Projekt Alle sammeln, ein Schnaitheimer filmt

Der Kurzfilm-Produzent Karl Stefan Röser will sein bisher aufwendigstes Filmprojekt mit einer Crowdfunding-Kampagne finanzieren. „Der unberührte Garten“ soll, wenn alles klappt, Anfang Juni gedreht werden.
Der Kurzfilm-Produzent Karl Stefan Röser will sein bisher aufwendigstes Filmprojekt mit einer Crowdfunding-Kampagne finanzieren. „Der unberührte Garten“ soll, wenn alles klappt, Anfang Juni gedreht werden.
Heidenheim / Lisa Grässle 27.02.2013
Der Schnaitheimer Filmemacher Karl Stefan Röser will mit einer Crowdfunding-Kampagne seinen nächsten Film finanzieren. Er handelt von einer jungen Frau. Doch die Sache hat einen Haken.

Mit einer zwar nicht ganz neuen, aber doch sehr außergewöhnlichen Methode will der in Schnaitheim geborene Karl Stefan Röser seinen nächsten Kurzfilm finanzieren. Röser, der in Stuttgart als Film- und Web-Designer arbeitet, hat Medienwirtschaft an der Dualen Hochschule in Heidenheim studiert.

Sein Herz schlägt aber für das Filmen, das er zu seinem größten Hobby machte. Schon in jungen Jahren begann seine Begeisterung fürs Filmen. „Angefangen habe ich damit, Hochzeiten und Geburtstage von Freunden aufzunehmen, wollte aber irgendwann auch mal etwas Fiktionales machen“, erzählt Röser. Er gründete zusammen mit Freunden eine Filmgruppe – und gemeinsam begannen sie, Kurzfilme zu drehen.

Das bisher aufwendigste Projekt

Vor zwei Jahren lernte Röser eine Autorin kennen, mit der er zusammen weitere Filmprojekte plante. In diesem Jahr soll ein neuer Kurzfilm gedreht werden. „Dieses Mal wird es mein bisher aufwendigstes Projekt werden“, so Röser. Er will seinen nächsten Kurzfilm „Der unberührte Garten“ nämlich mit gelernten Schauspielern drehen, denn bisher spielten Freunde aus seinem Bekanntenkreis in seinen Filmen mit. Außerdem soll für den Film ein richtiges Kamerateam engagiert werden.

Die Schauspieler hat Röser über ein Internetportal gesucht. „Ich freue mich sehr, dass sich so viele gemeldet haben, vor allem, weil alle Schauspieler ehrenamtlich mitmachen und kein Honorar bekommen“, so Röser. Aber ein professioneller Film muss ja trotzdem auch finanziert werden. Mietkosten für die Drehorte fallen an, die Fahrtkosten der Schauspieler müssen bezahlt werden, und die notwendige Technik kostet auch Geld.

Für diese Finanzierung hat sich Röser eine ganz außergewöhnliche Methode einfallen lassen. Er will seinen neuen Kurzfilm mit einer sogenannten Crowdfunding-Kampagne finanzieren. Crowdfunding, auch Schwarm- oder Mikrofinanzierung genannt, kommt ursprünglich aus Amerika. Mittlerweile gibt es die spezielle Art der Finanzierung aber auch in Deutschland.

Die Sache hat einen Haken

Hierfür existieren Portale im Internet, auf denen mehrere Projektkategorien zur Verfügung stehen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf künstlerischen und kreativen Projekten wie zum Beispiel Design, Musik oder Film. Der Gedanke einer solchen Kampagne ist, die Produkte über diejenigen zu finanzieren, die sich für das Ergebnis interessieren.

Wer also ein solches Projekt unterstützen will, geht auf eines der Portale. Dort gibt er dann den Betrag an, mit dem er das Projekt unterstützen will. Crowdfunding ist aber keine übliche reine Spendenaktion. Der Unterschied ist, dass die Unterstützer ab einem gewissen Betrag auch ein kleines Dankeschön vom Starter bekommen.

Einen Haken gibt es allerdings bei der ganzen Sache. Wenn jemand ein Projekt mit der Crowdfunding-Kampagne startet, muss er eine Mindestkapitalmenge angeben. Nur wenn diese auch erreicht wird, bekommt er das Geld für sein Projekt. Ansonsten erhält jeder Unterstützer seinen Geldbetrag wieder zurückerstattet. Röser hat für seinen Film bereits fast die Hälfte seiner Mindestkapitalmenge erreicht. Für die Kampagne gibt es aber auch eine vorher festgelegte Laufzeit.

Der Plot: Nichts mehr ist, wie es war

Für Rösers Filmprojekt wurde eine Dauer von 60 Tagen festgelegt. Sie begann am 18. Januar 2013. Wenn er also nach 60 Tagen seine Mindestkapitalmenge erreicht hat, wird er Anfang Juni mit den Dreharbeiten für seinen Kurzfilm „Der unberührte Garten“ beginnen. Gedreht wird unter anderem in einem Haus in Dettingen, das er zufällig über unsere Tageszeitung entdeckt hatte.

Karl Stefan Röser hatte ganz spezielle Vorstellungen für diesen Drehort. Es sollte ein Haus sein, das außen eher älter wirkte, innen aber modern ist. Es musste die richtige Mischung sein, und die hat er in Dettingen gefunden.

Sein Kurzfilm wird von einer jungen Läuferin handeln. Wenn sie durch die Landschaft streift, gewinnt sie Abstand von ihren Alltagsproblemen. Als sie aber eines Tages in einem fremden Garten landet und ein geheimnisvolles Mädchen kennenlernt, nimmt ihr Leben eine Wendung. Und bald ist nichts mehr, wie es einmal war.

Weil sein Film professioneller und aufwendiger als je zuvor wird, hofft Röser, es damit auf Filmfestivals zu schaffen. Auf DVD soll es den Kurzfilm auch geben – vorausgesetzt selbstverständlich, die Crowdfunding-Kampagne klappt wie gewünscht.

 

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