Heidenheim Kommt eine Brauerei ins Elmar-Doch-Haus?

Der Anbau des Elmar-Doch-Hauses (links) in der Hinteren Gasse bleibt zunächst stehen.
Der Anbau des Elmar-Doch-Hauses (links) in der Hinteren Gasse bleibt zunächst stehen. © Foto: Archiv/Markus Brandhuber
Heidenheim / Andreas Uitz 04.12.2018
Die Stuttgarter Dinkelacker-Brauerei denkt darüber nach, eine Art Brauhaus mit Gastronomie im alten Rathaus zu eröffnen. Der Abriss des Anbaus ist derzeit kein Thema mehr.

Seit der Eröffnung der neuen Stadtbibliothek stehen die Räume, in denen diese zuvor Jahrzehntelang untergebracht war, leer. Damit sind im Elmar-Doch-Haus nur noch die Tourist-Information im Erdgeschoss und die Volkshochschule in einigen Räumen in den oberen Stockwerken präsent. Ideen über Nachnutzungen des historischen Gebäudes gab es schon eine Menge, doch Konkretes war bisher nicht dabei.

Das scheint sich jetzt zu ändern. In der Diskussion um einen Abriss der Anbaus in der Hinteren Gasse wurde in der jüngsten Sitzung des Technik- und Umweltausschusses deutlich, dass es einen privaten Interessenten für die Nutzung des Gebäudes gibt. Mehr wollte OB Bernhard Ilg dazu nicht sagen.

Gespräche mit der Stadt

Recherchen der HZ haben ergeben, dass es sich bei dem Interessenten um die Dinkelacker-Brauerei in Stuttgart handelt. Damit sind Gerüchte, dass eine Brauerei Interesse daran hat, im Elmar-Doch-Haus einen gastronomischen Betrieb zu eröffnen, bestätigt. „Ja, wir sind in Gespräche mit der Stadt und können uns gut vorstellen, hier etwas für Heidenheim ganz Neues zu verwirklichen“, sagt Bernhard Schwarz, zuständiger Geschäftsführer der Dinkelacker-Brauerei.

Das Unternehmen sei derzeit damit beschäftigt, in mehreren Ober- und Mittelzentren zu sondieren. Die Konzeption sehe Gastronomie mit Brauhaus-Charakter hervor, in etwa nach dem Vorbild des „Carls Brauhaus“ am Stuttgarter Schlossplatz. Das verbindet moderne Gastronomie mit traditionellen Elementen, bürgerlicher deutscher Küche und verschiedenen Bierspezialitäten der Brauerei. „Das Brauhaus in Stuttgart ist sehr erfolgreich und deshalb wollen wir mit diesem Konzept expandieren“, erklärt Schwarz.

Heidenheim ist aus seiner Sicht sehr gut als Standort geeignet. „Uns ist eine zentrale Lage wichtig, die Möglichkeit zur Außenbewirtschaftung und ausreichend Platz in den Räumen“, so der Geschäftsführer. All das finde man in Heidenheim vor. Mit dieser Art der von Dinkelacker geplanten Gastronomie wolle man in die Innenstädte mehr Charakter bringen und sie beleben und aufwerten. Außerdem sollen die Brauhäuser die gastronomische Szene bereichern. All diese Voraussetzungen sieht Schwarz in Heidenheim gegeben, auch das Elmar-Doch-Haus könne sich für dieses Konzept sehr gut eignen.

Noch allerdings ist nichts entschieden. „Wir haben mit der Stadtverwaltung Gespräche geführt, aber stehen noch am Anfang“, betont der Geschäftsführer. Es gebe noch sehr viele Details zu klären. Ein ähnliches Brauhaus-Projekt laufe derzeit in Backnang.

Eigentlich war von der Stadtverwaltung vorgesehen gewesen, den Anbau des Elmar-Doch-Hauses im kommenden Jahr abzubrechen. Bei der Klausurtagung im Sommer hatte sich der Gemeinderat mit der künftigen Nutzung des Gebäudes beschäftigt und bei dieser war der Anbau nicht vorgesehen. In den Haushaltsberatungen gab es zwei höchst unterschiedliche Anträge zum Abriss: Die Freien Wähler forderten, den Anbau umgehend abzubrechen, die Grünen beantragten, den Planansatz zu streichen und damit von den Überlegungen Abstand zu nehmen.

In der Sitzung des Technik- und Umweltausschusses argumentierte OB Ilg, dass die Maßnahmen am Elmar-Doch-Haus in direktem Zusammenhang mit der Rathaussanierung und der Neugestaltung des Rathaus-Umfeldes stehen. Denn im Zuge dieser Arbeiten könnte es als Ausweichquartier genutzt werden. Was die Zukunft des Anbaus angeht, der rein technisch gesehen noch in gutem Zustand ist, aber derzeit einfach nicht benötigt wird und auch keine optische Perle darstellt, ließ Ilg alles offen. Die nämlich hänge auch davon ab, welche Bedürfnisse ein eventueller privater Nutzer habe. Dinkelacker-Geschäftsführer Schwarz kann sich dazu derzeit auch nicht äußern.

Klar sei jedoch, dass die Stuttgarter Brauerei das Elmar-Doch-Haus keinesfalls kaufen werde, sondern die Räumlichkeiten eventuell mieten werde. Bis welchem Zeitpunkt eine diesbezügliche Entscheidung fällt, oder wann mit einer Eröffnung des Brauhauses zu rechnen ist, lässt Schwarz noch offen.

Eine der großen Brauereien im Land

Die Dinkelacker-Brauerei wurde 1888 in Stuttgart gegründet. Im Laufe der Jahre kaufte das Unternehmen andere Brauereien auf. Dazu gehören „Wulle“ und „Sanwald“, die noch unter ihrem Markenname geführt werden.

2013 lag die jährliche Produktion bei 600 000 Hektolitern. Damit ist Dinkelacker eine der größten Brauereien in Baden-Württemberg.

Mit Heidenheim ist die Brauerei als Sponsor des FCH und durch das „Albstüble“ beim Stadion verbunden.

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