Heidenheim / Karin Fuchs  Uhr
Die Stadt empfängt Gäste aus Clichy, St. Pölten, Döbeln und Jihlava zu einem Festwochenende. Gefeiert wird das Jubiläum der Verbindung nach Frankreich und Österreich.

Es ist eine europäische Dreiecksbeziehung, eine internationale Erfolgsgeschichte oder einfach eine Freundschaft zwischen Menschen aus Österreich, Frankreich und Deutschland.

Die vor 60 Jahren offiziell besiegelte Städtepartnerschaft zwischen Clichy und Heidenheim war die zweite deutsch-französische Partnerschaft einer baden-württembergischen Kommune überhaupt, innerhalb Deutschlands die fünfte. Zu dieser Verbindung zu Clichy kann zehn Jahre später die Partnerschaft mit dem österreichischen St. Pölten hinzu. Seitdem sind alle drei Städte partnerschaftliche verbunden.

Feier geht über drei Jahre

Die Verantwortlichen aus Ehrenamt und Stadtverwaltungen verteilen die Jubiläumsfeiern auf drei aufeinanderfolgende Jahre, gefeiert wird in jeder Stadt in einem anderen Jahr. Zum Auftakt des Jubiläums ging es im Jahr 2017 in die niederösterreichische Landeshauptstadt, voriges Jahr war Clichy der Gastgeber.

In diesem Jahr gibt Heidenheim zum historischen Anlass ein großes Fest. Die Stadt Heidenheim erwartet von Donnerstag bis Sonntag, 9. bis 12. Mai mehr als 40 Gäste aus den beiden Jubiläums-Partnerstädten Clichy (Frankreich) und St. Pölten (Österreich).

Mitfeiern werden zudem Gäste der beiden weiteren Partnerstädte Döbeln (Sachsen) sowie Jihlava (Tschechien). Angeführt werden die Delegationen von Bürgermeister Remi Muzeau aus Clichy, Bürgermeister Matthias Stadler aus St. Pölten, Bürgermeister Petr Laštovièka aus Jihlawa sowie Oberbürgermeister Egerer aus Döbeln.

Nach einem Begrüßungsabend im Schlosshotel am Donnerstag findet der Festakt am Tag darauf in der Schlosskirche statt. Dort wird Europaabgeordnete Dr. Inge Gräßle die Festrede halten. Weiter offizieller Programmpunkt ist am Abend ein gemeinsames Abendessen, bei dem Menschen im Mittelpunkt stehen werden, die sich um die Partnerschaft verdient gemacht haben.

Europastern für den Brenzpark

Natürlich bekommen die Gäste auch allerhand zu sehen von Heidenheim. Unter anderem geht es in die neue Stadtbibliothek, in die Zukunftsakademie und an den Talhof.

Im Brenzpark wird am Samstag gegen 11.45 Uhr im Hain der Partnerstädte ein so genannter Europastern eingeweiht. Schüler haben drei Grenzsteine nach römischem Vorbild hergestellt und mit Entfernungsangaben zu den Partnerstädten. Weitere Steine sollen in den nächsten Jahren hinzu kommen.

Sieger des Fotowettbewerbs

Das Heidenheimer Partnerschaftskomitee hatte im Vorfeld einen Fotowettbewerb ausgeschrieben und dabei Ansichten aus Heidenheim gesucht. Nach einer Vorauswahl durch eine Jury waren die Heidenheimer aufgerufen, aus 20 Motiven ihre Lieblinge auszusuchen. Am Samstag gegen 14.45 Uhr findet in den Schloss-Arkaden die Preisverleihung statt. Dort sind die Fotos des Wettbewerbs ausgestellt.

Heidenheims Beziehungen

Sieben Partnerstädte hat Heidenheim. Nach Clichy und St. Pölten kam 1981 mit Newport in Wales eine Partnerstadt in England hinzu. Treibende Kraft war der Kreisjugendring. Vierte Partnerstadt wurde 1988 das kroatische Sisak. Von dort kamen viele Gastarbeiter bei Voith in Lohn und Brot.

Nach dem Mauerfall kam 1991 Döbeln in Sachsen als fünfte Partnerstadt hinzu – ein Zeichen deutscher Einheit. Die Beziehungen zwischen beiden Kommunen reichen längst weit über die reine Verwaltungsebene hinaus. Unvergessen ist die schnelle Hilfe Heidenheims nach der Flutkatastrophe.

Das dunkelste Kapitel der tschechisch-deutschen Geschichte hat letztlich zur Partnerschaft zwischen Jihlava und Heidenheim geführt. Im Jahr 1957 übernahm Heidenheim die Patenschaft über die heimatvertriebenen Iglauer. Heidenheim wurde zum Ort regelmäßiger Treffen. Ab 1991 bemühte sich der Verein Gustav-Mahler-Haus um Wiederaufnahme des Dialogs zwischen tschechischen und deutschen Iglauern. Ihm ist die Städtepartnerschaft zwischen Heidenheim und Jihlava zu verdanken, die 2002 offiziell besiegelt wurde.

Eine Städtefreundschaft pflegt Heidenheim zum chinesischen Qianjiang. Die Ursprünge der seit 1994 bestehenden Verbindung liegen in einer Kooperation des Klinikums Heidenheim mit dem Krankenhaus in Qianjiang. kf