Heidenheim Ulmer OB fordert Sonderprogramm zur Brenzbahn-Elektrifizierung

Bislang können auf der Brenzbahn nur Dieselloks fahren. Der Strecke fehlt eine Oberleitung.
Bislang können auf der Brenzbahn nur Dieselloks fahren. Der Strecke fehlt eine Oberleitung. © Foto: Christian Thumm
Heidenheim / Karin Fuchs 02.05.2018
Das Land hat den Umbau der Strecke zwischen Ulm und Aalen für den elektrischen Betrieb hinten an gestellt. Der Regio-S-Bahn-Verband hält das für falsch.

Das baden-württembergische Verkehrsministerium sieht auf der Bahnstrecken zwischen Ulm und Aalen lediglich einen langfristigen Bedarf für eine Elektrifizierung. Der Regio-S-Bahn-Verband Donau-Iller unterstreicht nun die Forderung von Heidenheims Landrat Thomas Reinhardt für einen mittelfristigen Ausbau.

Chance auf ein Sonderprogramm?

Ulms Oberbürgermeister Gunter Czisch, der auch Vorsitzender des Vereins Regio-S-Bahn ist, setzt noch eins drauf. Er sowie auch Geschäftsführer Dr. Oliver Dümmler fordern das Land auf, sich beim Bund für ein Sonderprogramm zur Elektrifizierung einzusetzen.

Die Brenzbahn und die Donaubahn seien bereits beim Bund für einen Ausbau im Rahmen des Bundesverkehrswegeplan angemeldet. Daher dürften sie bei einer Anmeldung zu einem im Raum stehenden Sonderförderprogramm des Bundes nicht fehlen.

Das Land habe die Wichtigkeit einer Angebotsverbesserung des Schienenverkehrs in der Region einschließlich der hierfür erforderlichen Ausbaumaßnahmen anerkannt, heißt es in einer Mitteilung des Verbands.

Ulms OB widerspricht Minister

In der Region sei man doch etwas erstaunt, dass Strecken wie die Brenzbahn und die Donaubahn im kürzlich vorlegten Elektrifizierungskonzept des Landes so weit hinten rangieren. „Leider haben mit uns im Vorfeld dazu keine Abstimmungsgespräche stattgefunden“, so Czisch. Keine Rede kann davon sein, dass die Region eine Elektrifizierung sogar ablehnt.

Bereits 2014 wurde in der Sontheimer Erklärung zur Weiterentwicklung der Brenzbahn im Beisein von Vertretern des Landes zum Ausdruck gebracht, dass die Region mittelfristig eine Elektrifizierung anstrebt. Eine Elektrifizierung böte die Chance bieten, die in die Jahre gekommenen Neigetechnikfahrzeuge abzulösen, so Dümmler.

Zweigleisiger Ausbau wird weiter voran getrieben

Die Region wolle sich weiter auf die Angebotsverbesserung und auf den hierfür erforderlichen zweigleisigen Ausbau der Brenzbahn, konzentrieren. Doch wenn sich nun die Chance biete, dass der Bund Mittel für die Elektrifizierung zur Verbesserung des regionalen Schienenverkehrs bereitstelle, sei es, so Regio-S-Bahn-Chef Oliver Dümmer, „natürlich ein erklärtes Ziel der Region, an diesen Streckenelektrifizierungen auch zu partizipieren.“

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