50 Jahre nach der Mondlandung am 20. Juli 1969 faszinieren die Bilder von der ersten Mondlandung immer noch. Das Objektiv mit dem diese Aufnahmen gemacht wurden, stammte vom Carl-Zeiss-Werk in Oberkochen.

Objektiv speziell für den Mond entwickelt

Im Oktober 1968 wird ein Objektiv für die erste Mondlandung bei Zeiss in Auftrag gegeben. Bis zum Praxiseinsatz bei Apollo 11 vergehen nur neun Monate. „Das war eine enorm kurze Entwicklungszeit“, resümiert Dr. Vladan Blahnik, Forschung und Entwicklung bei Zeiss. Wurden beim Vorgängermodell Zeiss Biogon 4.5/38 die Optikdaten noch äußerst zeitaufwändig per Hand ausgerechnet, liegen die mathematischen Ergebnisse für das Mondobjektiv mithilfe eines Großrechners in nur wenigen Wochen vor.

Hasselblad Data Camera mit dem Zeiss Biogon Objektiv
© Foto: @Zeiss

Das „Mondobjektiv“ Zeiss Biogon 5.6/60 musste diverse Anforderungen erfüllen, um einerseits in einer handlichen Kamera zu funktionieren, aber auch der wissenschaftlichen Zielvorgabe gerecht zu werden, das Mondlandegebiet präzise zu kartographieren. „Man entschied sich für eine Kamera mit einer Reseauplatte, die ein Messkreuzgitter auf dem Bild erzeugt, sodass die Entfernungen einzelner Positionen berechnet werden können“, erklärt Blahnik. „Durch den besonderen symmetrischen Aufbau des Objektivs sind die Verzeichnung und alle anderen Bildfehler exzellent korrigiert.“ Gerade Linien bleiben gerade. Die Bilder sind detailreich und scharf bis in die Ecken.

Das "Mondobjektiv" Zeiss Biogon 5.6/60
© Foto: @Carl Zeiss AG

Das Objektiv war ein kleiner, aber wichtiger Baustein bei der Mondmission von Apollo 11. Die Kameras mit den Objektiven von ZEISS sind übrigens immer noch auf dem Mond, denn man wollte jedes Gramm beim Rückflug zu Gunsten von Mondgesteinsproben sparen. Nur das wertvolle Filmmaterial trat mit den Astronauten die Rückreise zur Erde an.

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