Heidenheim Die Fahrradpolizei: Auf zwei Rädern im Namen des Gesetzes

Die Polizisten Peter Banzhaf und Bernd Gröner sind regelmäßig mit den Pedellecs auf Streife.
Die Polizisten Peter Banzhaf und Bernd Gröner sind regelmäßig mit den Pedellecs auf Streife. © Foto: Christian Thumm
Heidenheim / Andreas Uitz 12.07.2018
Peter Banzhaf und Bernd Gröner können als Polizisten ihren Beruf teils mit dem Hobby verbinden und fahren mit dem Fahrrad Streife.

Dass Peter Banzhaf und Bernd Gröner, wann immer es die Zeit in ihrer Schicht zulässt, mit dem Fahrrad im Namen des Gesetzes in Heidenheim unterwegs sind, sieht man ihrer Uniform im Normalfall nicht an. Die beiden Polizisten, die seit 40 und 38 Jahren im Dienst der Sicherheit stehen, sind im auf der Wache wie alle ihr Kollegen gekleidet und haben auch die gleichen Aufgaben.

Zwei Radstreifen je Dienstgruppe

Doch sobald es die Personalstärke einer Dienstgruppe beim Heidenheimer Revier zulässt, ziehen sie sich um, schwingen sich auf die Polizei-Pedellecs und machen sich auf auf die Straßen und Radwege der Stadt. In jeder der insgesamt fünf Dienstgruppen gibt es zwei Radstreifen und zumeist versuchen die Vorgesetzten, die Beamten dafür einzusetzen, die auch privat ein Faible fürs Radfahren haben.

Bei Banzhaf und Gröner jedenfalls ist das der Fall. Der 58-jährige Peter Banzhaf ist auch im Winter privat auf dem Fahrrad unterwegs und auch sein 57-jähriger Kollege ist leidenschaftlicher Radler. „Was gibt es besseres, als wenn man Beruf und Hobby miteinander verbinden kann, dabei an der frischen Luft ist und sich bewegt“, sagt Gröner.

Wenn genug Personal da ist, wird vier Stunden lang geradelt

Lässt es die Personalstärke zu, verbringen die beiden während einer siebenstündigen Schicht durchaus mal vier Stunden im Sattel. Und gehen dabei Aufgaben nach, die mit dem Fahrrad einfach besser zu erledigen sind. Dazu gehört in erster Linie die Kontrolle des Radverkehrs. „Viele Radfahrer nutzen die Radwege nicht, fahren in die falsche Richtung durch Einbahnstraßen, radeln in der Fußgängerzone oder scheren sich nicht um Ampelsignale“, sagt Banzhaf. Hier greifen die Radstreifen ein, halten die Verkehrssünder an, belehren, informieren und schreiben Strafzettel.

„Das ist für viele neu, dass Vergehen von uns auch sanktioniert werden“, sagt Gröner. „Und nahezu jeder weiß, was er falsch macht, viele nehmen das dann eher lustig und sind verwundert, wenn sie einen Strafzettel bekommen“, ergänzt sein Kollege.

Doch die Erfahrungen, die die beiden machen seit sie regelmäßig im Stadtbild anzutreffen sind, sind nicht schlecht. „Meistens werden wir sehr positiv wahrgenommen und das finde ich toll“, so Banzhaf. Auch wenn für viele der offizielle Polizei-Raddress, den die beiden tragen, noch ungewohnt ist – Schwierigkeiten mit ihrer Glaubwürdigkeit oder Autorität haben sie noch nicht erlebt. „Wenn wir auf Radstreife sind, haben wir unsere ganz normale Ausstattung inklusive Dienstwaffe dabei, nur die Uniform ist eben anders“, sagt Gröner.

Radfahrern Tipps geben - manchmal hapert’s am Deutsch

Die Fahrradstreifen versuchen auch, Radfahrern Tipps zu geben und sie zu belehren. „Das ist nicht immer einfach, vor allen Dingen bei Flüchtlingen“, so Banzhafs Erfahrung. Auch wenn man es auf englisch versuche, fehle oft das Verständnis für die Regeln.

„Manchmal fahren sie nach einer Belehrung einfach genauso falsch weiter“, sagt Gröner. Um hier Abhilfe zu schaffen verteilen die Radstreifen neuerdings auch Flyer, in denen die wichtigsten Verkehrsregeln für Radfahrer abgedruckt sind – auch auf englisch und arabisch.

Mehr als nur Radverkehr-Kontrolle

Doch die Überwachung des Radverkehrs ist nur eine der Aufgaben. „Das ist ein normaler Streifendienst mit allem, was dazugehört“, betont Banzhaf. Dazu gehört die Überwachung des Straßenverkehrs ebenso wie das Präsenz zeigen in der Öffentlichkeit und die Aufnahme von Anzeigen – nur eben fest im Sattel und auf zwei Rädern statt im Streifenwagen.

Strafen für Radfahrer: Das kann drohen

Insgesamt zehn Beamte fahren Radstreife

Seit 2006, dem Jahr in dem in Heidenheim die Landesgartenschau stattfand, gibt es bei der Polizei in Heidenheim Dienstfahrräder. Zu Beginn waren die Beamten noch häufiger auf dem Fahrrad unterwegs, doch schlief das irgendwann ein.

Durch die Anschaffung der neuen Pedellecs 2016 sind vermehrt wieder Radstreifen auf den Straßen der Stadt unterwegs. Außerdem tragen die Radstreifen blaue Raddresse als Dienstkleidung mit der Aufschrift Polizei.

In den fünf Dienstgruppen des Heidenheimer Reviers gibt es jeweils zwei Beamten, die reglmäßig mit dem Fahrrad auf Streife fahren.

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