Heidenheim Aufwärtstrend macht noch Sommerpause

Im August ist die Zahl der Arbeitslosen gestiegen.
Im August ist die Zahl der Arbeitslosen gestiegen. © Foto: Archiv
Heidenheim / Michael Brendel 30.08.2018
Im August ist die Zahl der Arbeitslosen in der Region saisonbedingt gestiegen. Die Quote liegt jetzt in Heidenheim bei 3,9 Prozent.

Ende August sind im Bezirk der Agentur für Arbeit (Kreis Heidenheim und Ostalbkreis) 7972 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet. Das sind 677 mehr als im Juli, aber 1148 weniger als vor einem Jahr. Die meisten Arbeitslosen sind mit 2844 in Heidenheim registriert (Juli: 2642). In Schwäbisch Gmünd sind es 2540 (2327), in Aalen 1702 (1486), in Bopfingen 444 (431), in Ellwangen 442 (409). Die Zahl der Langzeitarbeitslosen, die seit mehr als einem Jahr ohne Beschäftigung sind, stieg von 2191 auf 2218. Das entspricht einer Quote von 27,8 Prozent.

Die Arbeitslosenquote, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen, klettert in der Region von 2,9 auf 3,2 Prozent. In Heidenheim legte sie von 3,6 auf 3,9, in Schwäbisch Gmünd von 3,1 auf 3,4, in Bopfingen von 2,9 auf 3,0, in Aalen von 2,4 auf 2,8, in Ellwangen von 1,7 auf 1,8 Prozent zu.

Urlaubszeit wirkt sich aus

Die aktuelle Entwicklung kann mit dem Begriff „saisonbedingt“ überschrieben werden. Heißt: Im Hochsommer steigen die Arbeitslosenzahlen üblicherweise an, weil Schul- oder Studienabsolventen oft nicht sofort eine Beschäftigung finden, Zeitverträge auslaufen und sich die Arbeitgeber während der Urlaubszeit mit Neueinstellungen zurückhalten. Elmar Zillert, Chef der Aalener Arbeitsagentur, hob gestern bei der Präsentation der aktuellen Zahlen gleichwohl einen positiven Aspekt hervor: Obwohl der Anstieg stärker ausgefallen sei als erwartet, „können wir konstatieren, dass wir seit über 27 Jahren keine so niedrige Zahl an Arbeitslosen in einem August hatten“.

Gleichzeitig gehe er für die kommenden Monate „wieder von einer deutlichen Reduzierung der Arbeitslosigkeit“ aus, so Zillert weiter, da die fundamentalen Daten des Marktes stimmten und die Auftragsbücher der Unternehmen in der Region gut gefüllt seien“.

Weniger offene Stellen

Rückläufig war das Angebot an zu besetzenden Stellen. Neu gemeldet wurden mit 1100 gut elf Prozent weniger als vor einem Jahr um diese Zeit. Die Arbeitsverwaltung weist aber darauf hin, dass weiterhin eine hohe Nachfrage nach qualifizierten Arbeitskräften bestehe.

Rechnerisch kommen aktuell auf jede offene Stelle 2,2 Arbeitslose, nachdem es im August 2017 noch 2,0 waren. Positiver gestaltete sich die Situation vor allem für den Bereich Unternehmensorganisation (Buchhaltung, Recht, Verwaltung). Hier stehen einer offenen Stelle nun drei Arbeitslose gegenüber. Bei Produktion und Fertigung sind es unverändert 1,3 Personen pro Stelle. In allen übrigen Fällen entwickelte sich die Situation zuungunsten der Suchenden.

Jugendliche stark betroffen

Bei den unter 25-Jährigen, die in der amtlichen Statistik als Jugendliche geführt werden, fiel der Anstieg um 31,7 Prozent auf jetzt 1001 Personen am stärksten aus. In dieser Gruppe liegt die Quote bei 3,4 Prozent (Juli: 2,6). Die Zahl der ausländischen Arbeitslosen erhöhte sich um 150 (7,8 Prozent) auf 2150. Erklärung der Arbeitsagentur: Endende Sprach- und Integrationskurse führen dazu, dass vermehrt Flüchtlinge und Asylbewerber auf dem Arbeitsmarkt landen. Auch mehr über 50-Jährige sind von Arbeitslosigkeit betroffen: Im Juli waren es 2840, jetzt sind es 88 mehr. Zum ersten Mal seit drei Jahren gibt es zudem wieder mehr Langzeitarbeitslose. Aktuell steht ein Zuwachs um 27 auf 2218 zu Buche.

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Arbeitslosen in Ostwürttemberg um 1148 zurückgegangen, was fast 13 Prozent entspricht.

Viele suchen noch

Seit Beginn des aktuellen Berichtsjahres, das im Oktober 2017 begann, haben sich 2963 Bewerber um eine Ausbildungsstelle gemeldet. Das waren 293 weniger als im vorangegangenen Jahr. Ende August sind noch 205 davon auf der Suche. Gleichzeitig sind von 4012 zu vergebenden Stellen (2017: 4064) 1152 noch nicht besetzt. Auf jeden unversorgten Bewerber kommen somit rechnerisch 5,62 offene Azubi-Stellen.

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