Heidenheim / Ausstellung  Uhr
Das „Whild-Stage“-Kollektiv stellt seine Kunst im Meeboldhaus aus.

„Whild Stage“, das ist ein Kollektiv junger Leute, die die Technomusik verbindet. Sie veranstalten eigentlich Partys und Technofestivals. Dort leben sich die Musiker, Maler, Fotografen und Kollektivmitglieder künstlerisch aus. Jetzt wagen sie sich auf Neuland. „Ein Festival ist eigentlich eine moderne Ausstellung“, drückte Florian Görlitz im Meeboldhaus sein Kunstverständnis aus. Dort eröffnete das „Whild-Stage“-Kollektiv am vergangenen Samstag im Rahmen einer Vernissage ihre erste Kunstausstellung.

Der Unterschied zu den Partys ist diesmal nur, dass keine Menschen zwischen den Kunstwerken von „Whild Stage“ tanzen und keine laute Musik gespielt wird. Techno ist aber trotzdem im Spiel: Neben Kunstwerken steht auch ein großer Kasten im Meeboldhaus, der die Musik spielt, die auf den Partys des Kollektivs erklingt. Eröffnet wurde die Vernissage von Kulturbürgermeisterin Simone Maiwald. „Es ist wichtig, dass Sie sich einmischen“, gab sie ihnen mit auf den Weg, bevor sie die rund 35 Besucher durch die Räumlichkeiten des Vereins „Ich für uns“ führte, in denen die Kunstwerke präsentiert wurden.

Die drei Stockwerke sind schwer zu bespielen. Rein weiße Wände gibt es keine. Görlitz stellt Modelle für Holztürme aus, die er für Partys der „Whild Stage“ meterhoch baut. Er orientiert sich dabei an Strukturen aus der Natur und mathematischen Gesetzen. Reika Novak zeigt Skulpturen, Gemälde und Fotografie. Die Kunst der gebürtigen Berlinerin dreht sich oft um menschliche Körper: „Besonders den weiblichen Körper finde ich schön“, sagt die Heidenheimer Waldorfschülerin. Novak und Carolin Michalk waren die Hauptorganisatoren. Michalk stellt ihre Fotostrecken aus, die zum Beispiel Vögel, bemalte Menschen oder bewachsene Toiletten zeigen.

Genauso beschäftigt sich Lena Mittasch mit der Fotografie, und auch Yasmin Ergen zeigt Fotografie und Poesie. Yannek Maunz präsentierte Fotomontagen: Er lässt Frauen Blumen aus dem Kopf wachsen. Ergänzt wird die bunte Mischung an Kunstformen von besprühten Leinwänden von Daniel Tanasov, die sehr an Popart erinnern. Der letzte „Whild-Stage“-Künstler, Killerbeed, brachte auch noch Poesie mit in die Räumlichkeiten beim Meeboldhaus, aber nur anonym unter seinem Künstlernamen.

Die Vielfältigkeit der Ausstellung ist der Natur des Kollektivs geschuldet. Es gibt keine Hierarchien oder Regeln. „Wir haben eine ganz organische Struktur“, sagt das Gründungsmitglied Görlitz.