Heidenheim Aus digitalem Neuland herausgetreten

Technologie der Zukunft: mit ihren Tablets beschaffen sich die Heid Tech-Schüler (von links Dominik Wengert, Maren Boss, David Kaufmann und Lara Grandel) die aktuellsten technischen Informationen über die vor kurzem angeschaffte Industrie 4.0-Anlage der Schule.
Technologie der Zukunft: mit ihren Tablets beschaffen sich die Heid Tech-Schüler (von links Dominik Wengert, Maren Boss, David Kaufmann und Lara Grandel) die aktuellsten technischen Informationen über die vor kurzem angeschaffte Industrie 4.0-Anlage der Schule. © Foto: Privat
Heidenheim / Mathias Ostertag 12.07.2018
Drei Jahre lang wurde am Technischen Gymnasium der Einsatz von Tablets im Unterricht erprobt. Und das so erfolgreich, dass man aus dem Pilotprojekt nun in die Regelphase übergeht.

Sehr zufrieden blicken die Verantwortlichen an der Technischen Schule (Heid Tech) im Heidenheimer Westen auf die vergangenen drei Jahre Erprobungsphase. In insgesamt zwölf verschiedenen Klassen des Technischen Gymnasiums wurden seit dem Jahr 2015 Tablets als Hilfsmittel im Unterricht eingesetzt – und das offenbar so erfolgreich, dass die Schule aus dem bisherigen Pilotprojekt heraus nun in den Dauerbetrieb einsteigen will.

Eine von 14 Schulen im Land

„Wir sind froh und stolz auf das, was wir in den vergangenen drei Jahren auf die Beine gestellt haben“, sagt Frank Metz, einer der für das Tablet-Projekt Verantwortlichen. Schließlich habe man zunächst als eine von nur 14 Schulen in Baden-Württemberg den Einsatz von Tablets im Unterricht erproben dürfen - und das quasi komplett ohne Hilfestellung von außen. „Das Ganze war ja auch für uns Neuland – in technischer wie in pädagogisch-didaktischer Sicht“, so Metz weiter.

Einen auf die Arbeit mit den Tablets ausgerichteten Unterricht gab es bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Besondere Vorgaben oder Lehrmaterial so gut wie auch nicht. Entsprechend hat man an der Heid-Tech auch vieles selbst entwickelt, um den Unterricht durch den Einsatz der Tablets zu ergänzen. „Da gibt viele Stolpersteine, deshalb braucht man ein pädagogisches Konzept für den Unterricht mit Tablets“, sagt Frank Metz. Die Pädagogik habe Vorrang vor der Technik, nicht anders herum. „Viele Schulen sehen die Technik als größte Hürde“, sagt Rolf Väth, der technische Leiter des Tablet-Projekts. Noch viel wichtiger sei aber die richtige Vermittlung des Unterrichtsstoffs mit Hilfe der Tablets. „Und deshalb sind die Geräte nur ein Hilfsmittel. Damit allein lässt sich nicht der Unterricht bestreiten.“

Melanie Meyer ist eine der Lehrkräfte an der Heid Tech, die in den vergangenen drei Jahren den täglichen Einsatz der Tablets im Unterricht begleitet hat.

Wlan flächendeckend

Sie ist überzeugt, dass man mit der Einführung des Tablet-Unterrichts auf dem richtigen Weg ist, jedoch warnt auch sie davor, zu viele Hoffnungen allein in diesen Punkt zu setzen. „Wir schulen die digitalen Kompetenzen unserer Schüler – und auch unsere eigenen“, so Meyer. Und das kann manchmal mit ganz banalen Dingen passieren: „Wir hatten es zum Beispiel anfangs den Schülern überlassen, Unterrichtsmaterial auf dem Tablet abzulegen. Das brachte dann die Schwierigkeit mit sich, dass die Schüler das Material nicht mehr gefunden haben“, erzählt Rolf Väth. Deshalb wurde nach einer digitalen Lösung gesucht – nun gibt es eine interne Cloud der Heid Tech, in der die Daten abgelegt werden. „So kann auch keiner mehr mit der Ausrede kommen, er hätte das Ganze nicht gesehen“, ergänzt Frank Metz.

In der Zwischenzeit konnte die komplette Schule flächendeckend mit Wlan versorgt werden, auch hat man alle Beamer ertüchtigt, damit diese von den Tablets aus bedient werden können. „Die Kommunikation per E-Mail zwischen Lehrern und Schülern, aber auch zum Beispiel unter den Lehrern, ist selbstverständlich“, sagt Rolf Väth. Und verweist auch darauf, dass man zum Beispiel über eine interne Cloud eine zentrale Speicher- und Kommunikationsmöglichkeit gefunden habe. „Die positive Rückmeldung der Schüler und Lehrer zum Tablet-Projekt ist mehr als erfreulich“, sagt Frank Metz.

Nun will man das Projekt aus der Erprobung heraus in einen feste Einrichtung überführen. „Wir hoffen natürlich, dass der Landkreis als Träger unserer Schule dafür weiter Gelder zuschießt“, sagt Frank Metz. Ein Ziel sei es, auf lange Sicht die gesamte Schule zu digitalisieren.

Aber das sei in erster Linie eine politische Entscheidung, die Schulen dürften dabei vom Land und den Landkreisen nicht allein gelassen werden. Dazu gehöre aber auch, dass man den zeitlichen Rahmen, den die Digitalisierung des Unterrichts koste, realistisch abschätze. Frank Metz: „Wir brauchen zum Beispiel mehr Zeit und Ressourcen für Lehrerfortbildungen. Denn im Moment sind wir an der Grenze gekommen, dass es kaum mehr neben unserem Arbeitsalltag zu stemmen ist.“

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