noch nicht nennen“.

Schnell habe er Gefallen daran gefunden, seine Ansichten und seinen Blickwinkel mit einem Foto festzuhalten. Die Technik wurde besser, ebenso der Blick fürs Motiv. Dann musste natürlich rasch besseres Handwerkszeug her, eine Spiegelreflexkamera und ein hochwertiges Objektiv hat er sich über die Jahre angeschafft. Doch ohne seine kleine Digitalkamera in der Tasche verlässt er auch heute nicht das Haus: „Auch damit kann man tolle Fotos machen.“

Seine Fotografien teilt Zoltán Máthé nicht nur mit dem Heidenheimer Fotostammtisch, sondern auch auf Facebook. Dort veröffentlicht er auf seinem Profil ganze Alben und zeigt auch immer wieder in verschiedenen Facebook-Gruppen einzelne Bilder her.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel