Ausbildungsmesse Aussteller werben um Jugendliche im CC

Hendrik Rupp 18.11.2012
Im Congress Centrum drängten sich am Samstag an die 10 000 Besucher, um sich in fünf Stunden über 160 Berufe, fast ebenso viele Studienangebote und Millionen von Karrierechancen zu informieren.
Einen doppelten Abiturjahrgang wie 2011 gab es heuer nicht mehr – doch das merkte man der 11. Heidenheimer Ausbildungs- und Studienmesse nicht an.

Ein langatmiger Grußwort-Reigen für Ehrengäste, während vor der Türe bereit die Jugendlichen anstehen? Damit haben die Schirmherren schon vor Jahren Schluss gemacht. Seither ist es üblich, die Ausbildungsmesse nur mit einer einzigen kurzen Ansprache zu eröffnen – jährlich im Wechsel zwischen den lokalen Gastgebern von Stadt und Landkreis.

Dass diesmal turnusgemäß Landrat Thomas Reinhardt an der Reihe war, passte bestens: Reinhardt hatte seinen Sohn dabei, der sich nach dem offiziellen Teil ebenso mit seinem Vater über Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten informierte wie Tausende anderer Eltern-Kind-Teams.

Reinhardt würdigte die Veranstaltung als „wichtigste Messe im Landkreis“, schließlich gehe es um die Berufswahl und damit um eine der wichtigsten Zukunftsentscheidungen eines Jeden. Viele Eltern würden von Ihren Kindern wohl „keine Ahnung“ hören, wenn man sie zu Ihren Berufswünschen frage, so der Landrat: „Diese Messe ist ideal, um dieser Ahnungslosigkeit zu begegnen“.

Dem Konzept der Messe gebe nicht der der enorme Besucherandrang Recht. Auch die Zahl von über 100 Ausstellern und heuer allein zehn Hochschulen und Universitäten zeige, wie wichtig die Messe sei. „Fachkräftemangel ist ein Thema, und auch dieses Thema wird hier angegangen.“

Sprachs, eröffnete den Rundgang und damit die Messe selbst, die sich heuer noch weiter über das gesamte Congress Centrum und bis in die Tagungsräume des Schlosshotels erstreckte, wo die Hochschulen mit Infoständen und Vorträgen für Staus sorgten. Mit dabei waren diesmal nicht nur Lokalmatadoren wie die DH Heidenheim, die Uni Ulm, die Hochschule Aalen oder die Pädagogische Hochschule Schwäbisch Gmünd, sondern auch die Hochschule Heilbronn am Campus Schwäbisch hall und sogar die Friedrich-Schiller-Universität aus Jena, die an der Brenz für das Studieren in Thüringen warb.

In den Hallen, Sälen und Foyers des CC erkannte man heuer noch mehr „Wettbewerb“ unter den Ausstellern: Neben Azubis und Ausbildern waren nicht nur bei kleineren Betrieben oft auch die Eigentümer oder Geschäftsführer anwesend – Ausbildung und die Suche nach Azubis scheint ganz konkret zur Chefsache zu werden. Und immer öfter will man es nicht dabei bewenden lassen, nur am Stehtisch auf Interessenten zu warten. Vorführungen am Stand gab es zahlreiche, dazu jede Menge spannender Pubikumsmagnete: Heidenheims Stadtgärtnerei lud zum Geschicklichkeitsspiel im Minibagger ein, den Vogel schoss aber definitiv die Bundeswehr ab, die einen ferngesteuerten Roboter zur Sprengstoffbeseitigung ins Gewühl schickte: Der Minipanzer mit Greifarm machte fast die gesamte obere Ebene unsicher.

Am Samstag Abend konnten die Veranstalter bereits ein erstes Fazit ziehen: „Es war doch fast so viel los wie im vorigen Jahr, obwohl wir dieses Jahr keinen doppelten Abiturjahrgang hatten“, so Dieter Winterlik seitens der Agentur für Arbeit: Man könne von zwischen 9000 und 10 000 Besuchern ausgehen.

Verbessert habe sich auch die Auslastung der Messe, die einst vormittags mörderisch überfüllt und nachmittags eher leer zu sein pflegte: „Der Andrang hat sich etwas entzerrt, dieses Mal wurd es erst gegen 13 Uhr etwas weniger“. Und auch viele Aussteller seien sehr zufrieden gewesen.

Offenbar macht die Messe nicht nur bei den Hochschulen immer weitere Runden: „Diesmal kamen auf der Messe sogar große Unternehmen aus Ulm auf uns zu, die Interesse habe“, so Winterlik. Die Suche nach gutem Nachwuchs zieht immer stärker an und macht die Heidenheimer Messe zu einem Eldorado. Für die Veranstalter ein Luxusproblem: „Wir haben jetzt schon Wartelisten“, so Dieter Winterlik.