Heidenheim Architekten gesucht: Wer plant die neue Duale Hochschule?

Auf dem ehemaligen WCM-Gelände soll der Campus entstehen mit dem zweiten DH-Standort als Herzstück.
Auf dem ehemaligen WCM-Gelände soll der Campus entstehen mit dem zweiten DH-Standort als Herzstück. © Foto: Markus Brandhuber
Heidenheim / Karin Fuchs 06.08.2018
Im Januar soll feststehen, wie die neue Duale Hochschule aussehen wird. Diese wird das prägende Gebäude auf dem Campus auf dem WCM-Areal sein. Baustart ist für das Jahr 2021 vorgesehen.

Spannende Frage: Was wird früher fertig auf dem WCM-Areal? Der zweite Standort für die Duale Hochschule auf dem südlichen Teil oder die flankierenden Forschungseinrichtungen wie das Digital Hub im Norden und die Büros für forschungsnahe Einrichtungen. Das Wettrennen hat begonnen.

Für den DH-Neubau ist das Land zuständig, für vieles weitere auf dem Campus vorwiegend die Stadt Heidenheim. Und die gibt schon mal mächtig Gas. Oberbürgermeister Bernhard Ilg hat einen ständig Blick auf den Campus, den er für Heidenheims Entwicklung als wichtigen Motor einstuft.

2019 beginnen die ersten Bauarbeiten im Norden

Noch in diesem Jahr beginnen die Planungen, 2019 soll mit dem Umbau der alten Senge-Halle in ein vom Land gefördertes Digitalisierungszentrum, den so genannten Digital Hub, begonnen werden,

Auch für den südlichen Teil, dort wo die Hochschule gebaut werden soll, führt die Stadt laut OB Ilg bereits Gespräche mit möglichen Investoren. Flankierend zum zweiten DH-Studienstandort entstehen dort nicht nur Büros für Forschungseinrichtungen, sondern entlang der Nördlinger Straße ein Gebäude-Riegel, der überwiegend Büros enthält, aber auch ein Parkhaus mit 400 Stellplätzen.

Nur wenn alles wie geschmiert läuft

Aufs Gas drückt mittlerweile aber auch das Land beim DH-Neubau. Bei Claus Schüßler, Leiter des Vermögens- und Bauamts des Landes in Schwäbisch Gmünd, laufen alle Fäden für den DH-Neubau zusammen. Er äußerte sich vorsichtig optimistisch: „Wenn nichts dazwischen kommt, was bei einem solchen Projekt immer mal passieren kann, dann wäre die Übergabe des neuen Gebäudes an die DH im November 2023 möglich.“

Vorausgesetzt, alle Fristen könnten so wie geplant verkürzt werden und im Baugrund tauchen keine „Überraschungen“ auf, schiebt er erklärend hinterher.

Die Suche nach den Architekten, die das zweite Hochschul-Gebäude entwerfen sollen, hat schon begonnen. Am 27. Juli wurde eine entsprechende Ausschreibung offiziell und europaweit bekannt gegeben, berichtet Schüßler.

Der Name: Bildungscampus Voith

Das Hochschul-Viertel hat schon einen Namen: Vom „Bildungscampus Voith“ wird in der Ausschreibung geschrieben – die Firma hat den Bau finanziell durch eine Spende maßgeblich angeschoben (siehe extra Beitrag). „Erwartet wird ein Gebäude mit hoher innerer Flexibilität, in welchem die drei Nutzungsbereiche Lehre, Forschung und Zukunftsakademie optimal untergebracht werden können.“ Offen hält sich das Land übrigens schon jetzt eine Erweiterung, die die Architekten bei ihren Ideen gleich mit berücksichtigen sollen. Die Bewerber müssen zugleich auch vorweisen, dass die bereits Erfahrungen gemacht haben im Hochschul- und Stadtquartierbau.

Fünf Architekten bleiben am Ende übrig

Bis Ende August haben nun Architekten Zeit, sich mit ihren Referenzen und ersten Ideen zu bewerben. Aus diesen Bewerbern wählt dann eine Jury fünf geeignete Architekten aus, die eingeladen werden, die neue Hochschule zu entwerfen. In der Jury sitzen Vertreter des Landes, der Stadt Heidenheim, der Hochschule und des Vermögens- und Bauamtes. Sie ist identisch mit dem Lenkungsausschuss, der sich regelmäßig in Sachen Hochschulneubau trifft.

Bis Ende November läuft dieser eingeschränkte Wettbewerb. Aus den Entwürfen wählte die Jury Anfang Januar den Siegerentwurf aus. Danach hat die Öffentlichkeit die Möglichkeit, sich die eingereichten Entwürfe anzusehen und einen Vorgeschmack darauf bekommen, wie dieser DH-Stadtteil einmal aussehen wird.

Risiko volle Auftragsbücher

Doch bis dieser steht, dauert es noch fünf Jahre. Noch im Januar 2019 soll der Planungsauftrag erteilt werde. So heißt es im Zeitplan.

Baubeginn ist laut Claus Schüßler für das Jahr 2021 vorgesehen. Risiken sieht der Chef nicht nur in diversen Unbekannten, sondern auch darin, dass der Boom im Baugewerbe derzeit die Handwerker rar macht.

Die Industrie finanziert den Großteil mit

Die Industrie in Heidenheim ist maßgeblich an der Finanzierung des DH-Neubaus beteiligt. Insgesamt umfasst die Summe, die aus Heidenheim kommt, 20 Millionen Euro.

Die Firma Voith sagte anlässlich ihres 150-Jahre-Jubiläums im Juli 2017 zwölf Millionen Euro zu und schultert damit den größten Anteil an der Finanzierung.

Zum Spendenpaket kommen 3,1 Millionen Euro von der Stadt hinzu, 2,5 Millionen Euro von den Stadtwerken, eine Million Euro vom Landkreis Heidenheim.

Weitere Zuschussgeber sind Kreissparkasse Heidenheim, Heidenheimer Volksbank, Paul Hartmann, Schwenk Zement und Edelmann.

Das Land gibt zehn Millionen Euro dazu. Damit kommt insgesamt eine Summe von 30 Millionen Euro zusammen, die bislang als Baukosten genannt worden war. In der Ausschreibung werden die Herstellungskosten brutto mit 28 Millionen Euro angegeben.

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